Bayern München

Der Ball ist rund, und ein Spiel dauert 90 Minuten. Wirklich? Im nationalen Fußball ist das oft anders.
Salzstreuer
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Re: Bayern München

Beitrag von Salzstreuer » 29.02.2020 21:34

uli1234 hat geschrieben:
29.02.2020 21:29
Oder darf es in der Fusballblase nicht Menscheln wie im "normalen" Leben?
Du bezeichnest also Straftaten wie Steuerhinterziehung, Schmuggel, Sex mit Minderjährigen als "Menscheln"??

Alles klar
uli1234
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Re: Bayern München

Beitrag von uli1234 » 29.02.2020 21:37

Reiß doch noch mehr aus dem Kontext. Nicht öffentlich redet keiner drüber, aber öffentlich macht es das schlimmer? Steuerhinterziehung, Schuld beglichen, Strafe abgesessen!! Und? Uhren am Zoll nicht angemeldet? Strafe bezahlt? Und? Ribery bin ich ja bei euch, aber sonst? Ist Boateng schuldig gesprochen?

Und all das berechtigt, eine Person öffentlich so nieder zu machen? Finde den Unterschied.
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kurvler15
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Re: Bayern München

Beitrag von kurvler15 » 29.02.2020 21:52

Ich habe nie behauptet, dass es das rechtfertigt. Ich finde es nur vermessen, wenn ein Verein, der Straftäter nicht nur unterstützt, sondern darüber hinaus auch hofiert und teilweise sogar glorifiziert hat plötzlich für sich bei einer - für den Fussball - relativ üblichen Beleidigung entscheidet, eine gesamte Gruppe auszugrenzen für eine Sache, die im Vergleich (übrigens auch in Wertung des StGBs) deutlich weniger schwerwiegender ist, als die Sachen die man in den eigenen Reihen bereits hat.

Wie auch immer. Das "Problem" ist so alt wie sonst etwas. Schon vor 15 Jahren gab es solche Klassiker: https://www.youtube.com/watch?v=0t-gYG9SWc8. Es ist sicherlich keine "neue" Dimension oder sonst etwas.
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Re: Bayern München

Beitrag von Salzstreuer » 29.02.2020 21:52

uli1234 hat geschrieben:
29.02.2020 21:37
Steuerhinterziehung, Schuld beglichen, Strafe abgesessen!!
Wow, das war ja ne ganz harte Strafe. In dem "Knast", in dem er war, würden andere Leute gerne Urlaub machen!

13. März 2014: Das Landgericht München spricht Hoeneß wegen Hinterziehung von mindestens 28,5 Millionen Euro Steuern schuldig. Er wird zu dreieinhalb Jahren Haft verurteilt.

14. März 2014: Uli Hoeneß akzeptiert seine Haftstrafe und tritt mit sofortiger Wirkung von seinen Ämtern beim FC Bayern München zurück.

2. Juni 2014: Hoeneß tritt im Gefängnis von Landsberg am Lech seine Haft an.

1. Januar 2015: Hoeneß wird Freigänger. Er muss jetzt nur noch zum Übernachten in die JVA, tagsüber arbeitet er in der Jugendabteilung des FC Bayern.

3. November 2015: Der Anwalt von Hoeneß bestätigt, dass sein Mandant einen Antrag auf vorzeitige Haftentlassung gestellt hat.


18. Januar 2016: Die für das Landsberger Gefängnis zuständige Strafvollstreckungskammer des Landgerichts Augsburg entscheidet, dass die Haftstrafe zum 29. Februar zur Bewährung ausgesetzt wird.

22. Januar 2016: Die Münchner Staatsanwaltschaft verzichtet auf eine Beschwerde dagegen, lässt aber durchblicken, dass sie gegen die sogenannte Halbstrafenregelung bei Hoeneß ist.

29. Februar 2016: Hoeneß wird wie geplant vorzeitig aus der Haft
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Re: Bayern München

Beitrag von kasu » 29.02.2020 21:58

Hört sich vielleicht blöd an aber wenn eine Kurve sich verbal gegen die Gegnerische Kurve lautstark äußert, ist das für mich etwas anderes als wenn in einigen Stadion massiv eine Person, in dem Fall Hopp, angegangen wird. Hier wird ein Mensch geteert und gefedert durchs Dorf getrieben und da sind sich plötzlich die Proleten vieler ansonsten verhasster Vereine eing.
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Re: Bayern München

