Fanproteste gegen Verbände und Investoren

Der Ball ist rund, und ein Spiel dauert 90 Minuten. Wirklich? Im nationalen Fußball ist das oft anders.
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ColaRumCerrano
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Re: Fanproteste gegen Verbände und Investoren

Beitrag von ColaRumCerrano » 05.03.2020 12:57

Wobbler hat geschrieben:
05.03.2020 12:39
Das Problem scheint mir viel eher, dass Du denkst, Ordnungskräfte hätten in einem Stadion bei einer öffentlichen Großveranstaltung nichts zu suchen. Damit erklärst Du es ja völlig unverhohlen zu rechtsfreiem Raum. Nochmal, würdest Du persönlich die Polizisten bei der Feststellung der Identität von Vermummten behindern?
Kann es sein das du die Auswärtsblöcke eher aus dem TV kennst? Glaubst du ernsthaft das die Täter einfach stehen bleiben und darauf warten das die Polizisten von den braven Fans vorbei gelassen werden? Sobald die Polizei einen Block betritt wird es dort zu Tumulten kommen. Ein Teil wird sich evtl der Konfrontation stellen, ein mMn größerer Teil wird aber die Flucht nach hinten antreten und versuchen in der größtmöglichen Masse zu verschwinden.
Und was dann?
Salzstreuer
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Re: Fanproteste gegen Verbände und Investoren

Beitrag von Salzstreuer » 05.03.2020 12:59

Ich habe dir lediglich ein Beispiel genannt, dass die Realität anders aussieht als du es dir vorstellst.
Hätte auch ein Beispiel nehmen können, wo ultras ihre Kumpels vor dem Zugriff der Polizei geschützt haben. Deswegen auch wertfrei gemeint. Sondern nur um dir zu erklären, warum sowas nicht funktioniert wie du es dir vorgestellt hast
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kurvler15
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Re: Fanproteste gegen Verbände und Investoren

Beitrag von kurvler15 » 05.03.2020 13:02

Wobbler hat geschrieben:
05.03.2020 12:47
Und natürlich gehe ich nicht davon aus, dass die den ganzen Block mit Reizgas einnebeln, ist auch nicht nötig, wenn die Unschuldigen den Weg freimachen. Und ja, ich bin auch gegen Polizeigewalt oder Willkür. Aber ihre Aufgaben sollten sie in einem Rechtsstaat wie unserem schon noch ausüben dürfen, ohne dabei Behinderung durch Unbeteiligte erfahren zu müssen.
Warst du schon einmal als Unbeteiligter in der Situation, dass Polizisten mit voller Mannstärke, komplett ausgerüstet, mit normal-dienstlichem Eifer zu "Störern" durckommen wollten. In einer höchstemotionalen Stimmung, einem teilweise stark alkoholisierten Publikum in einem Bereich des Blocks, in dem man von Natur aus nicht "mal einfach so" durchgehen kann, da dort eine sehr hohe Dichte von Menschen ist und es natürlich Gedrängel, Geschubse gibt, welches nicht selten zu Panik und Eskalation führt?

Ein Blocksturm seitens der Polizei ist nicht umsonst selten. Es ist das äußerste Mittel, da mit einer Massenpanik und vielen Verletzten schlicht gerechnet werden muss und dies auch in Kauf genommen wird. Das ist nicht durch das Verhalten der Leute bedingt, sondern allein schon durch die Gesamtsituation. Das Verhalten der beteiligten Parteien multipliziert dann den Schaden zusätzlich noch. Die Vergangenheit zeigt dies ganz deutlich. Und tut mir Leid, ein uU beleidigendes Banner ist sicherlich kein Grund dafür. Und wenn dies einer wäre, würden Einsatzleiter der Polizei dies sicherlich auch veranlassen. Das tun sie aber nicht, und wenn nur sehr selten, und das aus gutem Grund. Denn ein Blocksturm macht keiner Partei Spaß und bedeutet erfahrungsgemäß immer etliche Verletzte auf allen Seiten. Immer.

