Nach dem Spiel ist vor dem Spiel

Ausgekontert oder aus der Tiefe des Raumes? Über Spielsysteme, Taktik und Mannschaftsteile kann man sich hier die Köpfe heiß diskutieren.
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HerbertLaumen
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Re: Nach dem Spiel ist vor dem Spiel

Beitrag von HerbertLaumen » 14.10.2013 09:14

Gegenpressing ist mMn. das sofortige Pressing nach einem Ballverlust mit dem Ziel, den Ball sofort zurück zu erobern.
mitja

Re: AW: Nach dem Spiel ist vor dem Spiel

Beitrag von mitja » 14.10.2013 09:43

Das ist natürlich eine sehr kurze und richtige Defenition. Sie grenz das Gegenpressing aber zu wenig von der F-Jugend Taktik "Hühnerhaufing" ab. :wink:
Mir geht es ja auch um die Frage, warum kann man das nicht mal ebenso einführen, bzw warum spielen wir nicht so. Ich sehe einen Vorteil für Ballbesitz-Mannschaften und das will Favre auch spielen. Auf der Couch kan man das halt leicht fordern, aber mMn hängt da ein langer Rattenschwanz von Konsequenzen dran.
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HerbertLaumen
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Re: Nach dem Spiel ist vor dem Spiel

Beitrag von HerbertLaumen » 14.10.2013 10:32

Warum man das nicht mal eben schnell-schnell einführen kann? Weil es sich deutlich vom "Hühnerhaufing" (geiles Wort :lol: ) abgrenzt. Es reicht nicht, dass sich 2 oder 3 Mann wie wild auf den ballführenden Gegner stürzen, da müssen alle Mannschaftsteile und auch alle Spieler mitmachen, jeder muss genau wissen, was er in welcher Situation zu tun hat und was sein Mitspieler macht. Wenn da nur ein Spieler pennt, kann Gegenpressing auch böse ins Auge gehen, weil man sehr hoch steht und somit anfällig für Konter ist. Die Spieler müssen also 90 Minuten hellwach und gut in der Balleroberung, Ballweiterleitung bzw. Spieleröffnung sein, man will den gerade eroberten Ball ja nicht direkt wieder herschenken. So eine Spielweise muss akribisch mittels Spielformen einstudiert werden, bis es alle Spieler verinnerlicht haben, auch die Ergänzungsspieler müssen das alles lernen und beherrschen. Bei uns sehe ich das Problem, dass wir dafür noch viel zu wenig Ball- und Passsicherheit haben, auch weil wir oft zu überhastet spielen.
mitja

Re: AW: Nach dem Spiel ist vor dem Spiel

Beitrag von mitja » 14.10.2013 11:53

Da sind wir uns eigentlich, so weit ich sehe, alle einig (s. mein erster Post von gestern).
Es bleibt eine taktische Kosten/Nutzen Rechnung. Man muß Gegenpressing auch nicht über 90 Minuten spielen, es könnte z.B. bei Rückstand eingesetzt werden. Dann muß man eh ein Risiko eingehen und es ist nur für eine beschränkte Zeit. Die konditionellen Voraussetzungen werden ja mMn häufig unterschätzt, da es z.B. die Sprintfähigkeit über 90min + X voraussetzt. Man könnte jetzt auch elegant zum Thema Doping überleiten, von dem ja immer noch einige meinen, es würde im Mannschaftssport keinen entscheidenden Vorteil bringen. :wink:
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AlanS
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Re: Nach dem Spiel ist vor dem Spiel

Beitrag von AlanS » 14.10.2013 22:07

So ganz ähnlich sehe ich unsere Interpretationen dann doch wieder nicht. Gerade jetzt in der Nachbetrachtung treten Unterschiede im Verständnis auf.
mitja hat geschrieben:Es bleibt eine taktische Kosten/Nutzen Rechnung. Man muß Gegenpressing auch nicht über 90 Minuten spielen, es könnte z.B. bei Rückstand eingesetzt werden. Dann muß man eh ein Risiko eingehen und es ist nur für eine beschränkte Zeit.
Eins muss dem Trainer bewusst sein: Diese Taktik (Ballbesitzorientierung plus aggressives Pressing plus Gegenpressing) geht nur mit elf dafür in jeder Hinsicht geeigneten Spielern auf dem Platz - also braucht man ebenso geeignete Spieler auf der Ersatzbank. Trainer von Mannschaften, die diese Spieler auch haben, wählen ja gerade diese Tatktik, weil sie damit am wenigsten Risiko eingehen und gleichzeitig die meisten Erfolgschancen haben. Es geht dabei ja insbesondere um Risikovermeidung. Diese Mannschaften haben ja auch überragende Tordifferenzen.