Beitrag von Boralle » 29.02.2020 22:11

kurvler15 hat geschrieben:
29.02.2020 21:52

Wie auch immer. Das "Problem" ist so alt wie sonst etwas. Schon vor 15 Jahren gab es solche Klassiker: https://www.youtube.com/watch?v=0t-gYG9SWc8. Es ist sicherlich keine "neue" Dimension oder sonst etwas.
Ja, gab es schon immer und gehört bis zum gewissen Grad auch dazu. Und sollte auch so bleiben. Problem ist nur daß es Ausmaße annimmt die so einfach nicht mehr gehen, Stichwort „Fadenkreuz“. Insofern würde ich dir widersprechen daß es keine „neuen Dimensionen“ sind. Wie und wo da die Grenzen zu ziehen sind ist natürlich schwierig zu entscheiden. Aber so lange da keine Lösungen gefunden sind müssen eben auch unpopuläre Maßnahmen ergriffen werden wie Kollektivstrafen. Ob da z.B. das Entziehen des Fanclub-Status wirklich angemessen ist wage ich zwar auch zu bezweifeln. Aber irgend was muß m.E. kurzfristig passieren bevor das Ganze komplett eskaliert.
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Re: Bayern München

Beitrag von HerbertLaumen » 29.02.2020 22:13

Mir wird um dieses Zeug viel zu viel Wind gemacht, wegen sowas Spiele abzubrechen wäre hochgradig lächerlich. Hopp sollte den Unsinn einfach ignorieren, auf dem niedrigen Niveau kann er nur verlieren.
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Re: Bayern München

Beitrag von Macragge » 29.02.2020 22:13

Ja aber offensichtlich ging es dem DFB ja nicht um das Fadenkreuz, sondern die allgemeine Stimmung gegen Hopp. Haben sie ja heute mehrfach eindeutig gezeigt. So mit ist auch vielen Kritikern hier der Wind aus den Segeln genommen worden. Der DFB will Fans die sich nicht mehr kritisch äußern und sind dabei zu allem bereit.
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Re: Bayern München

Beitrag von Raute im Herzen » 29.02.2020 22:22

Die Fadenkreuze sind doch auch nichts Neues.
Minute 4.
https://youtu.be/qgcJnhi4q8o
Total neue Dimensionen..
Das Ganze wird jetzt aber noch mehr ausarten und warum? Weil Hopp diesen Kindergarten einfach nicht ignorieren kann.
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Re: Bayern München

Beitrag von kasu » 29.02.2020 22:29

Raute im Herzen hat geschrieben:Weil Hopp diesen Kindergarten einfach nicht ignorieren kann.
Warum sollte er? Würde ich auch nicht.
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Re: Bayern München

Beitrag von uli1234 » 29.02.2020 22:55

Sorry salzstreuer, nimm den Namen uli h.weg und tausche ihn gegen gegen max Mustermann. Wird er all diese Privilegien nicht bekommen? Das ist ne kurzstrafe, damit gehst halt in den offenen Vollzug. Da darfst dann arbeiten, am we nach Hause. Hat was mit positiver Sozialprognose zu tun.

Das waren 3 dunkle Jahre, dagegen stehen 47 helle. Was gewinnt denn bei dir? Natürlich die dunklen Jahre, weil es gerade in den Kram passt und Null mit dem zu tun hat, worum es eigentlich geht.

Stell dir vor, du lebst im Dorf und jeden Tag hängt dieses schöne Wort xxxsohn als Plakat an deinem Haus. Siehst drüber hinweg oder? Und die, die dich so nennen, bleiben anonym, weil sie keine Eier haben, dir das ins Gesicht zu sagen, du dich nicht dagegen wehren kannst. Die nutzen ein Stadion als rechtsfreien Raum, aber ich hoffe irgendwann kommen diejenigen, und reissen den vermummten die Maske vom Kopf......
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Re: Bayern München

Beitrag von nicklos » 29.02.2020 23:10

Etwas gesitteter kann es in der Liga gerne zugehen. Klar ist es Fußball und nicht immer höflich, aber die Ultras nerven schon länger mit so sinnlosen Plakaten.

Der Gesellschaft tut es schon gut, wenn Stars auch mal Zeichen setzen. Vielleicht kommen wir so ein kleines Stück mehr Respekt zurück in die Gesellschaft. Ist ja nicht nur im Fußball langsam unerträglich mit diesen "Meinungsäußerungen".

