Der Fussball...nur noch ein großer Witz?

Der Ball ist rund, und ein Spiel dauert 90 Minuten. Wirklich? Im nationalen Fußball ist das oft anders.
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S3BY
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Re: Der Fussball...nur noch ein großer Witz?

Beitrag von S3BY » 15.08.2017 16:28

Man könnte aber auch sagen, dass es allgemein ruhiger geworden ist. Vor ein paar Jahren hatten wir doch Pyro fast jedes Wochenende in den Stadien. Beim Pokal waren es jetzt die Clubs, von denen man es mitunter auch am ehesten erwarten durfte (was es natürlich nicht besser macht). Anonsten waren Dresden, Essen, Gladbach, Köln, Frankfurt, Dortmund, Bielefeld, Düsseldorf und Cottbus zb. unauffällig. Interessiert nach gestern abend natürlich jetzt keinen mehr und das ist schade.
Macragge
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Re: Der Fussball...nur noch ein großer Witz?

Beitrag von Macragge » 15.08.2017 16:54

Es gab 32 Partien mit 64 Fanszenen.
Pyrotechnik per se als Randale zu bezeichnen ist und bleibt Unsinn. Außer in Rostock kann ich mich an keine Scheiss Aktionen am Wochenende erinnern. Aber das war bei einem Derby was alle Zwanzig Jahre mal statt findet leider so zu erwarten. Macht es nicht besser, aber der Schnitt bei so vielen Partien war schon außerordentlich gut.

Das Beschmieren des Augsburg-Busses war wahrscheinlich wieder die Heldentat eines besoffenen DDR-Hinterhertrauer-Ossi's, dass jetzt als Maßstab für "Wasser auf die Mühlen" des DFB's zu bezeichnen finde ich etwas übertrieben.

Den DFB samt Medien ins leere laufen lassen ? Es gab während der Gespräche vor 12:12 eine Mehrmonatige Pause des Zündens als Entgegenkommen der Fanszenen. Was ein sehr großer Vertrauensbeweis war, da das Abbrennen von Pyrotechnik als elementarer Bestandteil unserer gewachsenen deutschen Fanszene dazu gehört. Wer das negiert war in den 90er Jahren nicht im Stadion. Das ganze nutzte der DFB für seine Zwecke und hat versucht die Vereine dazu zu bringen gegen ihre eigenen Fans vorzugehen, natürlich hinter verschlossenen Türen. Dann kam der große Knall und der DFB hat alle Aussagen und Versprechen innerhalb eines Tages vom Tisch gewischt und seinerseits den Fanszenen ( wenn auch nicht so martialisch wie Dynamo ) den Krieg erklärt. So viel zum Thema DFB,ein Verband der selbst durch und durch kriminell und korrupt ist. Ein Verband der sich der historischen Wichtigkeit des Fußballs für das soziale, und Vereinsleben nicht mehr bewusst ist, und unseren Sport für die eigene Bereicherung missbraucht.

Zu den Medien brauch man als langjähriger Gladbachfan nicht mehr viel zu zu sagen. Positive Dinge sind uninteressant und jede Kleinigkeit, sei sie sportlicher oder fantechnischer Natur wird gnadenlos ausgeschlachtet. Erneut einzig zur persönlichen Bereicherung einiger Weniger.

Es sind weder die Hooligans ( wie in den 80 / 90er ), noch die Ultras und schon gar nicht die normalen Fans Schuld, dass der Fußball vor die Hunde geht, sondern ein Konglomerat aus verschiedenen Personen und Institutionen. Das sind:

1. Die Politiker, welche jede Kleinigkeit im Fußball zur eigenen Machtsicherung und Ablenkung missbrauchen. ( Thema: Überwachung / Extra-Fan-Steuer )

2. Die Verbände DFB / DFL, welche jede Möglichkeit nutzen unseren Sport zu missbrauchen und kaputt zu machen. Und das alles mit rechtlich sehr Fragwürdigen Taten ( Thema: Anstoßzeiten / Vermarktung / Paralleljustiz )

3. Die Polizei, welche Fußballfans gerne dazu missbrauchen neue Taktiken und Techniken auszuprobieren, da sie genau wissen, dass Fußballfans in Deutschland als einzige kein Anhörungsrecht haben.