Risiko geht der Trainer dann ein, wenn er diese Taktik wählt, aber nicht wirklich die Spieler dafür hat. Dann muss bei der Taktik so ein Kompromiss eingegangen werden, wie du ihn oben nennst. Halt nicht dauernd über die ganzen 90 min, sondern kurzzeitig immer wieder mal.
Aber auch darin steckt noch immer genug Risiko, weil es ja für die Spieler nicht einfacher wird, wenn man die Spielweise mehrfach während des Spiels umstellt. Für mich stellt sich daher schon die Frage, ob man dann auch überhaupt so einen Kompromiss eingeht. FaBeo und ich waren uns zuguterletzt einig, dass man gegen die Übermannschaften sogar auf Konter spielen sollte, gegen die anderen aber diesen Kompromiss spielen lässt oder sogar auch mal richtig dominant auftritt.
Nothern_Alex hat geschrieben:Ich sehe das Ganze aber nicht als den Schlüssel auf den Weg zum Erfolg. Zum einen ist der Kräfteverschleiß schon groß, zum Ende hin bauen die Mannschaften eher ab als das sie noch mal eine Schippe drauflegen können. Wenn das Spiel zum Ende also nicht entschieden ist, sehe ich die gegenpressende Mannschaft im Nachteil.
Das lässt sich wohl sehr schwer belegen, was du hier schreibst. Denke ich an Barca, Bayern, Spaniens Nati, etc., dann gibt es eine Unmenge an Spielen, in denen diese Ticki-Tacka-Mannschaften erst in den letzten Minuten des Spiels den Sieg sichern konnten, weil sie den Gegner dann endlich müde gespielt hatten.
Nothern_Alex hat geschrieben:Aus dem Grunde sehe ich Gegenpressing auch nicht als Standard.
Da habe ich mich vielleicht etwas missverständlich ausgedrückt. Jedenfalls bringst du diesen Satz in einen anderen Zusammenhang, als ich meinte. Standard sollte es heute für jede BuLi-Mannschaft sein, im Defensivverhalten das Gegenpressing auch zu beherrschen, wenn man nicht von einer aggressiv pressenden Mannschaft zerlegt werden möchte.
Ein perfektes Beispiel ist unser Spiel gegen Dortmund. Unsere Mannschaft hat mit dem Offensiv-Gegenpressing der Dortmunder wirklich sensationell mitgehalten. Man schaffte es zwar nicht mehr, koordiniert herauszuspielen, aber man man kam durch das defensive Gegenpressing nach immer wieder erneutem Ballverlust immer wieder in die Zweikämpfe. Das war mMn eine wirklich sensationelle Willens- und Disziplinleistung unserer Mannschaft. Es gab sehr viele Situationen, da wechselte der sehr energisch umkämpfte Ballbesitz drei vier fünf mal das Team, bis dann endlich eine Mannschaft sich etwas frei spielen konnte, um in die nächste solche Situation zu geraten. Dieser Kampf um den zweiten dritten vierten ... Ball ist doch gerade das Gegenpressing. Wer da pennt, hat das Nachsehen.
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Bruno
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Re: Nach dem Spiel ist vor dem Spiel

Beitrag von Bruno » 14.10.2013 23:51

AlanS hat geschrieben:Gegenpressing ist mMn nichts anderes, als ein sofortiges Umschalten nach Ballverlust von Angriff auf Defensivarbeit.
Das würde ich noch einen kleinen Schritt weiter führen. Nämlich die sofortige aggressive Rückeroberung des Balles, allerdings nicht wie hier beschrieben unter Gefährdung der Grundordnung. Dabei ist die Aggressivität der entscheidende Faktor , weil damit der ballführende bzw. gerade angespielte Gegner sofort massiv unter Druck gesetzt. Dies wiederum führt statistisch gesehen zu einer hohen Quote an Ballverlusten/Fehlpässen.
Wenn ich mich aber noch recht an die Ursache für meine ketzerischen Gedanken in den letzten Wochen erinnere, ging es in weiten Teilen der Diskussion um die Frage, warum nahezu alle Mannschaften gegen uns ein sehr aggressives Pressing spielen, meistens auf Höhe des 16ers angreifen und viel Kraft investieren um unseren Spielaufbau zu stören und wir tun das nicht. Dieses aggressive Pressing ist ja der Hauptgrund, warum wir so viel hinten rum spielen. Damit kann man jede Mannschaft in Schwierigkeiten bringen. Wir dagegen machen das vor der Mittellinie eher halbherzig bis gar nicht, zuletzt hatte ich häufiger Kruse beobachtet, wie er seine Mitspieler animierte mit zu pressen.
Mir ist überhaupt nicht klar, ob das vom Trainer gewollt ist, oder ob die Spieler das nicht richtig umsetzen.
Für diese Fragen habe ich bisher noch keine vernünftige Erklärung gelesen und wäre wirklich dankbar, wenn jemandem etwas dazu einfällt.
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Re: Nach dem Spiel ist vor dem Spiel