Das Hopp jetzt nicht Everybodys Darling ist und er auch gelassener reagieren könnte, ist eine andere Sache. Man würde ja auch nicht gerne beleidigt werden vor den Augen der Welt. Insofern kann man ihm die Reaktion nicht mal böse nehmen.
Dieses künstliche Hochziehen von Retortenclubs kann man gerne weiter sachlich stark kritisieren.
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rifi
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Re: Bayern München

Beitrag von rifi » 29.02.2020 23:15

Macragge hat geschrieben:
29.02.2020 22:13
Ja aber offensichtlich ging es dem DFB ja nicht um das Fadenkreuz, sondern die allgemeine Stimmung gegen Hopp. Haben sie ja heute mehrfach eindeutig gezeigt. So mit ist auch vielen Kritikern hier der Wind aus den Segeln genommen worden. Der DFB will Fans die sich nicht mehr kritisch äußern und sind dabei zu allem bereit.
Das als kritische Äußerung abzutun ist schon heftig. Ganz ehrlich, für Menschen, die sich so äußern, fehlt mir jeder Respekt.

Ich persönlich denke, dass die Beteiligten an diesen Aktionen sich entweder in einen Hass verrannt haben, aus dem man sie rausholen muss. Oder es fehlt ihnen schlicht die Intelligenz ihr Verhalten zu reflektieren und dessen Konsequenzen und Auswirkungen richtig einzuschätzen. Zum Glück scheinen solche Personen in der Minderheit, so verzweifelt sie auch auf sich und ihre "Meinung" aufmerksam zu machen versuchen.

Im Ergebnis wird nun erreicht, dass sich große Teile der Fußballszene mit Hopp solidarisieren. Man wird wohl genau das Gegenteil des eigentlichen Ziels erreichen. Oder ist das eigentliche Ziel die Aufmerksamkeit, weil man auch gerne mal ein bisschen im Mittelpunkt stehen würde?

Zum Thema, dem FC Bayern: So wenig ich von ihrer Führungsriege halte, heute haben sie sich vorbildlich verhalten und gerade Rummenigge mit seinen klaren Aussagen gefiel mir gut.
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Re: Bayern München

Beitrag von kurvler15 » 01.03.2020 01:04

Dennoch sollte man auch ein wenig auf dem Teppich bleiben. Die Statements sind alle nett, aber das in dieser Causa gleichzeitig Wörter wie Rassismus, Antisemitismus etc. fallen und alles in einen Topf geworfen wird, halte ich für wenig zielführend. Denn ich denke der DFB hat keine Ahnung, was ein Glück er in dieser Hinsicht mit seinen Kurven hat. Im Gegensatz zu vielen anderen Ländern, die massive und EXISTENTE Probleme dszbzgl. haben wir sogar viel mehr Kurven, die sich sehr stark für eine vielfältige Gesellschaft engagieren. Die Schickeria gehört bspw. ironischerweise dazu.

In diesem Sinne verwässert man mMn real existierende und besorgniserregende Probleme der Gesellschaft mit dem Fingerzeig auf den Fussball, der diese Probleme in dem Ausmaß wie er nun projeziert wird überhaupt nicht in dem Maße hat. Ausgelöst von Aktionen gegen eine Einzelperson, die in keinerlei Zusammenhang mit diesen Problemen steht. Das finde ich persönlich viel gefährlicher als eine Beleidigung gegen eine Einzelperson.

Nur noch absurder wird es, wenn der Rassismus (Tönnies und/oder Torunarigha) wirklich reinkickt, und das Thema kaum aufgenommen wird. Es keine Statements von allen Seiten gibt. Und die Strafe für Schalke im Fall Torunarigha (50k) wirklich lächerlich erscheint und es keinen juckt, dass selbige Vorfälle im Paderborn-Spiel wieder auftreten. Aber bei Herr Hopp dreht die Welt komplett durch und holt den ganz großen Rundumschlag raus.. Ich komme da nicht ganz hinter.
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Re: Bayern München

Beitrag von Siegener » 01.03.2020 01:11

Du hast vollkommen recht, bist allerdings eine der hier überaus raren Stimmen, die noch differenziert. Das ist leider hier selten geworden...
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rifi
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Re: Bayern München

Beitrag von rifi » 01.03.2020 01:29

Ganz ehrlich: Ich sehe das hier weniger Hopp-spezifisch. Für mich ist das gerade eine Aneinanderreihung von Vorfällen die inakzeptabel sind. Und trotz aller Differenzierung, gemein ist den genannten Punkten der Hass. Und dieser sollte bekämpft werden. Nicht nur im Fußball. Aber dieser kann Vorbild für die Gesellschaft sein.

Natürlich darf es nicht sein, dass es nun nur um die Person Dietmar Hopp geht. In Fällen von Rassismus bspw. gilt es genauso zu handeln. Nur sind die Botschaften gegen Hopp aus meiner Sicht klarer zu vernehmen als bspw die rassistischen Verhaltensweisen.