4. Die Medien, welche seit der "tollen" WM 2006 kaum mehr kritisch Hinterfragen, was eigentlich ihr Job ist, sondern willfährig hinter dem DFB her rennen und sich große Auflagen erhoffen.

5. Die Konzerne / Investoren, welche unseren Sport zur Gewinnmaximierung auspressen und Ihn damit seiner Seele berauben.

6. Die Vereine und ihre Funktionäre, welche sich in eigenem Gewinnstreben willenlos den Sanktionen der Verbrecherverbände beugen und mit oftmals Unrechtmäßigen Dingen gegen Ihre eigene Fanbasis vorgehen. ( Thema: Kommerzialisierung der Fankurven / Ausnutzung des Hausrechts inklusive der illegalen Ausweitung auf alle Stadien / Illegale Weitergabe von Personeninformationen an die Polizei / Kein Widerstand gegen die unrechtmäßigen Bestrafungen seitens des DFB's )

7. Die Spieler, welche ebenfalls aus eigener Profitgier und mit Hilfe von nicht minder kriminellen Beratern, ganze Vereine ausquetschen und erpressen. Spieler, die auch das Vereinsleben wie wir es mal kannten zerstört haben, in dem sie eigentlich nur noch zu Gast sind für maximal zwei Jahre und somit keinerlei Identifikation mit dem Verein haben und auch keinerlei Identifikation den Fans ermöglichen.

8. Die Schiedsrichter a la Hoyzer, welche auch zur persönlichen Bereicherung auch heute noch Spiele verschieben und damit nicht nur im Sinne der Wett-Regelungen Millionen fachen Schaden anrichten, sondern unseren gesamten Sport der Lächerlichkeit Preis geben. ( Wer erinnert sich nicht an das Skandal-Halbfinale in Aachen ? )

Und dann können wir uns mit ein paar Deppen beschäftigen, welche meinen mit Pyrotechnik herum zu werfen, Züge zu zerkloppen oder Sinnlos Leute abzuziehen, welche mit der Thematik nichts zu tun haben.

Da glaubt ihr echt diese vllt 0,1% der Zuschauer sind Schuld daran, dass unser Sport kaputt geht ? Dieses 0,1 % was sich schon in den 20iger Jahren mit Regenschirmen gejagt hat ( Ja bei unserer Borussia ) ? Da hätte unser Sport aber schon vor sehr sehr vielen Jahren Kaputt gehen müssen.
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S3BY
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Re: Der Fussball...nur noch ein großer Witz?

Beitrag von S3BY » 15.08.2017 17:19

Das sehe ich ähnlich. Die paar XXX, die unbelehrbar sind, können nicht als Argument dienen, dass Fans den Fußball zerstören. Auch wenn wir keine Unschuldslämmer sind.
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Re: Der Fussball...nur noch ein großer Witz?

Beitrag von kurvler15 » 15.08.2017 19:43

Natürlich ist da vieles richtig, aber das Problem ist und bleibt, dass auch die aktiven Fanszenen momentan ein außerordentlich hohes Maß an Verantwortung haben. Die Aktionen beider Seiten waren schlicht und einfach dumm und ein Bärendienst an alle Fanszenen, Fanvertreter, Organisationen etc. die sich in den letzten Wochen den Hintern dafür aufreißen, das der Protest Ernst genommen wird und an Fahrt gewinnt. Derby hin, Derby her.

Genau das haben BILD und Co. gewollt. Genau das hat der DFB gewollt, und er kriegt es. Man hat seine Position gestern so ins Unermessliche gestärkt und die eigene Verhandlungsmacht so geschwächt wie sonst etwas.

Natürlich sind es nur 0,1%. Das weiß jeder. Dennoch haben die Verantwortlichen der aktiven Szenen dafür zu sorgen, dass man ein einziges Mal in dieser gottverdammten Zeit seine eigenen Interessen vielleicht hinter denen der gesamten Fussballlandschaft zurückstellt. Anders funktioniert dieser Protest nämlich nicht. Du kannst nicht protestieren und Kritik äußern und gleichzeitig solche Sachen planen und durchziehen. Dann bekämpfst du Feuer mit Öl und nicht mit Wasser. Und selbst wenn es Aktionen von Einzelpersonen oder Subgruppen sind, dann hat man auch da Verantwortung zu übernehmen und sich ggf. distanziert zu äußern und die Selbstreinigungsmechanismen zu ölen.

