Nach dem Spiel ist vor dem Spiel

Ausgekontert oder aus der Tiefe des Raumes? Über Spielsysteme, Taktik und Mannschaftsteile kann man sich hier die Köpfe heiß diskutieren.
Lupos
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Re: Sportdirektor Max 'Doppelpack' Eberl

Beitrag von Lupos » 27.04.2013 22:31

Die Saison neigt sich dem Ende die bestehenden Probleme der Mannschaft werden aber immer deutlicher.
Hier gibt es auch langsam nichts mehr zu beschönigen.
Das vielbeschworene "die neuen Spieler und die Mannschaft brauchen Zeit sich zu finden" -Aussagen, dürfte sich zwischenzeitlich selbst überholt haben.

In der Hinrunde sprach man noch davon, dass es Zeit brauche bis die Mannschaft sich wieder gefunden habe, eine neues funktionierendes Rückgrat gebastelt sei. Man hatte aber die längste Saisonvorbereitung seit langem und dennoch passte nicht viel.
Dann wurde die Doppelbelastung und die hiermit geringe Trainingsintensität als Argument für die schwachen Spiele angeführt. Es wurde auf die Rückrunde gesetzt.
Da sollte die Mannschaft dann besser eingespielt sein. In der Winterpause wurde noch gesagt man brauche keine neuen Spieler man könne auch die Mannschaft dadurch verbessern, dass man die in ihr ruhenden Potentiale wecken würde und das hätte man getan.
Der „Weckeffekt“ der Potentiale blieb aber aus. Dann wurde auf die bessere Trainingssituation nach dem Ausscheiden aus der EL verwiesen. Es wurde aber nicht besser.
Wie ist diese berühmte Aufbausaison denn jetzt zu interpretieren? Ist es eine Saison die in eine anschließende Übergangssaison führt und die dann wiederum die Stabilisierungssaison einläutet, die dann die solide Grundlage für die nächsten Jahre Bundesligamittelfeld (hoffentlich) ohne Abstiegsgefahr bescheren wird?
Ich konnte in dieser Saison bisher nicht ausmachen worauf wir in der nächsten Saison aufbauen wollen. Etwa auf dem momentanen Spielsystem ?
Wenn vorhanden paßt es nicht zu den geholten Spielern. Zwei der absoluten Königstransfers unserer Borussia finden sich abwechselnd immer nur auf der Bank wieder.
Wollen wir zukünftig ein neues System spielen, werden wir dieses System erst wieder einschulen müssen. Dann wäre man also wieder in einer Aufbausaison.

Aktuell spricht vieles dafür das wir nächste Saison wieder einen Neustart durchlaufen müssen. Wir spielen ein System welches eigentlich Tempo mit schnellen Kombinationen erfordert und greifen dafür auf Spieler zurück die bereits als definitive Abgänge gehandelt werden. Das ist schön merkwürdig aber eindeutig hat diese Art so zu spielen die besten Spiele der laufenden Saison zu Tage gebracht.
So langsam kann man resümieren, dass die Abgänge insbesondere in Hinblick auf die bis dahin praktizierte Spielweise der Mannschaft, im Sommer nicht gut aufgefangen wurden.
Das LF es überhaupt geschafft hat, mit dieser „B-Mannschaft“ der letzten Saison solche Ergebnisse einzufahren ist wirklich aller Ehren wert.

Punktuelle Verstärkungen werden nicht ausreichen. Es ist endlich an der Zeit die Versäumnisse des letzten Sommers zu kompensieren.
Nach wie vor bin ich der Ansicht das man den vor der Saison getätigten Transfers nicht in die richtige Kiste gegriffen hat.
Was wollten wir bereits jetzt mit einem Top-Stürmer, wenn der Rest der Mannschaft nicht so aufgestellt ist diesen Stürmer entsprechend in Szene zu setzen. Es fehlte der Spielgestalter, der Spieler der die Chancen kreiert. Die ein oder andere Vorlage hätten dann gewiss auch die „alten“ Stürmer wie MH oder IDC verwandeln können. Die Verpflichtung eines Top-Stürmers wäre für mich der zweite Ausbauschritt gewesen.