Auch widerspreche ich bezüglich des DFB. Der weiß schon welches Glück er hat. Deshalb ist bislang ja auch nichts passiert. Jetzt gerade scheint man erst aufzuwachen. Und auch wenn es in anderen Ländern problematischer ist, ist das kein Grund, die Vorkommnisse hier dadurch anders zu bewerten und zu behandeln.

Auch muss man sicher sagen, dass Ultra nicht gleich Ultra ist. Das wird aktuell auch vergessen.
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Re: Bayern München

Beitrag von kurvler15 » 01.03.2020 02:09

rifi hat geschrieben:
01.03.2020 01:29
Ganz ehrlich: Ich sehe das hier weniger Hopp-spezifisch. Für mich ist das gerade eine Aneinanderreihung von Vorfällen die inakzeptabel sind. Und trotz aller Differenzierung, gemein ist den genannten Punkten der Hass. Und dieser sollte bekämpft werden. Nicht nur im Fußball. Aber dieser kann Vorbild für die Gesellschaft sein.
Bin ich voll dabei. Nur ist der Fussball dafür niemals das Vorbild. Dafür ist er einfach zu sry Proletenhaft. Handball kann dafür ein Vorbild sein, für Respekt und miteinander. Ist es auch für mich. Aber Fussball wird immer der Sport sein, der derb ist. Zumindest solange der DFB noch die Fankultur zulässt. Ich weiß das ist schwer zu begreifen, aber eine Fisch wird genausowenig fliegen können wie das der Fussball irgendwann ein Fanverhalten hat wie die Snooker WM oder Golf. Er wird immer derb und vulgär sein und oftmals auf der Grenze zwischen Anstand und Drüber wandeln. Alles andere wäre eine Illusion.
Natürlich darf es nicht sein, dass es nun nur um die Person Dietmar Hopp geht. In Fällen von Rassismus bspw. gilt es genauso zu handeln. Nur sind die Botschaften gegen Hopp aus meiner Sicht klarer zu vernehmen als bspw die rassistischen Verhaltensweisen.
Aber es macht den Anschein. Torunarigha ist für mich einfach das beste Beispiel. Er wird rassistisch angegangen und es passiert nichts im Spiel. Schalke wird verdonnert, 50.000 Euro Strafe. Eine Woche später wieder rassistische Ausfälle gegen schwarze Spieler des SC Paderborns. Wer wusste das denn? Ich musste das in einer kleinen Anzeige im WDR lesen.

Dann unser Ding letztens mit Bibiana Steinhaus. Die wurde das ganze Spiel über von vielen aus der Kurve (und wir alle wissen, das ging damals weit über die Ultras raus), und dafür schäme ich mich bis heute, als H.ure beschimpft. Was ist da passiert? Wurde das Spiel abgebrochen? Unterbrochen? Und ja der wäre verständlich gewesen.

Aber irgendwie scheint Hopp dann das Maß aller Dinge zu sein und über allem zu stehen. Bei keinen anderen, der Gott sei Dank wenigen, mMn deutlich krasseren Fehltritten wurde auch nur entfernt so eine Eskalationswelle losgetreten wie bei Hopp. Ich würde es einfach nur gerne nachvollziehen können.
Auch widerspreche ich bezüglich des DFB. Der weiß schon welches Glück er hat. Deshalb ist bislang ja auch nichts passiert. Jetzt gerade scheint man erst aufzuwachen. Und auch wenn es in anderen Ländern problematischer ist, ist das kein Grund, die Vorkommnisse hier dadurch anders zu bewerten und zu behandeln.
Nein, aber es zeigt, dass die Kurven sich in normalen Umständen in den Jahren immer soweit im Griff hatten, dass bis auf wenige Ausnahmen keine der jetzt aufgebauschten Problemfelder in den Vordergrund getreten sind. Schalke hat ganz klare Kante gegen Tönnies gezeigt, Frankfurt gegen Salzburg -> Klare Kante gegen Rechts. Und auch die Schickeria, so hart bestraft wie sie nun ist, ist in München ein wichtiges Korrektiv in der Kurve damit Vielfalt und Bekämpfung von Rassismus nicht nur ein schöner Spruch auf einer roten Karte oder in einem Text eines Kapitäns vor einem Spiel ist, sondern auch gelebt wird.

Denn das was DFB und UEFA immer so super duper auf die Banden schreiben, wird eigentlich vielerlei vor Ort in den Kurven realisiert. Nicht von den Verbänden. Das sollte man auch nie aus den Augen lassen. Das De Kull oft im Jahr nach Ausschwitz fährt mit den Jugendlichen etc. wird nicht vom DFB finanziert. Es wird wahrscheinlich nicht einmal wahrgenommen.