Beitrag von AlanS » 15.10.2013 00:39

Bruno hat geschrieben: Nämlich die sofortige aggressive Rückeroberung des Balles, allerdings nicht wie hier beschrieben unter Gefährdung der Grundordnung. Dabei ist die Aggressivität der entscheidende Faktor , weil damit der ballführende bzw. gerade angespielte Gegner sofort massiv unter Druck gesetzt. Dies wiederum führt statistisch gesehen zu einer hohen Quote an Ballverlusten/Fehlpässen.
Yep, das hatte ich schon auch so erklärt:
AlanS hat geschrieben:Der Ballführende wird nicht umkreist, sondern unter Druck gesetzt, attackiert, damit er keine Zeit bekommt, kontrolliert zu passen bzw. zu dribbeln. Dabei kann es schon mal so aussehen, als würde er umkreist. Auf sehr engem Raum (etwa im 16er-Bereich) ist es dann auch tatsächlich so.
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Re: Nach dem Spiel ist vor dem Spiel

Beitrag von AlanS » 15.10.2013 00:49

Bruno hat geschrieben:Mir ist überhaupt nicht klar, ob das vom Trainer gewollt ist, oder ob die Spieler das nicht richtig umsetzen.
Für diese Fragen habe ich bisher noch keine vernünftige Erklärung gelesen und wäre wirklich dankbar, wenn jemandem etwas dazu einfällt.
Hm, ich habe eigentlich gehofft, dass du auf so eine Frage eine Antwort bei mir erkennen kannst.

Für mich ist es bisher schon deutlich zu beobachten, dass wir noch zu fehlerhaft spielen und dem Gegner zu viele Freiräume gewähren, wenn wir offensiv aggressiv pressen wollen.
Das sind doch meist dann die Spiele, in denen wir toll mitspielen, kein Tor machen, aber dann doch einen Konter einfangen. Allerdings hatten wir bisher gerade auswärts wirklich schwere Kaliber gegen uns und es könnte theoretisch bald deutlich anders aussehen.

Streng heißt das dann aber bisher unterm Strich, wir können es noch nicht besser. Woran das aber liegt, das können wir ja so nicht beurteilen. Nicht die idealen Spieler, noch nicht komplett eingespielt, teilweise falsches Umsetzen, ... Es wird eine Mischung aus allem sein.
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Re: AW: Nach dem Spiel ist vor dem Spiel

Beitrag von mitja » 15.10.2013 08:27

AlanS hat geschrieben:Eins muss dem Trainer bewusst sein: Diese Taktik (Ballbesitzorientierung plus aggressives Pressing plus Gegenpressing) geht nur mit elf dafür in jeder Hinsicht geeigneten Spielern auf dem Platz - also braucht man ebenso geeignete Spieler auf der Ersatzbank. Trainer von Mannschaften, die diese Spieler auch haben, wählen ja gerade diese Tatktik, weil sie damit am wenigsten Risiko eingehen und gleichzeitig die meisten Erfolgschancen haben. Es geht dabei ja insbesondere um Risikovermeidung. Diese Mannschaften haben ja auch überragende Tordifferenzen.
Klar geht es um Risikovermeidung und bei einem entsprechenden Kader überwiegen die Vorteile, aber dennoch gibt es Risiken. Z.B. kann der Gegner das Spiel auch nur mit einem Tor entscheiden, da nutzt die beste Tordifferenz nichts (Beispiel Barca:Chelsea). Ein anderes Risiko hat man, wenn die Konzentration oder Motivation nachlässt (BVB:Klub). Man darf auch nicht vergessen, daß das "echte" Gegenpressing sehr neu ist und die gegnerischen Trainer gerade Gegenkonzepte entwickeln. Ich bin da bei Northern Alex, Ggegenpressing ist kein Standart. Und mMn wird es auch nie die Verbreitung wie die Viererkette oder Doppel6 haben. Da gibt es einfach zu viele Risiken, es sei denn, man hat einen hervorragenden Kader. :wink:
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Re: Nach dem Spiel ist vor dem Spiel

