Relegationsspiele (abschaffen?)

Der Ball ist rund, und ein Spiel dauert 90 Minuten. Wirklich? Im nationalen Fußball ist das oft anders.
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Relegationsspiele (abschaffen?)

Beitrag von dkfv » 10.04.2016 15:44

Die Ligen neigen sich langsam dem Ende zu und bald wird es wieder Relegationsspiele geben.
Innerhalb von zwei Spielen hat der Erstligist die Chance eine ganze verkorkste Saison, die einfach bestraft gehört, gerade zu biegen und das auf Kosten eines Zweitligisten, der in der Relegation um seinen Lohn gebracht wird. Meiner Meinung nach hat das nichts mit sportlich fairem Wettkampf zu tun, den man vorher in 34 Spielen leisten muss.
Bundesliga und K.O.-Spiele gehören einfach nicht zusammen, man führt ja auch keine Gruppenphase im DFB-Pokal ein.
Zudem wird durch die Relegation die Flukutation in der 1. Bundesliga verhindert. In den letzten Jahren wären Bochum, Kaiserslautern und der KSC aufgestiegen und wir, Hoffenheim und der HSV abgestiegen. Das hätte der Ausgeglichenheit im deutschen Fußball sicherlich gut getan.
Glaubt ihr, die Einnahmen und Spannung aus zwei Spielen sind es wert, die sportliche Gerechtigkeit aus 34 Spielen zu nehmen?

(ja ich weiß, die Relegation hat uns den Allerwertesten gerettet und die Efolgsstory der letzten 5 Jahre wäre nicht möglich gewesen. Trotzdem kann man das Thema objektiv angehen)
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Re: Relegationsspiele (abschaffen?)

Beitrag von kurvler15 » 10.04.2016 17:15

Gebe dir vollkommen Recht. Auch ich sehe die Relegationsspiele eher kritisch und finde auch, dass der Dritte der 2. Bundesliga direkt aufsteigen sollte.

Allerdings geht es eben um Geld. Die Liga nimmt durch die Relegationsspiele wahrscheinlich Millionen ein. Da wo es ums Geld geht, hört das Sportliche eben auf :wink:
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nicklos
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Re: Relegationsspiele (abschaffen?)

Beitrag von nicklos » 10.04.2016 17:17

Sportlich unfair bzw für die Erstligisten von Vorteil.

Ich bin dagegen, jedoch weiß man nicht, was dafür bezahlt wird von den Medien. Ist eben spannend. Außerdem sind wohl alle Bundesligisten dafür, in Liga zwei wahrscheinlich eher weniger.

Auf der anderen Seite darf der Zweitligist auch mal zeigen, dass er eben besser ist als ein Verein, der nur 16. wurde. Im Endeffekt geht es auch um Qualität.
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Re: Relegationsspiele (abschaffen?)

Beitrag von dkfv » 10.04.2016 17:53

nicklos hat geschrieben:Auf der anderen Seite darf der Zweitligist auch mal zeigen, dass er eben besser ist als ein Verein, der nur 16. wurde. Im Endeffekt geht es auch um Qualität.
Die Leistung von 34 Spielen sollte doch reichen um Qualität zu zeigen. Das darf über 2 Spiele nicht in Frage gestellt werden. Gerade wenn man die dadurch entstandenen Langzeitschäden sieht. Vielleicht wären Bochum oder Kaiserslautern ähnlich stabile Erstligisten wie Augsburg geworden.

Wenn man wirklich meint, das 34 Spiele nicht genug sind und noch 2 Finalspiele braucht, dann können wir uns bald über Meisterschaftsendspiele zwischen dem Ersten und Zweiten freuen oder die Plätze 2-6 Spielen die EL und CL Plätze nach der Saison nochmal unter sich aus. (glaube so ist das sogar in Belgien).
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Re: Relegationsspiele (abschaffen?)

Beitrag von nicklos » 10.04.2016 17:58

Ein Team was in der zweiten Liga so oft gewonnen hat und Dritter wurde, sollte zumindest in der Theorie gegen einen angeschlagenen Erstligisten gewinnen können.

Und wenn nicht, hat wahrscheinlich nicht die Qualität ausgereicht.
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Re: Relegationsspiele (abschaffen?)

Beitrag von kurvler15 » 10.04.2016 18:06

Das ist schon korrekt.. Allerdings ist es doch Wahnsinn, wenn man sich beispielsweise die letzte Saison ansieht. 34 Spieltage sind auf einmal egal, und am Ende schafft der HSV den Klassenerhalt durch einen unberechtigten Freistoß.
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Re: Relegationsspiele (abschaffen?)

Beitrag von dkfv » 10.04.2016 18:08

In der Praxis sind zwei Spiele aber ein ziemlich fragwürdiges Mittel um die Qualität einer ganzen Saison zu bestätigen! Was ist denn wenn ein Verein souverän die Tabelle anführt, sich gegen Ende 2-3 Stammspieler verletzen und man so am letzten Spieltag unglücklich Dritter wird? Dezimiert tritt man dann die Relegationsspiele gegen einen Erstligisten und verliert nichtmal, sondern scheidet wegen eines Heimgegentores mit zwei Remis aus. Super, echt :daumenhoch:
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Re: Relegationsspiele (abschaffen?)