Deswegen meinte ich, manchmal glaube ich ist man dann doch zu vorschnell. Ich persönlich, ganz persönlich, sehe keine Verschärfung der Situation.
Auch muss man sicher sagen, dass Ultra nicht gleich Ultra ist. Das wird aktuell auch vergessen.
Das ist in der Tat so. Das gilt für jede Szene und selbst innerhalb der Szene ist eine Ultra-Gruppierung wahrschienlich genauso heterogen wie die gesamte Kurve.
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Re: Bayern München

Beitrag von Nocturne652 » 01.03.2020 04:23


kurvler15 hat geschrieben: Nur noch absurder wird es, wenn der Rassismus (Tönnies und/oder Torunarigha) wirklich reinkickt, und das Thema kaum aufgenommen wird. Es keine Statements von allen Seiten gibt. Und die Strafe für Schalke im Fall Torunarigha (50k) wirklich lächerlich erscheint und es keinen juckt, dass selbige Vorfälle im Paderborn-Spiel wieder auftreten. Aber bei Herr Hopp dreht die Welt komplett durch und holt den ganz großen Rundumschlag raus.. Ich komme da nicht ganz hinter.
All das ist abscheulich. Sowohl deine genannten rassistischen Vorfälle, als auch die fortwährenden, persönlichen Beleidigungen gegen Hopp. Das mag jeder für sich gewichten, wie er mag. Beides möchte ich in Stadien nicht sehen.


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Re: Bayern München

Beitrag von Zaman » 01.03.2020 05:53

ich hab ja schon geschrieben, dass ich sicher bin, dass die Bayern das niemals bei einem kritischen Spielstand so gehanhabt hätten, noch hätten es die Hoffenheimer getan, dafür hängt viel zu viel von diesen Punkten ab. Da ist es natürlich wesentlich einfacher, Meinungsmache zu betreiben, wenn man 6:0 führt und auf der anderen Seite eh nix mehr zu gewinnen hat. Da kann man sich so richtig schön in Szene setzen und sich als Gutmenschen aufspielen, wie es der Herr Rummenigge und sein Club gemacht haben. Nichtsdestotrotz fand ich die Aktion dennoch auch gut.
Die Frage bleibt immer noch, wo werden in Zukunft Grenzen gegen die richtigen Übeltäter gesetzt werden und nein, das ist nicht der Herr Hopp. Sein einziges persönliches Vergehen war doch in Augen vieler, dass er so viel Geld in diesen Verein gepumpt hat. Alle anderen Dinge sollten sich doch eher gegen das Konstrukt richten und nicht gegen diese eine Person. Er hat mit Sicherheit nicht persönlich diese komische Beschallungsanlage montiert oder befohlen ,sie zu montieren, zumindest gilt auch hier die Unschuldsvermutung bis zum Schuldspruch. Der niemals erfolgt ist. Von daher sollte man sich eher darauf konzentrieren in Zukunft konstruktive und kreative Kritik zu äußern. In meinen Augen hätte er von Anfang an das alles einfach ignorieren sollen und sich nicht mit seinen Anklagen auf das Niveau derer hinunter geben sollen, die damit angefangen haben. Ich bin mir sicher, dass er da etwas ins Rollen gebracht hat, was bei Ignoranz niemals so entstanden wäre.
Übrigens Thema Beschallungsanlage, glaubt ihr ernsthaft, das Trillerpfeifengedöns wäre weniger schädlich für unbeteiligte Zuschauer? Nein, im Gegenteil. Aber da ist das dann natürlich vollkommen in Ordnung.
Die, die gestern auf diese Weise mit den BAnnern Stimmung gemacht haben, haben in der Tat dem Club Bayern München einen Bärendienst erwiesen, nur halt anders, als sie es gerne gehabt hätten. Die Bosse sonnen sich jetzt in den Medien, dass sie ja ach so solidarisch und gut sind. Aktion gelungen, Thema verfehlt und Ergebnis war ein Schuss, der mächtig nach hinten losgegangen ist. So erreicht man keine Diskussion um die Inhalte, die man eigentlich vermitteln will. Nämlich das genaue Gegenteil. Niemand wird nachfragen "hey, warum macht ihr das ständig und was ist der Kontext dabei", weil man sich mit solchen Aktionen schon davon abgrenzt überhaupt diskussionsfreudig zu sein und auch mal einzusehen, dass man über das Ziel hinaus geschossen ist.
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Re: Bayern München

Beitrag von zaskar » 01.03.2020 07:21

sehr gut geschrieben, Sabine :daumenhoch:
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