Beitrag von AlanS » 15.10.2013 09:30

mitja hat geschrieben:Ich bin da bei Northern Alex, Ggegenpressing ist kein Standart. Und mMn wird es auch nie die Verbreitung wie die Viererkette oder Doppel6 haben.
Ich habe an dieser Stelle nun auch bei dir das Gefühl, missverstanden zu werden. Als Standard sehe ich das Gegenpressing lediglich in der Defensive/Verteidigung. Ich sehe nicht die Barca-Bayern-Dortmund-Spielweise insgesamt als Standard.

In der Abwehr aber muss ja die Mannschaft mit dem Tempo der angreifenden Mannschaft mitgehen können, sonst werden sie zerlegt. Mit dem Tempo mitgehen können bedeutet in diesem Fall unweigerlich, auch Gegenpressiv (defensiv) zu betreiben.

So sehe ich es jedenfalls :wink:
mitja hat geschrieben:aber dennoch gibt es Risiken.
Eigentlich überflüssig, das zu erwähnen. Restrisiko bleibt jawohl immer. Und in einem speziellen Spiel gegen eine Mannschaft auf Augenhöhe (CL-Finale!!!) wird auch der Ausgang offen bleiben.

Wir reden doch hier aber wohl über eine Taktik für eine Mannschaft, mit der man über eine ganze Saison beständig punkten kann mit der möglichst großen Wahrscheinlichkeit auf Erfolg. Logisch, dass sich ein Restrisiko niemals vermeiden lassen wird - zum Glück für die Sportart :wink:
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Re: Nach dem Spiel ist vor dem Spiel

Beitrag von Bruno » 15.10.2013 09:53

AlanS hat geschrieben:Streng heißt das dann aber bisher unterm Strich, wir können es noch nicht besser.
Hmm...geht man aber jetzt mal von der reinen Aggressivität aus, insbesondere dem Platz den ich dem Gegner beim Spielaufbau lasse, das ist doch keine Frage des Könnens? Kruse will Druck machen, winkt den anderen und die traben dann mehr oder weniger beherzt nach vorne. Das ist doch weder Fisch noch Fleisch.
Dieses aggressive drauf gehen ist m. E. nichts was man "können" muss, sondern etwas das angeordnet wird. Die anderen Mannschaften haben sich ja wohl kaum abgesprochen, sondern die jeweiligen Trainer fordern diese Aggressivität von ihren Spielern.
Meine Kernfrage ist also: a.) ist es von LF gewollt nicht so früh zu attackieren? b.) würde er es schon gerne praktizieren lassen, er sieht die Mannschaft aber noch nicht soweit c.) er verlangt es, aber die Spieler setzen es nicht um?
AlanS hat geschrieben:Als Standard sehe ich das Gegenpressing lediglich in der Defensive/Verteidigung.
Aus meiner Sicht sind die Grenzen da fliessend. Der entscheidende Punkt ist "Balleroberung". Und da sehe ich auch eindeutig die Zukunft. Diese ganze Aggressivität, das Pressing und Gegenpressing dient letztlich nur diesem Zweck. Und während viele Mannschaften in der Defensive zwar hoch attackieren, aber noch sehr abwartend sind, Räume zustellen usw. und hauptsächlich über Kombination und schnelles Umschalten zum Erfolg kommen wollen, gehen der BVB und Bayern in die Offensive und forcieren die Balleroberung.
Voraussetzung dafür ist höchste Disziplin, perfekte Organisation und Laufbereitschaft.
mitja