Aber so etwas lässt sich immer leicht fordern, wenn man noch nicht in einer ähnlichen Situation als Unbeteiligter war.
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Re: Fanproteste gegen Verbände und Investoren

Beitrag von Wobbler » 05.03.2020 13:05

ColaRumCerrano hat geschrieben:
05.03.2020 12:57
Glaubst du ernsthaft das die Täter einfach stehen bleiben und darauf warten das die Polizisten von den braven Fans vorbei gelassen werden? Sobald die Polizei einen Block betritt wird es dort zu Tumulten kommen. Ein Teil wird sich evtl der Konfrontation stellen, ein mMn größerer Teil wird aber die Flucht nach hinten antreten und versuchen in der größtmöglichen Masse zu verschwinden.
Und was dann?
Dann hätten sie schonmal die Identitäten von einem Teil der Vermummten und das reicht doch dann auch schon, um sie ordentlich anzuklagen. Die Signalwirkung bei den feigen Vermummten dürfte auch immens sein. Polizeiarbeit ist numal schwierig, nicht nur im Stadion. Alleine das darf ja wohl kein Grund sein, einzelne Bereiche in diesem Staat zum rechtsfreien Raum zu erklären.
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Re: Fanproteste gegen Verbände und Investoren

Beitrag von VFLmoney » 05.03.2020 13:08

Flaute hat geschrieben:
05.03.2020 04:57
Die Urheber der Transparente haben sich selber und ihren Vereinen einen Bärendienst erwiesen. Diese Aktionen sind so weit unter der Gürtellinie,
dass Hopp, DfB, DFL jetzt schon die moralischen Sieger sind, egal, wie man es noch zu wenden versucht. Mögen die Motive auch "ehern" gewesen sein, sind die
Aktionen doch für all die ein gefundenes Fressen, die am großen Trog sitzen und sich vollstopfen. Das war taktisch unklug und moralisch högscht verwerflich.
Da versucht sich eine Holzfällertruppe im sinnentleerten Kampf gegen ein über viele Jahre durchgestyltes System.
Und man stellt ganz überrascht fest, das die fetten Ochsenfrösche den Sumpf in Besitz genommen haben.
Und das Antlitz der vom System alimentierten Frösche ist ziemlich variabel, die sitzen nicht nur auf der Tribüne und im beliebigen Talk, sondern auch in den Büros der Medien und Verbände.
Und die haben ( im Gegensatz zu den Holzfällern ) ein klares Ziel........den schicken Platz an der Sonne mit allen Mitteln zu verteidigen.
Ganz legal, windschnittig und meinungslabil......wenn´s dem Zweck dienlich ist.
Im Zirkus BuLi gibt´s eben ´ne aktuelle Attraktion, die " Mummenschanz-Paviane " geben ´ne Sondervorstellung, das wird man sich ansehen und locker abperlen lassen.
Business as usual.......the Show must go on......denn....Money makes the World go round !
Dabei haben die vermeintlichen " Gralshüter " der Szene keinen Nutz- sondern allenfalls kurzzeitigen Unterhaltungswert.
Und denn ......zieht die Karawane halt weiter.........auch wenn das eine oder andere Kamel auf der Strecke bleibt. :ja:
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Re: Fanproteste gegen Verbände und Investoren

Beitrag von Wobbler » 05.03.2020 13:12

kurvler15 hat geschrieben:
05.03.2020 13:02
Aber so etwas lässt sich immer leicht fordern, wenn man noch nicht in einer ähnlichen Situation als Unbeteiligter war.
Zu identifizieren sind sie aber auch nicht und die Sache schaukelt sich immer weiter hoch, die Art und Weise der eigentlich richtigen Proteste wird immer perfider. Irgendwann muss man dagegen angehen, sonst beschäftigen wir uns als Fans nicht mehr mit unserem Sport, sondern nur noch mit diesen Themen, bis alles endgültig vor die Wand gefahren ist durch ein paar XXX.
Dann muss man halt eine weitere Lösungsmöglichkeit finden, z.B. dermaßen genaue Kontrollen der Auswärtsfans, dass Vermummung gar nicht mehr möglich ist oder zumindest arg erschwert wird, weil halt keine Masken und entsprechende Banner mehr mit in den Block kommen. Der damit verbundene Zeitaufwand wäre auch nur eine Einschränkung, wie ich heute gelernt habe, keine Kollektivbestrafung.