Ob jetzt noch genügend Mittel zur Verfügung stehen um die Fehler zu korrigieren, wird sich bald zeigen.
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Liebelein
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Re: Sportdirektor Max 'Doppelpack' Eberl

Beitrag von Liebelein » 27.04.2013 22:40

Lupos hat geschrieben: Wie ist diese berühmte Aufbausaison denn jetzt zu interpretieren? Ist es eine Saison die in eine anschließende Übergangssaison führt und die dann wiederum die Stabilisierungssaison einläutet, die dann die solide Grundlage für die nächsten Jahre Bundesligamittelfeld (hoffentlich) ohne Abstiegsgefahr bescheren wird?
:hilfe:

Von wem stammt eigentlich der Begriff "Übergangssaison" ?
Ich hoffe doch nicht von Max Eberl
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Mike#
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Re: Sportdirektor Max 'Doppelpack' Eberl

Beitrag von Mike# » 27.04.2013 22:46

Das ist eine interessante Frage, bisher hatte ich eher immer das Wort "Aufbausaison" Max Eberl zugeschrieben, welche natürlich eine >Übergangssaison< beinhaltet.
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Liebelein
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Re: Sportdirektor Max 'Doppelpack' Eberl

Beitrag von Liebelein » 27.04.2013 22:54

Na dann: Viel Erfolg bei der "Nachaufbausaison"
... da ist die Europapokal Qualifizierung ja schon Pflicht :mrgreen:
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Re: Sportdirektor Max 'Doppelpack' Eberl

Beitrag von a.simonsen » 28.04.2013 09:43

@Lupos: :daumenhoch: , kann deinen Beitrag gut nachvollziehen, auch bei mir bleiben nach dieser Saison viele Fragezeichen.

Mir wurde in dieser Saison zu negativ gedacht und schlechte Leistungen zu einfach entschuldigt, bzw. nicht genügend analysiert.

Ich hoffe die Verantwortlichen ziehen ihre Lehren und handeln entsprechend zur neuen Saison, "wir haben zu gleiche Stürmertypen" etc.pp., möchte ich in der laufenden Saison, nicht wieder lesen/hören.

Ich wünsche mir einen klaren Plan für die neue Saison:
-welches System wollen wir spielen, entsprechende Verpflichtungen (welche gerne im ersten Jahr funktionieren dürfen, nicht erst im 2ten , oder 3ten, anders ausgedrückt "Verstärkungen")

-kein Vertrösten mehr auf die Winterpause, eingespielt sein, Übergangsjahr, etc.pp.


M.K. halte ich für einen guten Anfang, was neue Spielerverpflichtungen betrifft, glaube aber gleichzeitig, das wir noch ordentlich nachlegen müssen.

Arango: wir brauchen dringend einen back-up, der das Format hat, mit ihm zu konkurrieren, er spielt seit Wochen schlecht und ist scheinbar trotzdem nicht zu ersetzen....(hinzu kommen seine Nati-Reisen)

Tony: können wir uns einen rein defensiv funktionierenden AV leisten ??????????

Bitte aus dem Sprachgebrauch streichen:

-Rückgr......, Barcelona-Achse (Puyol, Iniesta, Messi)....

-"wo wir herkommen", wollen wir da wieder hin, ist es vergleichbar (Kader, Etat, etc.)
Weder Favre, Eberl, noch sonstwer muss uns Fans das erklären, wir Fans haben die Jahre eindrucksvoll erlebt, durchlebt und wir sind immer noch Fans und bleiben es auch, weil wir die Raute im Herzen haben.

-Barcelona-Fürth, Barcelona-Augsburg, Barcelona-Mainz, Barcelona-Frankfurt, ja wir wissen jetzt, das jeder Gegner eine Übermacht ist!