Aber das ist eben das große Problem des Protests. Er kann nur erfolgreich sein, wenn alle Szenen sich diszipliniert dem einen Ziel unterordnen - und zwar der Wahrung der Fankultur, der Fanrechte und des Sports. Wer weiterhin die Bühne für seine eigenen Grabenkämpfe, Machtspielchen und Schwanzvergleiche nutzt, schadet nicht nur sich selbst, sondern allen Fans, die in irgendeiner Form diesen Protest am Leben erhalten.

Die Fans machen die Fankultur nicht kaputt, das ist richtig. So etwas ist nicht neu, das ist auch richtig. Aber diese Fans machen 2 Dinge, die heute so stark vorhanden sind wie nie:

1) Sie servieren der Politik, dem DFB und den fankritisch eingestellten Medien Gründe auf dem Silbertablett wieso man diese Fankultur wegrationalisieren muss.

2) Sie liefern Gründe wieso niemals ein Dialog auf Augenhöhe stattfinden kann was den Protest eig. ad absurdum führt.
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Re: Der Fussball...nur noch ein großer Witz?

Beitrag von mgoga » 15.08.2017 20:20

Ok, ich selber finde Bengalos wenn sie wirklich "kontrolliert" abgebrannt werden und nicht fahrlässig oder sogar vorsätzlich auf andere, insbesondere Unbeteiligte, geworfen werden persönlich nicht sooo dramatisch.

Angesichts 32 zum Teil sehr brisanter Partien war auch die Zahl der Zwischschenfälle insgesamt nicht so hoch.

Aber offensichtlich greift die Bild ab sofort jeden noch so kleinen Zwischenfall für ihre leider nicht ganz unmassgebliche Stimmungsmache auf.

http://www.bild.de/sport/fussball/stadi ... .bild.html
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Re: Der Fussball...nur noch ein großer Witz?

Beitrag von El Mika » 15.08.2017 20:29

Ich glaube, dass diese ganze Sortiererei in Gruppen ("die" Ultras, "die" Fanszenen, "die" Fans etc.) total an der Problematik vorbeigeht. Es gibt nunmal Gruppen oder Individuen, die es schlichtweg nicht interessiert, was der DFB möchte (oder auch nicht) oder was irgendeiner Sache dienlich ist. "Die" Verantwortlichen einer Szene.....wer ist denn das bitte ?
Es gibt da offensichtlich Leute, die einfach drauf aus sind, aufzufallen - oder stur und rücksichtslos ihr Ding durchzuziehen. Ob mit Pyro oder Randale, ob Gesänge oder Banner. Und in den seltensten Fällen wird da etwas verhindert, weil es zum Einen viele nicht mitbekommen und zum Anderen eine viel größere physische Aggressivität auf der anderen Seite einen eben mehrfach drüber nachdenken lässt, da einzuschreiten.
Da hilft es einfach nicht, wenn "die" Verantwortlichen (nochmal: wer ist das ?) einer Szene ein Ziel ausgeben. Die Vorstellung, dass sich eben jeder allumfassend einem Ziel unterwirft ist in meinen Augen pure Träumerei.

Dass der DFB/ die DFL immer und immer wieder total lächerlich reagieren und medial so weit unterstützt werden, dass immer mehr nur latent am Fußball interessierte Menschen mittlerweile glauben, dass wer zum Fußball geht auch einen Sommerurlaub in Krisengebieten (zwecks Erholung) bucht, steht auf einem ganz anderen Blatt. Wer weiß schon, was wem letzten Endes mehr schadet.


Und so ganz nebenbei: die Zugehörigkeit von Pyrotechnik zur deutschen Fankultur wage ich in Frage zu stellen. Ich sage nicht, dass die da absolut nichts zu suchen hat, aber wo war die Pyrotechnik in den 80ern und davor ? Und warum werden keine Gashupen mehr benutzt - gehörten die nicht schon seit den 70ern zur deutschen Fankultur ? und Kutten erst - warum werden die nicht mehr so viel getragen wie in den 80ern und auch noch in den 90ern ?
Deshalb empfinde ich es als glatt gelogen, Pyrotechnik immer und immer wieder in dieser Diskussion als identitätsstiftendes Merkmal einer deutschen Fankultur anzupreisen. Und dann auch noch besonders vehement vorgetragen von Gruppen von Fans, die ihr komplettes Erscheinungsbild (oder Habitus) mehr oder weniger aus dem Italienischen abgekupfert haben....