Ansonsten blieben ja nur Kollektivstrafen, die wir aber ALLE nicht wollen. Und dann dürfen wir uns auch nicht mehr darüber beschweren, wenn wir alle Maßnahmen, sie zu verhindern, ablehnen oder ausschließen.
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Re: Fanproteste gegen Verbände und Investoren

Beitrag von Salzstreuer » 05.03.2020 13:20

[quote=Wobbler post_id=4419852 time=1583410327 user_id=36171n, z.B. dermaßen genaue Kontrollen der Auswärtsfans, dass Vermummung gar nicht mehr möglich ist oder zumindest arg erschwert wird, weil halt keine Masken und entsprechende Banner mehr mit in den Block kommen.

[/quote]

Nächstes Beispiel das zeigt, dass du halt gar keine Ahnung hast was auswärts passiert. Ist ja auch nicht schlimm. Aber dann macht es halt auch keinen Sinn zu diskutieren
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Re: Fanproteste gegen Verbände und Investoren

Beitrag von Wobbler » 05.03.2020 13:22

Genau, Du hast Recht.
Ist nicht wegen ist nicht, war immer so, und wird deswegen auch immer so sein.
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Re: Fanproteste gegen Verbände und Investoren

Beitrag von Salzstreuer » 05.03.2020 13:25

Nee, ist nicht wegen funktioniert nicht obwohl schon alles probiert, egal ob Pyro Spürhunde, Schuhe ausziehen, etc.
Aber wie gesagt - woher solltest du das auch wissen... 🙄
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Re: Fanproteste gegen Verbände und Investoren

Beitrag von HerbertLaumen » 05.03.2020 13:26

Wobbler hat geschrieben:
05.03.2020 12:53
Nein, ich habe es so in einer Stellungnahme des DFB gelesen, Bewährung bis Juni 2022, findest Du auf deren Seite.
Ich habe das hier gefunden: https://www.svz.de/sport/fussball/Sport ... 31647.html Demnach war es kein Wortbruch, macht die Kollektivstrafe aber auch nicht besser.
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Re: Fanproteste gegen Verbände und Investoren

Beitrag von Wobbler » 05.03.2020 13:34

Salzstreuer hat geschrieben:
05.03.2020 13:25
Nee, ist nicht wegen funktioniert nicht obwohl schon alles probiert, egal ob Pyro Spürhunde, Schuhe ausziehen, etc.
Der Rechtsstaat sollte also vor ein paar [Moderation] kapitulieren, weil man ja nichts dagegen tun kann.

Wie gesagt, dann muss man die Konsequenzen halt auch hinnehmen, nutzt ja nichts.


HerbertLaumen hat geschrieben:
05.03.2020 13:26
Ich werde jetzt nicht die ganze DFB-Seite danach absuchen.
Steht auf der News Seite unter "Zuschauerausschlüsse sind immer nur das letzte Mittel". Ich bin davon ausgegangen, dass jeder, der sich mit dem Thema beschäftigt, rein interessehalber zumindest auch mal gelesen hätte, was der DFB eigentlich dazu sagt.
Zuletzt geändert von Borusse 61 am 05.03.2020 13:37, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: Keine Beleidigungen !
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Re: Fanproteste gegen Verbände und Investoren

Beitrag von Salzstreuer » 05.03.2020 13:39

Wobbler hat geschrieben:
05.03.2020 13:34
Der Rechtsstaat sollte also vor ein paar [Moderation] kapitulieren, weil man ja nichts dagegen tun kann.
Hab ich nirgends geschrieben
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Re: Fanproteste gegen Verbände und Investoren