Re: AW: Nach dem Spiel ist vor dem Spiel

Beitrag von mitja » 15.10.2013 11:29

Bruno hat geschrieben: Aus meiner Sicht sind die Grenzen da fliessend. Der entscheidende Punkt ist "Balleroberung". Und da sehe ich auch eindeutig die Zukunft. Diese ganze Aggressivität, das Pressing und Gegenpressing dient letztlich nur diesem Zweck. ...
gehen der BVB und Bayern in die Offensive und forcieren die Balleroberung.
Voraussetzung dafür ist höchste Disziplin, perfekte Organisation und Laufbereitschaft.
Da muß ich Dir Recht geben. In meinem ersten Post von Sonntag kam es mir natürlich darauf an, hervor zu heben, daß Gegenpressing nicht identisch mit Pressing ist. Mich nervt es einfach, daß bei jedem agressiven Anlaufen direkt von "Gegenpressing!" die Rede ist, das geht nämlich noch den entscheidenden Schritt weiter.
AlanS hat geschrieben:Ich habe an dieser Stelle nun auch bei dir das Gefühl, missverstanden zu werden. Als Standard sehe ich das Gegenpressing lediglich in der Defensive/Verteidigung. Ich sehe nicht die Barca-Bayern-Dortmund-Spielweise insgesamt als Standard.
Natürlich ist Gegenpressing nur ein Defensivkonzept, was soll es denn sonst sein? :gaga: Aber wie Bruno oben schon geschrieben hat oder wie Du es auch bei mir lesen konntest: Es gibt Voraussetzungen, die nicht jede, bzw die meisten Mannschften haben. Von daher ist es einfach trivial, daß diese Mannschaften auch kein "echtes" Gegenpressing spielen können, da würden die Nachteile einfach überwiegen.
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Re: Nach dem Spiel ist vor dem Spiel

Beitrag von AlanS » 15.10.2013 11:32

mitja hat geschrieben:Natürlich ist Gegenpressing nur ein Defensivkonzept,
Nein. Es ist insbesondere auch und gerade ein Mittel, um offensiv durchschlagskräftiger zu sein. Z.B. wenn eine Mannschaft wie Barca Bayern BVB es sehr hoch stehend betreibt. Da kann man nicht mehr von einem reinen Defensiv-Konzept reden, wenn man es bei Angriffen einsetzt.

Die Übergänge sind halt fließend ...
mitja

Re: AW: Nach dem Spiel ist vor dem Spiel

Beitrag von mitja » 15.10.2013 11:43

AlanS hat geschrieben:Nein. Es ist insbesondere auch und gerade ein Mittel, um offensiv durchschlagskräftiger zu sein. ...
Die Übergänge sind halt fließend ...
Gegenpressing ist der defensive Teil einer Gesamtstrategie. Den Ballbesitzfußball gab es doch schon vorher. Laß Dich nicht davon irritieren, daß das Gegenpressing perfekt dazu past. Beides ist auch völlig unabhängig denk und spielbar. :wink: Wenn Du nicht entsprechend spielstarke Spieler hast, ist es ein großer Nachteil, wenn die Verteidiger den 16er nicht mehr verlassen.
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Re: Nach dem Spiel ist vor dem Spiel

Beitrag von AlanS » 15.10.2013 14:27

mitja hat geschrieben:Gegenpressing ist der defensive Teil einer Gesamtstrategie.
Na ja, das wird jetzt Wortklauberei. Ich jedenfalls würde es nicht als eine Defensivstrategie ansehen, wenn ich als Trainer der Mannschaft sage, Leute, attackiert den Gegner schon ganz vorne beim Spielaufbau.
Attackieren heißt ja auch angreifen.

Das zugehörige Defensivkonzept ist dann in meinen Augen die Aufgabenverteilung an die IVs und AVs und den/die 6er. Wie sichern die prinzipiell ab, wie verhalten sich die, sollte es zu geordneten Gegenangriffen kommen.

Jedenfalls merken wir, dass Defensive und Offensive bei dieser Art Fußball wirklich übergangslos miteinander verknüpft sind und wir uns dann logischerweise auch schwer tun, die Grenze zwischen Defensiv- und Offensivverhalten zu ziehen.
mitja hat geschrieben:Laß Dich nicht davon irritieren, daß das Gegenpressing perfekt dazu past.
Ich sehe es jedenfalls lediglich wegen der Tatsache, dass es beim Gegenpressing im hintersten Drittel des Gegners um Ball(-rück-)eroberung geht, nicht gleich dort auch als ein Defensivkonzept, sondern schon auch als Teil der Offensivstrategie. Lass du dich also nicht davon irritieren, jede Balleroberung als Defensivstrategie anzusehen, nur weil es sehr gut dazu passt. :wink:
mitja hat geschrieben:Beides ist auch völlig unabhängig denk und spielbar.
Das sage ich doch schon die ganze Zeit. Ich behaupte aber, in der Defensive wird/ist es sehr bald/schon jetzt ein Standard.