Ich kann dem optischen Reiz von bengalischen Feuern durchaus etwas abgewinnen, aber ganz ehrlich: seitdem wir nicht mehr in nicht überdachten Kurven bzw. Stadien, aus denen das alles schnell abzieht, stehen, finde ich die Dinger nur noch zum Kotzen. Es stinkt, es brennt in den Augen, man kann das Spielfeld teilweise minutenlang nicht sehen...vielleicht bin ich zu alt geworden, aber meinetwegen dürfen Bengalos gerne aus den Stadien verschwinden.
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Re: Der Fussball...nur noch ein großer Witz?

Beitrag von mgoga » 15.08.2017 20:41

Dass ein Block, bei aller unverständlichen auch überzogenen Kritik seitens der Bild, von innen von "Fans" verschlossen wird ist allerdings auch für mich eine gänzlich neue Praxis und mit Sicherheit mehr als bedenklich.

Wenn die Polizei ihrerseits "ernst macht" und die Tür zum Block ihrerseits ebenfalls von aussen verriegelt und alle im Block befindlichen (zu einem Grossteil wahrscheinlich friedlichen und rein fussballorientierten) Personen weit nach Spielende einkassiert ist wieder mal keinem geholfen, es wird nur weiteres böses Blut geben und gerade die reinen Fussballabhänger von weiteren Stadionbesuchen abhalten.

Vielleicht ist das obere Foto auch in irgendeiner Form manipuliert oder missverständlich, aber ich weiss es momentan nicht anders zu deuten.

http://www.bild.de/sport/fussball/dfb-p ... .bild.html
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Re: Der Fussball...nur noch ein großer Witz?

Beitrag von 3Dcad » 15.08.2017 20:46

El Mika hat geschrieben:Ich kann dem optischen Reiz von bengalischen Feuern durchaus etwas abgewinnen, aber ganz ehrlich: seitdem wir nicht mehr in nicht überdachten Kurven bzw. Stadien, aus denen das alles schnell abzieht, stehen, finde ich die Dinger nur noch zum Kotzen. Es stinkt, es brennt in den Augen, man kann das Spielfeld teilweise minutenlang nicht sehen...vielleicht bin ich zu alt geworden, aber meinetwegen dürfen Bengalos gerne aus den Stadien verschwinden.
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Re: Der Fussball...nur noch ein großer Witz?

Beitrag von S3BY » 15.08.2017 21:05

Nein, dieses Foto ist zu 99% kein Fake. Denn wie in DIESEM Video zu sehen, wird die Tür bei 1:10 von einem Fan verriegelt. Ob dies der Polizei oder den Hertha Fans galt, weiß ich nicht, da die Berliner später versuchen in den Rostocker Block zu gelangen, vermutlich durch diese Tür.
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Re: Der Fussball...nur noch ein großer Witz?

Beitrag von borussenmario » 15.08.2017 21:10

In dem Video ist übrigens auch zu sehen, wie seitens der Rostocker in den Hertha Block geschossen wird (2:28), laut Macragge stimmt das ja auch nicht.
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Re: Der Fussball...nur noch ein großer Witz?

Beitrag von mgoga » 15.08.2017 21:16

In den allermeisten Fällen kann man ja von einer auslösenden Seite bzw. von mehr oder weniger "Schuldigen" sprechen bei solchen Szenen.

Aber ich finde, egal welche Videoversion man auch sieht, sind hier beide Seiten gleichermassen in höchstem Maße auf genau diese Eskalation aus.

War die ganze Zeit nur eine Frage wer von beiden Seiten den "Anfang" macht.
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Re: Der Fussball...nur noch ein großer Witz?

Beitrag von borussenmario » 15.08.2017 21:33

So sieht's aus. Waren ja auch alle gut und mit genügend Material zum verbrennen, schießen und vermummen bis hin zu dem sehr großen Schloss vorbereitet.
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Re: Der Fussball...nur noch ein großer Witz?

Beitrag von Einbauspecht » 15.08.2017 21:52

zitat eines rostock verantwortlichen


die denken von der wand bis zur tapete


:daumenhoch:


denken tun sie ja auch,
ca.0,5 mm klebstoff...
also hört doch bitte mal auf damit, dass die nicht denken. :wink:
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Re: Der Fussball...nur noch ein großer Witz?