Beitrag von ColaRumCerrano » 05.03.2020 13:43

Ich hoffe die ganze Lage spitzt sich weiter zu und es kommt zum großen Knall. Football Leaks hat gezeigt was für ein krankes System der ganze Profibereich geworden ist. Medien wirken in der Berichterstattung schon arg beeinflusst und wenn ich mit erlebe wie selbst die Justiz sich dehnt und streckt um den Wünschen von Herrn Hopp gerecht zu werden ist die Grenze, wo man von bedenklich sprechen kann schon lange überschritten.

Dabei muss jetzt bitte nicht mehr das Argument mit Sponsoren und den gestiegen Etats der Bundesligisten kommen, um aufzuzeigen das es Kommerz nur als Großes Ganzes gibt. Einnahmen aus Sponsoring sind (für mich) nicht gleichzusetzen mit dem Geld das Hopp/SAP, RedBull, VW etc in die Vereine pumpen. Diese kaufen sich neben dem Werbeeffekt, um den es eigentlich gibt, auch Einflussnahme, die sie so nicht haben dürften, danke Vtamin C aber durch Sondergenehmigungen oder dehnen der bisherigen Regeln erreichen.
Wir haben in der Buli nun mind. vier solcher Konstrukte (wobei es mit u.a. Berlin, Hamburg, Hannover, Hertha, dem BVB etc. auch eine große Grauzone gibt, über die man diskutieren kann), die sich dem fairen Wettbewerb entziehen und je nach Situation durch Mäzen oder Eigner Kapital beschaffen, ohne dafür eine Gegenleistung (und sei es nur der Werbewert) aufbringen zu müssen.

Fans haben (in der Bundesliga) immer noch mehr Macht, als es manche Funktionäre wahr haben wollen. Kind dachte bei 96 auch das so eine Konfrontation mit den Ultras ihm und dem Verein kaum Schaden könnte. Was aber ein paar Hundert "Schreihälse" ausrichten bzw. verhindern können wird er nach den letzten Jahren wohl kaum noch abstreiten.
Die Bundesliga vermarktet sich nach Außen nicht mit Stars und Sternchen, sondern mit vollen Stadien und toller Stimmung. Anders würde sie gegen die PL und La Liga auch kaum einen Blumentopf gewinnen. Wenn diese Auszeichnungen der Bundesliga weg fallen, hat sie ein Problem.


Was ich auch bedenklich finde ist, wie oft in dem Zusammenhang hier zu lesen ist das man generell über die Entwicklung unglücklich/unzufrieden sei, aber es sich nun mal nicht mehr ändern lasse. Ist die Gesellschaft so eingenordet das Protest und ziviler ungehorsam kein Mittel mehr ist um Dinge wieder in die richtigen Bahnen zu lenken?
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Re: Fanproteste gegen Verbände und Investoren