-Übergangsjahr (suche immer noch, hatte ich bis dato noch nie gehört, wo kommt das her ? Mario B.-Übergangsjacke-Nussloch-?)
Cneutz

Re: Sportdirektor Max 'Doppelpack' Eberl

Beitrag von Cneutz » 28.04.2013 10:12

a.simonsen hat geschrieben: Ich hoffe die Verantwortlichen ziehen ihre Lehren und handeln entsprechend zur neuen Saison, "wir haben zu gleiche Stürmertypen" etc.pp., möchte ich in der laufenden Saison, nicht wieder lesen/hören.



Hab ich nie verstanden: der Kader ist doch nicht vom Himmel gefallen! Weiß da eigentlich die eine Hand (Eberl) nicht, was die andere Hand (Lulu) macht?

Werkeln die so still neben sich her?

Die größte Baustelle (Regisseur, 10, nennts, wie ihrs wollt) wurde gleich gar nicht angegangen.
Sah man da keinen Bedarf?
Wurde er nicht angemeldet von Lulu?

Seltsam wie nun einige User meinen, ein Kruse würde plötzlich alles ändern...Hallo, aufwachen! Da sind soviele Schwachstellen und Lücken im Kader, von Dir schon benannt, das wird gar nicht alles auszugleichen sein.

Ich fürchte, es geht in die nächste Übergangssaison, mit den üblichen Vertröstungen und Ausreden (Warten bis zur Winterpause usw usw usw)
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Re: Sportdirektor Max 'Doppelpack' Eberl

Beitrag von Youngsocerboy » 28.04.2013 10:22

@a.simonsen:

Ich denke Arangos momentane Leistung ist der harten Saison geschuldet. Auf dieser Position brauchen wir auf jeden Fall einen Back Up falls es noch mit Europa klappen sollte. Ein Luxusproblem a la Bayern oder Dortmund haben wir nicht, um
in drei Wettbewerben in Top-Besetzung routieren zu können. In dem Zusammenhang kann man durchaus die Angst der Freiburger nachvollziehen, ob man mit einem ganz normalen Kader auch Europa kann. Ich finde in Anbetracht der Situation haben wir das noch ganz ordentlich gelöst.

In dem Zusammenhang wären wir wieder bei einer Gerechtigkeitsdiskusion, ob es fair ist, dass die Championsleague - Teilnehmer so viel mehr Geld bekommen als die Teilnehmer der Europaleague. Um drei Wettbewerbe kräftemäßig zu schaffen
braucht man auf den Schlüsselpositionen gute Back Up`s zum routieren. Das können sich aber nur Mannschaften leisten die in der CL regelmäßig vertreten sind.
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Re: Nach dem Spiel ist vor dem Spiel

Beitrag von Der Fan » 28.04.2013 13:46

Hallo,

Man kann ja nur versuchen zu planen. Oder man plant und die Wirklichkeit ist dann näher dran bzw weiter weg davon. Auch wenn die aktuelle Saison noch nicht vorbei ist, kann man sagen das Gladbach sein Ziel erreicht hat. Da darf ich gleich mal ne Klammer auf machen. Wenn manch ein Trainer sagt, daß er keine Bank eröffnen wolle, wenn ihm mal wieder die Soieler weggekauft werden freut sich der Fan natürlich ob des Sportsgeistes. Als Fan leg ich aber noch einen drauf. Ich will nicht nur Fussball spielen, sondern ich möchte besonderen Fussball spielen.
Also alles im Soll und auch wieder nicht. Favre haben wir überhaupt diese ganzen Erfolge zu verdanken und ich möchte daß er noch lange Trainer bei uns bleibt. Dennoch kann man, gerade wegen seiner Intelligenz darauf hoffen, daß er irgendwann nochmal so eine brilliante Saison auspackt, die uns alle süchtig gemacht hat. Dazu benötigt er die passenden Spieler und da muss sich der Verein natürlich an dem orientieren was so möglich ist.
Kleine bis mittelgroße Vereine , denke ich sind zudem darauf angewiesen eine besonderen Teamgeist aufzubauen und auf genau so eine konstellation hoffe ich. Denn ganz ehrlich mit anderen Kalibern was die Stadt, das Geld und die Perspektive auf Titel angeht, können wir nicht mithalten. Deshalb, ich sach s nochmal, benötigen wir das gewisse Etwas.
Was haben wir anzubieten?
Einen großen Namen. wegen der großen Historie und der großen Spieler, die hieraus hervorgegangen sind. Natürlich Super-Fans, die Nähe zu den Benelux-Staaten, für Spieler die von dort kommen. Tja und das wir in einer großen Liga spielen. Das war`s würd ich sagen. Darauf muss man aufbauen. Diese weltlichen Faktoren nützen aber gar nichts wenn ich nicht den Spirit habe. Elf Freunde sollt Ihr sein! Elf Freunde.