Beitrag von nicklos » 10.04.2016 18:17

Wie gesagt, ich bin gegen die Relegation, jedoch kann ich auch Argumente dafür finden.
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Re: Relegationsspiele (abschaffen?)

Beitrag von dkfv » 10.04.2016 18:20

Zum Beispiel?
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Re: Relegationsspiele (abschaffen?)

Beitrag von kurvler15 » 10.04.2016 18:32

K.O.-Spiele in Form einer "PostSeason" (nichts anderes sind Relegationsspiele ja) sind allerdings schon eine geile Sache. Meiner Meinung nach werden durch PlayOffs (sowohl um den Meister, als auch um die Absteiger zu ermitteln) viele zusätzliche emotionale und tolle Apsekte mitgeliefert. Dies kann aber nur passieren, wenn die "PostSeason" auch richtig gewichtet ist. 2 Spiele inkl. Auswärtstorregel nach einer 34-Spiele Saison sind das für mich nicht...

Vielleicht könnte man auch über eine Serie Best of 3 nachdenken. Wer 2 Spiele gewonnen hat bleibt drin oder steigt auf. Jedes Spiel inklusive Verlängerung und Elfmeterschießen.. Sollte nach zwei Spielen es 1:1 in den Spielen stehen wird das Heimrecht noch einmal ausgelost und ein entscheidendes 3 Spiel wird gemacht. Das wäre zumindest für mich eine etwas fairer, da man danach wirklich sagen kann wer besser war und wer nicht.. Aber Hin- und Rückspiel mit Auswärtstorregel.. Ich weiß nicht..
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Re: Relegationsspiele (abschaffen?)

Beitrag von Robinso » 10.04.2016 18:33

Wenn die Relegation abgeschaffen wird, könnte es auch sein, dass es nur noch zwei Auf- und Absteiger gibt. Wäre dann die andere Seite.
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Re: Relegationsspiele (abschaffen?)

Beitrag von dkfv » 10.04.2016 18:52

kurvler15 hat geschrieben:K.O.-Spiele in Form einer "PostSeason" (nichts anderes sind Relegationsspiele ja) sind allerdings schon eine geile Sache. Meiner Meinung nach werden durch PlayOffs (sowohl um den Meister, als auch um die Absteiger zu ermitteln) viele zusätzliche emotionale und tolle Apsekte mitgeliefert.
Die PostSeson kommt vor allem aus den US-Sportarten, weil man da nicht akzeptieren kann/will, dass man auch nach einer Niederlage oder Remis Erfolgserlebnisse haben kann. In Europa wurde das Ergebnis aus einer Saison "jeder gegen jeden" eigentlich immer für ausreichend empfunden.

Viele Emotionen können auch negativ sein. Wenn es wirklich zur Relegation Frankfurt-Nürnberg kommen sollte, wird der Verlierer das sicherlich nicht akzeptieren. Die Feindschaft zwischen den Fanszenen sollte bekannt sein.
Allgemein provoziert man meiner Meinung nach durch die Relegation Pyrotechnik, Aussschreitungen und Platzstürme.

@Robinso: Mit zwei Auf- und Absteigern würde die DFL wenigstens zugeben, dass man die Fluktuation in der Bundesliga möglichst gering halten möchte!
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Re: Relegationsspiele (abschaffen?)

Beitrag von Goldenboy » 10.04.2016 18:59

dkfv hat geschrieben: Glaubt ihr, die Einnahmen und Spannung aus zwei Spielen sind es wert, die sportliche Gerechtigkeit aus 34 Spielen zu nehmen?
von was für einer Gerechtigkeit sprichst du? Wieso machen wir nicht vier direkte Absteiger oder fünf oder sechs ? MMn alles eine entsprechende Abwägung von Interessen der jeweiligen Vereine und letztlich "Verhandlungssache" innerhalb der DFL (Planungssicherheit vs Durchlässigkeit usw.).
So ist die Quote bei 1/2Liga 12:5, bei 2/3 Liga allerdings 2:5 für die Drittligisten! Ich find es gut, dass sich ein Ab/Aufstiegsplatz aus einem direkten Duell ergibt. Hat man einen gewissen Qualitätsvergleich. Und im Abstiegskampf in der jeweils höheren Liga wird so noch für einen Anreiz gesorgt, sich nicht allzu früh aufzugeben.
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Re: Relegationsspiele (abschaffen?)

Beitrag von Raute s.1970 » 10.04.2016 19:18

kurvler15 hat geschrieben:34 Spieltage sind auf einmal egal, und am Ende schafft der HSV den Klassenerhalt durch einen unberechtigten Freistoß.
Nein...34 Spieltage sind keineswegs egal. Denn in 34 Spielen hat es ein Zweitligist geschafft, 3. zu werden und hat damit die Chance in die 1. Liga aufzusteigen.