Beitrag von Zaman » 05.03.2020 13:52

kurvler15 hat geschrieben:
05.03.2020 13:02
Warst du schon einmal als Unbeteiligter in der Situation, dass Polizisten mit voller Mannstärke, komplett ausgerüstet, mit normal-dienstlichem Eifer zu "Störern" durckommen wollten. In einer höchstemotionalen Stimmung, einem teilweise stark alkoholisierten Publikum in einem Bereich des Blocks, in dem man von Natur aus nicht "mal einfach so" durchgehen kann, da dort eine sehr hohe Dichte von Menschen ist und es natürlich Gedrängel, Geschubse gibt, welches nicht selten zu Panik und Eskalation führt?
War ich schon mehrmals in der Tat und das zu Zeiten, als noch Hooligans in den Blöcken herum geturnt sind und Situationen mehrfach eskaliert sind. Ich habe auch schon in Sippenhaft in Köln im Stadion im Block gestanden, weil man diesen nach unserer Ankunft mit dem Sonderzug abgeschlossen hatte, so dass ich mich mit Polizisten anlegen musste, nur damit ich auf die Toilette gehen konnte. Auch unter Tränengas und Kloppe hab ich schon gelitten.
Und deshalb muss ich mich auch selbst ein bisschen revidieren, als ich vor kurzem gefordert habe, dann sollen die doch in den Block gehen und die Leute da rausholen. Das war aus einer leicht verzweifelten Emotionalität heraus geschrieben von mir und das war nicht in Ordnung, gerade weil ich das alles schon selbst erlebt habe.
Wer schon in den Achtzigern und Neunzigern auswärts gefahren ist, weiß wovon ich rede. Gerade wenn man mit dem Sonderzug unterwegs gewesen ist und dann in die Blöcke gesperrt wurde, speziell in Köln die Wiese kennt etc..
Ein Blocksturm ist daher absolut zu verneinen.
Ich werde jetzt jedenfalls solche Dinge nicht mehr sofort kommentieren, wobei ich immer noch der Meinung bin, dass Gesichter hinter Fadenkreuzen nicht gehen. Da bleibe ich auch dabei.
Was allerdings auch nicht geht sind Sippenhaft und Hopps Verhalten, oder speziell das seines Anwaltes und natürlich wird darüber kein Wort mehr verloren in der Presse. Der gute Herr Hopp hat jetzt was er will, er ist der gute und ach so angegriffene Mann und alle stehen hinter ihm und verteufeln die Fußballfans. Weshalb es wichtig ist, die Proteste nicht verstummen zu lassen, sie aber jetzt auf einem anderen Niveau weiter fortzuführen. Ich finde, dass die Schalker und auch Frankfurter das schon ziemlich gut gelöst haben und ich hoffe, dass es am Samstag bei uns und bei den Dortmundern ähnlich sein wird.
Ich möchte noch einmal betonen, dass ich nicht wie ein Fähnchen im Wind dastehen will, dass ich aber durchaus lernfähig bin und auch mal meine Meinung ändern kann und einsehe, wenn ich einfach Mist geschrieben habe (von wegen in den Block gehen und so)
Ich sollte mich in diesen Dingen mal wieder mehr an damals erinnern, als ich noch jedes Spiel auswärts gefahren bin und selbst solche Erfahrungen sammeln durfte und die waren echt nicht selten. Und nein, das waren natürlich auch alles keine Engel, ganz im Gegenteil, aber wie gesagt, bestimmte Vorgehensweisen sind einfach ein No-Go …
Und nun hoffe ich, dass die Proteste auf einem andern Niveau weitergehen. Man hat jetzt die absolute Aufmerksamkeit und kann diese nutzen, sie in positiven Zuspruch umzumünzen.
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Re: Fanproteste gegen Verbände und Investoren

Beitrag von Wobbler » 05.03.2020 14:00

ColaRumCerrano hat geschrieben:
05.03.2020 13:43
ch hoffe die ganze Lage spitzt sich weiter zu und es kommt zum großen Knall. Football Leaks hat gezeigt was für ein krankes System der ganze Profibereich geworden ist. Medien wirken in der Berichterstattung schon arg beeinflusst und wenn ich mit erlebe wie selbst die Justiz sich dehnt und streckt um den Wünschen von Herrn Hopp gerecht zu werden ist die Grenze, wo man von bedenklich sprechen kann schon lange überschritten.

Dabei muss jetzt bitte nicht mehr das Argument mit Sponsoren und den gestiegen Etats der Bundesligisten kommen, um aufzuzeigen das es Kommerz nur als Großes Ganzes gibt. Einnahmen aus Sponsoring sind (für mich) nicht gleichzusetzen mit dem Geld das Hopp/SAP, RedBull, VW etc in die Vereine pumpen. Diese kaufen sich neben dem Werbeeffekt, um den es eigentlich gibt, auch Einflussnahme, die sie so nicht haben dürften, danke Vtamin C aber durch Sondergenehmigungen oder dehnen der bisherigen Regeln erreichen.
Wir haben in der Buli nun mind. vier solcher Konstrukte (wobei es mit u.a. Berlin, Hamburg, Hannover, Hertha, dem BVB etc. auch eine große Grauzone gibt, über die man diskutieren kann), die sich dem fairen Wettbewerb entziehen und je nach Situation durch Mäzen oder Eigner Kapital beschaffen, ohne dafür eine Gegenleistung (und sei es nur der Werbewert) aufbringen zu müssen.