Wenn Du diesen Zusammenhalt kreieren kannst, bist Du ein Großer.

Dieser Zusammenhalt schlägt jede Taktik.
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Re: Sportdirektor Max 'Doppelpack' Eberl

Beitrag von Mike# » 28.04.2013 14:53

:daumenhoch:
Liebelein hat geschrieben:Na dann: Viel Erfolg bei der "Nachaufbausaison"
... da ist die Europapokal Qualifizierung ja schon Pflicht :mrgreen:
:daumenhoch:

Im Grunde schon. Es wird mindestens wieder der einstellige Tabellenplatz das Ziel sein müssen, aber auch eine Entwicklung ersichtlich sein (die in dieser Saison - von den Punkten ausgenommen - nicht ersichtlich war. Es wurde demnach das beste aus der jetzigen Aufbausaison gemacht und diese Leistung muss ich bestätigen, ergänzt um eine erkennbare Entwicklung).

Lucien Favre wird einerseits seine Kompaktheit fordern, aber auch mehr als nur Ticki-Tacka-Schönfussball mit 1-2 kongeniale Sturmpartner. Er muss ein Mannschaftsgefüge entwickeln, um nicht nur mit einem System ( vgl. http://www.forum.borussia.de/viewtopic. ... 0#p3204947 ) zu spielen, sondern ein Team, das füreinander kämpft.

Um nicht immer den Vegleich zum B.B ziehen zu müssen, jedoch sich eines zu bedienen: Der Fähigkeit, Fehler im Kollektiv zu korrigieren, Gegner unter Druck zu setzen, schnell umzuschalten und sich überhaupt Chancen zu generieren und aus diesen Tore zu schießen. Daran wird sich Favre messen lassen nächste Saison, ebenso,...

... wie sich die Mannschaft entwickelt, die Neuzugänge ( die eine Saison bereits dabei sind ) und alle zusätzlichen Verstärkungen ( wie Kruse oder Nachwuchs ). Man kann schon sagen, dass es die Saison nach dem Aufbau ist, mit deutlichen Zielen. Es wird nicht der Nicht-Abstieg als Ziel ausreichen.

Vielleicht schaffen es auch neue, junge Nachwuchskräfte, gemeinsam mit erfahrenen Hasen, ein junges Fohlen-Team aus der nächsten Saison zu formen. Wenn das gelingt, gebe ich mich auch mit einem Platz und einem Punkt nächstes Jahr - unterhalb der Europaplätze zu frieden :D .
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Re: Nach dem Spiel ist vor dem Spiel

Beitrag von Der Fan » 28.04.2013 20:37

Nabend noch einmal kurz. Ich hab noch was vergessen: Es gibt weiteren Faktor, von dem abhängt ob gute Spieler nächste Saison zu uns stoßen. Bisher hat ja kein Spieler Verstärkungen gefordert und da kann man jetzt spekulieren: Gefährde ich meine eigene Position wenn ich Europapokalqualifikation in der Tasche habe, weil dadurch neue, gute Spieler angezogen werden? Ist vielleicht etwas weit hergeholt, aber von all den Punkten, die ich oben aufgeführt habe, wäre diese internationale Spielberechtigung mit am attraktivsten und es würde den Kader definitiv besser werden lassen.
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Re: Sportdirektor Max 'Doppelpack' Eberl