Nur weil es der HSV leider Gottes zweimal geschafft hat, kann man dieses doch nicht als Argument anführen.
Zweitligist und Erstligist haben beide dieselben Chancen. Da ist nichts ungerecht.
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Re: Relegationsspiele (abschaffen?)

Beitrag von steff 67 » 10.04.2016 19:30

Ich finde 3 direkte Aufsteiger aus Liga 2 einfach zu viel.
Der 3. soll sich erst mal beweisen..

Man sollte lieber die Relegationsspiele in der Regionalliga abschaffen.
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Re: Relegationsspiele (abschaffen?)

Beitrag von Leipner » 10.04.2016 19:50

Goldenboy hat geschrieben: von was für einer Gerechtigkeit sprichst du? Wieso machen wir nicht vier direkte Absteiger oder fünf oder sechs ? MMn alles eine entsprechende Abwägung von Interessen der jeweiligen Vereine und letztlich "Verhandlungssache" innerhalb der DFL (Planungssicherheit vs Durchlässigkeit usw.).

Ja, sehe ich auch so. Was wenn wir 3 direkte Auf-Absteiger haben und der 15. noch gegen den 4. spielt, ist das dann auch unfair ?

Ich finde Relegationsspiele grundsätzlich nicht schlimm.

und als ich noch Eishockeyfan war fand ich Playoffs schon sehr geil ;)
Man erarbeitet sich in der Saison eine gute Ausgangslage und dann muss man aber auch besser sein im direkten Vergleich und es reicht eben nicht nur, wenn man seine Punkte konstant gegen die kleineren Mannschaften holt. Und man versaut nicht mitten in der Saison die Spannung
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Re: Relegationsspiele (abschaffen?)

Beitrag von dkfv » 10.04.2016 20:55

Goldenboy hat geschrieben: MMn alles eine entsprechende Abwägung von Interessen der jeweiligen Vereine und letztlich "Verhandlungssache" innerhalb der DFL (Planungssicherheit vs Durchlässigkeit usw.).
Es ist doch klar, dass schonmal alle Erstligisten für die Relegation sind, da dadurch die Gefahr abzusteigen deutlich sinkt. Zudem sind wahrscheinlich auch viele Zweitligisten dafür, da so ein Absturz in die 3. Liga verhindert werden kann. Trotzdem ist es sportlich unfair!
Goldenboy hat geschrieben:So ist die Quote bei 1/2Liga 12:5, bei 2/3 Liga allerdings 2:5 für die Drittligisten! Ich find es gut, dass sich ein Ab/Aufstiegsplatz aus einem direkten Duell ergibt. Hat man einen gewissen Qualitätsvergleich.
Dieser Qualitätsvergleich ist doch Quatsch. Hier wird die Qualität eines ganzen Jahres in 2 Spielen verglichen. Da braucht man nur bei einem Spiel eine schlechte Tagesform und die Arbeit eins ganzen Jahres ist dahin.
Raute s.1970 hat geschrieben:Zweitligist und Erstligist haben beide dieselben Chancen. Da ist nichts ungerecht.
Wie im Eingangspost geschrieben:
"Innerhalb von zwei Spielen hat der Erstligist die Chance eine ganze verkorkste Saison, die einfach bestraft gehört, gerade zu biegen und das auf Kosten eines Zweitligisten, der in der Relegation um seinen Lohn gebracht wird."

Das ist gerecht? Was hat der Erstligist zu verlieren?
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Re: Relegationsspiele (abschaffen?)

Beitrag von borussenmario » 11.04.2016 00:10

dkfv hat geschrieben: Das ist gerecht? Was hat der Erstligist zu verlieren?
Nichts, sehe das genauso wie Du, es ist definitiv ungerecht.

Allerdings hat mich diese Ungerechtigkeit nicht ansatzweise gestört, als es für uns gegen Bochum darum ging, da bin ich auch ehrlich.
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Re: Relegationsspiele (abschaffen?)

Beitrag von Lattenkracher64 » 11.04.2016 07:52

steff 67 hat geschrieben:Ich finde 3 direkte Aufsteiger aus Liga 2 einfach zu viel.
Der 3. soll sich erst mal beweisen..

Man sollte lieber die Relegationsspiele in der Regionalliga abschaffen.


Du hast schon viele gute Dinge geschrieben - aber dieser Satz gehört für mich in die Top 5 :daumenhoch: :daumenhoch:
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Re: Relegationsspiele (abschaffen?)

Beitrag von FANausMV » 11.04.2016 07:54

Wie man für Relegationsspiele sein kann, ist mir unbegreiflich. Wenn ich sportlich den Aufstieg bzw. Abstieg "geschafft" habe, nach einer langen Saison, dann sollte das auch so umgesetzt werden. Das hat für mich nichts mit Kräftevergleich zu tun. Wenn man so begründet, müsste der Erste der Zweiten Liga gegen den letzten der Ersten Liga Spielen, weil da die Kräfteverhältnisse noch am nächsten wären.

Wenn schon wir im US-Sport, dann die NFL-Variante: Viele regionale Ligen, und die jeweils besten daraus spielen dann KO-Spiele gegeneinander.
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