Fans haben (in der Bundesliga) immer noch mehr Macht, als es manche Funktionäre wahr haben wollen. Kind dachte bei 96 auch das so eine Konfrontation mit den Ultras ihm und dem Verein kaum Schaden könnte. Was aber ein paar Hundert "Schreihälse" ausrichten bzw. verhindern können wird er nach den letzten Jahren wohl kaum noch abstreiten.
Die Bundesliga vermarktet sich nach Außen nicht mit Stars und Sternchen, sondern mit vollen Stadien und toller Stimmung. Anders würde sie gegen die PL und La Liga auch kaum einen Blumentopf gewinnen. Wenn diese Auszeichnungen der Bundesliga weg fallen, hat sie ein Problem.


Was ich auch bedenklich finde ist, wie oft in dem Zusammenhang hier zu lesen ist das man generell über die Entwicklung unglücklich/unzufrieden sei, aber es sich nun mal nicht mehr ändern lasse. Ist die Gesellschaft so eingenordet das Protest und ziviler ungehorsam kein Mittel mehr ist um Dinge wieder in die richtigen Bahnen zu lenken?
Dem kann man im Kern zustimmen, allerdings sollte man dabei die Mittel sehr besonnen wählen, sonst wird das nichts und man erreicht sogar das Gegenteil seines Anliegens. Und um mir den Fußball komplett kaputt machen zu lassen, dafür ist er mir zu schade. Die Ultras füllen im Übrigen keine Stadien, sie sind nur ein kleiner Teil derer, wegen denen die Stadien wirklich leer blieben, sollten die mal nicht mehr auf Fadenkreuzbanner und ähnlich Unkreatives starren und bei Spielabbrüchen zufrieden nach hause gehen wollen.
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Re: Fanproteste gegen Verbände und Investoren

Beitrag von ColaRumCerrano » 05.03.2020 14:11

Warum sprechen denn gerade alle über dieses Thema? Bestimmt nicht, weil die Mittel besonnen gewählt wurden. Und auch nur so wird das Thema in den Medien gehalten werden können, was nicht bedeutet das ich Fadenkreuze etc. gut heißen würde.
Das Ultras keine Stadien allein füllen sondern nur einen kleinen Teil ausmachen ist klar. Aber auch hier zeigt das Beispiel von 96 ganz gut, was es für Auswirkungen haben kann, wenn die Stimmung im Stadion immer schlechter wird. Nicht nur der Zuschauerschnitt geht seit 2017 stetig bergab, im Bekanntenkreis haben mittlerweile ca. 50% ihr Dauerkarte zurück gegeben. Das war vor wenigen Jahren wegen Warteliste etc. völlig undenkbar.

Ich war am WE in Millwall. das war eine Stimmung (und ein Stadion) wie früher am Bökelberg. Keine Ultras, keine Vorgesänge und der ganze Support Situationsabhängig. Eigentlich das, wovon ich eigentlich dachte das ich es hier vermisse. Das Ergebnis war aber dann doch irgenwie mau und unbefriedigend, wenn man die Stimmung der Stadien der Bundesliga gewohnt ist.
Zuletzt geändert von Borusse 61 am 05.03.2020 14:13, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: Unnötiges Zitat entfernt
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Re: Fanproteste gegen Verbände und Investoren

Beitrag von Wobbler » 05.03.2020 14:24

Ich sag mal so, die Reaktionen auf das Fadenkreuzbanner waren ziemlich eindeutig und berechtigt. Ich hoffe nach wie vor, dass die Urheber zur Verantwortung gezogen werden.