Beitrag von Bruno » 30.04.2013 21:48

Mike# hat geschrieben:Lucien Favre wird einerseits seine Kompaktheit fordern, aber auch mehr als nur Ticki-Tacka-Schönfussball mit 1-2 kongeniale Sturmpartner.
Diese Tiki-Taka Diskussion geht mir langsam auf den Keks. Das kann doch nicht der nächste Schritt sein. Da muss es Primärziel sein an Tempo, Bewegung und Passsicherheit im Spiel zu arbeiten.
Schön spielen ist ja ne tolle Sache, aber mir reicht zunächst mal völlig, wenn wir energisch auf den Gegner gehen, die Räume eng machen und nicht vor lauter Passivität dem Gegner das Spiel überlassen.
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Re: Cheftrainer Lucien Favre

Beitrag von ewiger Borusse » 05.05.2013 17:06

Tja die Saison ist wohl gelaufen, das schlimmste was uns noch passieren kann ist das wir ein paar Plätze nach hinten durchgereicht werden und somit einiges an TÜV Einnahmen einbüßen, ansonsten ist es wie es ist. Wir haben viele Punkte geholt, spiele gewonnen, bzw Tore erzielt die man eigentlich verliert, ich denke da an die Hinrunde, gegen Mainz, Wolfsburg, h96 oder die Eintracht wo wir mit minimalen Chancen maximale Torausbeute hatten. Unsere Stürmer treffen zu selten, es läuft aber auch nicht viel nach vorne zusammen, dann gibt es noch Spiele in dehnen wir zum Tore schießen einladen, ob in Hamburg, gegen den Club,inVw gegen den VfB, da stellt sich unsere Borussia wie ein Aufsteiger an. Dagegen war das Spiel gegen Schalke richtig gut. Die Puppenkiste und Fürth beherrschen wir nicht mal in Überzahl im eigenen Stadion. Auch das war insgesamt schwach, wir gewinnen nicht zweimal in folge, auswärts sind wir schlecht und oft nach wie vor der willkommene Aufbaugegner. Angst vor Borussia hat keine Mannschaft, in der ersten Liga, die einzigen die schiss haben bleiben in der 2. Liga.

Ich glaube der Kader gehört mal kräftig ausgemistet. Ring Rupp TC MH sind keine Alternativen, Granit macht sich ganz gut, wäre besser er würde mit Luuk zusammen spielen,
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Re: Nach dem Spiel ist vor dem Spiel

Beitrag von Boninsegna » 05.05.2013 18:02

Ich lese hier immer viel über das tatsächliche,oder angebliche Potential einzelner Spieler und wundere mich häufig über die Einschätzung einiger User.

Seit mehr als 30 Jahren verfolge ich nun Fussball und hab einige male mit meinem Urteil daneben,häufig aber auch richtig gelegen.
Ich versuchs mal mit der aktuellen Borussia.

Marc-André ter Stegen (30.04.1992)
Wird meines Erachtens tatsächlich in 4-5 Jahren mit Neuer und Adler um die Position im Nationaltor kämpfen. Halte ich für talentierter als Ziegler.

Alvaro Dominguez (15.05.1989)
Mit nun 24 Jahren eigentlich zu alt um über Potential zu reden. Wird aber meines Erachtens mal bei einem Club landen,der höhere Ambitionen hat,als sie Gladbach haben kann.

Tony Jantschke (07.04.1990)
Wird ein solider Aussenverteidiger bleiben,dem aber die fussballerischen Mittel fehlen für grössere Aufgaben,sprich Topclub oder Nationalmannschaft.