Beitrag von raute56 » 15.08.2017 22:46

kurvler15 hat geschrieben:Natürlich ist da vieles richtig, aber das Problem ist und bleibt, dass auch die aktiven Fanszenen momentan ein außerordentlich hohes Maß an Verantwortung haben. Die Aktionen beider Seiten waren schlicht und einfach dumm und ein Bärendienst an alle Fanszenen, Fanvertreter, Organisationen etc. die sich in den letzten Wochen den Hintern dafür aufreißen, das der Protest Ernst genommen wird und an Fahrt gewinnt. Derby hin, Derby her.

Genau das haben BILD und Co. gewollt. Genau das hat der DFB gewollt, und er kriegt es. Man hat seine Position gestern so ins Unermessliche gestärkt und die eigene Verhandlungsmacht so geschwächt wie sonst etwas.

Natürlich sind es nur 0,1%. Das weiß jeder. Dennoch haben die Verantwortlichen der aktiven Szenen dafür zu sorgen, dass man ein einziges Mal in dieser gottverdammten Zeit seine eigenen Interessen vielleicht hinter denen der gesamten Fussballlandschaft zurückstellt. Anders funktioniert dieser Protest nämlich nicht. Du kannst nicht protestieren und Kritik äußern und gleichzeitig solche Sachen planen und durchziehen. Dann bekämpfst du Feuer mit Öl und nicht mit Wasser. Und selbst wenn es Aktionen von Einzelpersonen oder Subgruppen sind, dann hat man auch da Verantwortung zu übernehmen und sich ggf. distanziert zu äußern und die Selbstreinigungsmechanismen zu ölen.

Aber das ist eben das große Problem des Protests. Er kann nur erfolgreich sein, wenn alle Szenen sich diszipliniert dem einen Ziel unterordnen - und zwar der Wahrung der Fankultur, der Fanrechte und des Sports. Wer weiterhin die Bühne für seine eigenen Grabenkämpfe, Machtspielchen und Schwanzvergleiche nutzt, schadet nicht nur sich selbst, sondern allen Fans, die in irgendeiner Form diesen Protest am Leben erhalten.

Die Fans machen die Fankultur nicht kaputt, das ist richtig. So etwas ist nicht neu, das ist auch richtig. Aber diese Fans machen 2 Dinge, die heute so stark vorhanden sind wie nie:

1) Sie servieren der Politik, dem DFB und den fankritisch eingestellten Medien Gründe auf dem Silbertablett wieso man diese Fankultur wegrationalisieren muss.

2) Sie liefern Gründe wieso niemals ein Dialog auf Augenhöhe stattfinden kann was den Protest eig. ad absurdum führt.

Volle Zustimmung!!!!
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Re: Der Fussball...nur noch ein großer Witz?

Beitrag von S3BY » 15.08.2017 23:04

Seine Posts zu diesem Thema gehören eigentlich in Stein gemeißelt.
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Zaman
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Re: Der Fussball...nur noch ein großer Witz?

Beitrag von Zaman » 16.08.2017 07:18

@kurvler
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Re: Der Fussball...nur noch ein großer Witz?

Beitrag von kurvler15 » 16.08.2017 11:36

Erster überraschender Erfolg der Proteste: Vorerst keine kollektivstrafen mehr!

http://www.faszination-fankurve.de/inde ... s_id=16415
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BurningSoul
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Re: Der Fussball...nur noch ein großer Witz?

Beitrag von BurningSoul » 16.08.2017 11:40

Abwarten ob es wirklich so kommt. Trotzdem muss der Protest weitergehen. Keine Kollektivstrafen ist der erste kleine Schritt von ganz vielen, die der DFB und die DFL noch gehen muss.
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Re: Der Fussball...nur noch ein großer Witz?

Beitrag von don pedro » 16.08.2017 11:41

vermute nun aber das vereine statt zum beispiel 30tausend euro für durchgeknallte aktionen,dann bald 100tausend bezahlt die dann wieder auf alle fans umgelegt werden.im endeffekt bleibt es eine kollektivstrafe. :help: :noidea:
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Re: Der Fussball...nur noch ein großer Witz?

Beitrag von MG-MZStefan » 16.08.2017 16:18

Ein etwas längerer, differenzierter Artikel dazu, der u.a. auch auf die Kampagne der Blöd eingeht:

http://www.zeit.de/sport/2017-08/ultras ... ettansicht
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