Die Reaktion von Rummenigge und Co. in Sinsheim sowie in anderen Stadien indes war total lächerlich, aber für die Sache ein absoluter Glücksfall, so blöd sich das vielleicht anhört.

Es ist mehr oder weniger diesem Zufall, dieser absurden Übertreibung geschuldet, dass sich inzwischen so viele Fans auf die Seite derer geschlagen haben, die kurz davor noch alles zu spalten drohten mit ihrer dämlichen Aktion.

Daraus sollte man jetzt etwas machen und das wird man definitiv nicht, indem man mit menschenverachtenden Aktionen weitermacht. Ein schmaler Grat, auf dem man derzeit wandert, daher ist Besonnenheit gefragt, die Aufmerksamkeit hat man. Ich hoffe, man zerschießt das nicht wieder, indem man beispielsweise einen Hopp weiter zum persönlichen Feindbild hoch stilisiert.
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Re: Fanproteste gegen Verbände und Investoren

Beitrag von hennesmussher » 05.03.2020 14:42

Zaman hat geschrieben:
05.03.2020 13:52

Ich möchte noch einmal betonen, dass ich nicht wie ein Fähnchen im Wind dastehen will, dass ich aber durchaus lernfähig bin und auch mal meine Meinung ändern kann und einsehe, .....
Geht mir ähnlich.
Nach lesen vieler Posts, glaube ich zu erahnen worum es den Beteiligten geht.
Wie das in fruchtbare Bahnen gelenkt werden kann - keine Idee.

So aber nicht:
Gewaltaufruf gegen einen Menschen, oder zumindest ein Plakat, dass ich als solches verstehen könnte.
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Re: Fanproteste gegen Verbände und Investoren

Beitrag von Barsti1900 » 05.03.2020 17:18

Zaman hat geschrieben:
05.03.2020 13:52
War ich schon mehrmals in der Tat und das zu Zeiten, als noch Hooligans in den Blöcken herum geturnt sind und Situationen mehrfach eskaliert sind. Ich habe auch schon in Sippenhaft in Köln im Stadion im Block gestanden, weil man diesen nach unserer Ankunft mit dem Sonderzug abgeschlossen hatte, so dass ich mich mit Polizisten anlegen musste, nur damit ich auf die Toilette gehen konnte. Auch unter Tränengas und Kloppe hab ich schon gelitten.
Und deshalb muss ich mich auch selbst ein bisschen revidieren, als ich vor kurzem gefordert habe, dann sollen die doch in den Block gehen und die Leute da rausholen. Das war aus einer leicht verzweifelten Emotionalität heraus geschrieben von mir und das war nicht in Ordnung, gerade weil ich das alles schon selbst erlebt habe.
Wer schon in den Achtzigern und Neunzigern auswärts gefahren ist, weiß wovon ich rede. Gerade wenn man mit dem Sonderzug unterwegs gewesen ist und dann in die Blöcke gesperrt wurde, speziell in Köln die Wiese kennt etc..
Ein Blocksturm ist daher absolut zu verneinen.
Ich werde jetzt jedenfalls solche Dinge nicht mehr sofort kommentieren, wobei ich immer noch der Meinung bin, dass Gesichter hinter Fadenkreuzen nicht gehen. Da bleibe ich auch dabei.
Was allerdings auch nicht geht sind Sippenhaft und Hopps Verhalten, oder speziell das seines Anwaltes und natürlich wird darüber kein Wort mehr verloren in der Presse. Der gute Herr Hopp hat jetzt was er will, er ist der gute und ach so angegriffene Mann und alle stehen hinter ihm und verteufeln die Fußballfans. Weshalb es wichtig ist, die Proteste nicht verstummen zu lassen, sie aber jetzt auf einem anderen Niveau weiter fortzuführen. Ich finde, dass die Schalker und auch Frankfurter das schon ziemlich gut gelöst haben und ich hoffe, dass es am Samstag bei uns und bei den Dortmundern ähnlich sein wird.
Ich möchte noch einmal betonen, dass ich nicht wie ein Fähnchen im Wind dastehen will, dass ich aber durchaus lernfähig bin und auch mal meine Meinung ändern kann und einsehe, wenn ich einfach Mist geschrieben habe (von wegen in den Block gehen und so)
Ich sollte mich in diesen Dingen mal wieder mehr an damals erinnern, als ich noch jedes Spiel auswärts gefahren bin und selbst solche Erfahrungen sammeln durfte und die waren echt nicht selten. Und nein, das waren natürlich auch alles keine Engel, ganz im Gegenteil, aber wie gesagt, bestimmte Vorgehensweisen sind einfach ein No-Go …
Und nun hoffe ich, dass die Proteste auf einem andern Niveau weitergehen. Man hat jetzt die absolute Aufmerksamkeit und kann diese nutzen, sie in positiven Zuspruch umzumünzen.
Respekt-ich bin zwar nicht durchgängig deiner Meinung-aber vor deinen ehrlichen-selbstreflektierten Worte ziehe ich den Hut
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Re: Fanproteste gegen Verbände und Investoren