mitja hat geschrieben:Mich nervt es einfach, daß bei jedem agressiven Anlaufen direkt von "Gegenpressing!" die Rede ist, das geht nämlich noch den entscheidenden Schritt weiter.
Warum sagst du das denn nicht gleich so? Da sind wir uns hier, glaube ich, alle einig.
Aggressives Anlaufen ist ja erst mal nur eine Hälfte der Maßnahme. Berti Vogts war damals als Bundestrainer der erste in Deutschland, der das Wort "Pressing" als Bestandteil seiner Taktik gebrauchte. Soweit ich mich erinnere stammt diese Spielweise als Konzept von Roy Hodgson, damals als Trainer der Schweiz tätig. Mitte der 90er muss das gewesen sein. Es war die Weiterentwicklung der bis dahin praktizieten Raumdeckung.
Eigentlich erschreckend, dass Favre heute offensichtlich noch immer im Training diese Grundprinzipien (damit meine ich das Verschieben der Spieler mit dem Spielgeschehen) einstudieren muss und die Spieler es nicht schon aus der Jugendarbeit verinnerlicht bekommen haben. Wenn man es kennt, ist es überhaupt nicht kompliziert zu verstehen, da sehr logisch. Das wichtigste Kriterium dabei ist die Verlässlichkeit auf die Mitspieler und auf sich selber. Wenn die nicht da ist, gerät alles aus den Fugen.
mitja

Re: AW: Nach dem Spiel ist vor dem Spiel

Beitrag von mitja » 15.10.2013 14:41

AlanS hat geschrieben: Warum sagst du das denn nicht gleich so?
Das steht im Prinzip schon in meinem Post vom Sonntag. :wink:
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Re: Nach dem Spiel ist vor dem Spiel

Beitrag von AlanS » 15.10.2013 14:47

mitja hat geschrieben: Was haltet Ihr von diesen Überlegungen eines taktischen Laien? :help:
Meinst du damit diesen Satz? Der war nämlich für mich ausschlaggebend, um mit zu diskutieren :wink:
mitja

Re: AW: Nach dem Spiel ist vor dem Spiel

Beitrag von mitja » 15.10.2013 14:52

AlanS hat geschrieben: Ich sehe es jedenfalls lediglich wegen der Tatsache, dass es beim Gegenpressing im hintersten Drittel des Gegners um Ball(-rück-)eroberung geht, nicht gleich dort auch als ein Defensivkonzept, sondern schon auch als Teil der Offensivstrategie.
Das Balleroberung keine defensive Aufgabe ist siehst Du wohl exclusiv. Dann komm ich mit der nächsten Phrase "Angriff ist die beste Verteidigung". Auf dem Niveau bringt eine Diskussion keinen Mehrwert. Schade. Da sind wir bei dem Punkt, den ein geschätzter Kollege als "Selbstverliebtheit" bezeichnet hat. :?
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Re: Nach dem Spiel ist vor dem Spiel

Beitrag von Bulp » 15.10.2013 15:52

Es wäre doch ein Versuch wert mit einem taktischen Systemwechsel die Gegner zu überraschen. Zwei Sturmspitzen mit De Jong und Kruse . Das Mittelfeld mit langen Pässen zu überbrücken und die Stürmer über die Flügel mit Flanken zu füttern ... :floet:
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Re: Nach dem Spiel ist vor dem Spiel

Beitrag von AlanS » 15.10.2013 16:33

mitja hat geschrieben:Das Balleroberung keine defensive Aufgabe ist siehst Du wohl exclusiv.
Und das ich das so behaupte, interpretierst du wohl exclusiv. Könntest du an der Stelle zitieren, an der ich das so behaupte, wie du es mir unterstellst? Die letzte von dir zitierte Stelle ist dafür jedenfalls ungeeignet.
mitja hat geschrieben:Auf dem Niveau ...
Was meinst du damit?
mitja hat geschrieben:Schade. Da sind wir bei dem Punkt, den ein geschätzter Kollege als "Selbstverliebtheit" bezeichnet hat.
Ja, hat er dich als selbstverliebt bezeichnet? So weit würde ich nicht gehen.
Ich diskutiere gerne sachlich weiter mit dir.
mitja hat geschrieben: Dann komm ich mit der nächsten Phrase
Wenn du gerne Phrasen drischst, bitte.
Ich habe dir genügend sachliche Aspekte geliefert, auf deren Grundlage man weiter diskutieren könnte, ohne Phrasen zu dreschen.
Zuletzt geändert von AlanS am 15.10.2013 17:01, insgesamt 1-mal geändert.
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