Beitrag von VFLmoney » 05.03.2020 18:11

ColaRumCerrano hat geschrieben:
05.03.2020 13:43

Was ich auch bedenklich finde ist, wie oft in dem Zusammenhang hier zu lesen ist das man generell über die Entwicklung unglücklich/unzufrieden sei, aber es sich nun mal nicht mehr ändern lasse. Ist die Gesellschaft so eingenordet das Protest und ziviler ungehorsam kein Mittel mehr ist um Dinge wieder in die richtigen Bahnen zu lenken?
Doch, das lässt sich schon noch ändern, aber eben nicht mit diesen Methoden.
Diese kleinen Grüppchen haben nun mal kein Mandat, sind weder vom Verein noch von einer Mehrheit der Mitglieder legitimiert, i-welche Maßnahmen einzuleiten.
Sie selbst sehen sich offenbar in einer elitären Position, quasi als Lordsiegelbewahrer des Fußballs.
Das sind sie aber nicht.......und die Methoden sind blanke Anarchie.
Und zeigen eher die Devise :
" Freie Bahn für die Meinungs-Taliban !"

Die eindeutige Mehrheit im Stadion hat auch gezeigt, was sie davon hält......nämlich gar nix.

Es ist beiderseits zwingend notwendig, da mal den Fuß vom Gas zu nehmen.
Die etwaigen Anwaltsäußerungen der Hopp-Seite und die mögliche Eskalation in den Blocks lösen das Problem ganz sicher nicht. Ebensowenig die permanente Präsenz in den Medien.
Das schaukelt die Situation nur völlig unnötig auf, ebenso wie ein Polizeieinsatz im Stadion.
Insbesondere die Aktionen der Ultras von Bayern und schwatt-gelb sind völlig absurd, die geben sich doch selbst der Lächerlichkeit preis.
Ob Doppelhalter oder auch das Affentheater im Fall Torunarigha, das anwesende Publikum kann sofort und unmittelbar eine Wertung vornehmen.
Und zeigen, das sie solche Methoden konsequent ablehnen.
Geht auch in vielen anderen Dingen, aber nicht immer schnell und unmittelbar.
Ist mühsamer, kostet Zeit, Energie und Nerven, es gibt auch keine Erfolgsgarantie.
Da kommt halt nicht der Regulator, der im Handumdrehen alles zum Guten wendet.

Die Gesellschaft ist weniger eingenordet.......sondern bequem, träge und wartet ab, das Andere etwas tun.
Jeff Bezos ( Amazon ) ist aufgrund seines Vermögens bei Teilen der Bevölkerung, ähnlich wie Hopp, nicht besonders wohlgelitten.
Und wo kauft man im Internet, weil´s doch so bequem und einfach ist ?
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