Patrick Herrmann (12.02.1991)
Jetzt schon ein guter Bundesligaspieler,der meiner Ansicht nach aber nicht mehr sehr viel besser werden wird. Täte gut daran in Gladbach zu bleiben,da er bei einem Topclub höchstens Ergänzungsspieler wäre.

Havard Nordtveit (21.06.1990)
Ähnlich wie Hermann. Fussballerisch reicht es nicht für ganz oben.

Granit Xhaka (27.09.1992)
Nach den paar Spielen mag ich mir noch kein endgültiges Bild machen.
Meiner Ansicht nach aber zu langsam für den ganz grossen Schritt.

Lukas Rupp (08.01.1991)
Wird nicht in Erinnerung bleiben. Entweder Ergänzungsspieler bei Teams der Klasse Gladbachs,oder Stammspieler bei einem Abstiegskandidaten,bzw. Zweitligaverein.

Tolga Cigerci (22.03.1992)
Er wirkte stehts bemüht.

Alexander Ring (09.04.1991)
Für die 1. Bundesliga reicht es Grunde nicht.

Luuk de Jong (27.08.1990)
Den möchte ich tatsächlich mal in einem Spielsystem erleben,das ihm zugute kommt. Aktuell in Gladbach verschenkt,aber mit Anlagen die reichen sollten zu bestehen.

Peniel Mlapa (20.02.1991)
Ausser einem Athletenkörper kann ich nichts erkennen,was mich mich zu der Überzeugung bringt,das er Stammspieler eines Erstligavereins der oberen Hälfte werden könnte.

Branimir Hrgota (12.01.1993)
Das ist schon ein Schritt von de 2. Schwedischen Liga in die 1. Bundesliga.
Konnte ihn ja auch nur über wenige Minuten beobachten. Möchte ich (noch) kein Urteil fällen.

Amin Younes (06.08.1993)
Der hats meiner Ansicht nach wirklich drauf. Aus dem kann wirklich was werden.
Umso unverständlicher das er so lange nicht zum Zuge kam,und jetzt schon wieder auf der Bank sitzt.
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Re: Nach dem Spiel ist vor dem Spiel

Beitrag von Mike# » 05.05.2013 18:04

@Bruno :shakehands:

Favre wirds sich sicherlich auch Deutschland vs. Ticki-Tacka angeguckt haben
und - hoffentlich - genau dies so auch sehen. So schilderte es auch die Welt vor ein paar Tagen mit einem ähnlichen Titel wie "Das Ende der Ära Ticki-Tacka". Halte auch die Diskussion für überflüssig. Schließlich ist erkennbar, was den Erfolg der dt. Mannschaften brachte bzw.
was bei Borussia letztlich bedauerlicherweise nicht zum internationalen Erfolg - als Kaffeebohne führte.

Ausgemistet wird sicherlich werden und punktuell ergänzt. Es wird den Verantwortlichen klar sein müssen, was fehlte und wie knapp es totz Allem am Ende verfehlt wurde. Bin mal gespannt, wer so in den letzten Spielen spielt und wie wir die Saision starten. Vielleicht sogar mal mit zwei Siegen in Folgen, wenn wir es nicht zum Saisonende in der Konstellation schaffen :mrgreen: .

Es gab' Spiele die waren miserabel und Spiele, wie am Freitag, die zwar verloren gingen aber Ansätze zeigten - und traumhafte Spiele in Europa bzw. auch solche, die Europa nicht wert waren. Im nächsten Spiel muss mal die Auswärtsbilanz verbessert werden. Es gab' schließlich auch Jahre, wo wir die Auswärtsdeppen waren, was nicht mehr stimmt - die Heimstärke überwiegte jedoch deutlich, bis auf gestern eben. AUSWÄRTSSIEG !

@ Boninsegna : Cicerie verstand ich auch nie, warum er immer wieder eingesetzt wurde. Jedoch hatte ich auch bei Hrgota so meine Zweifel und wurde in Schalke eines besseren belehrt :D . Bei Younes wird es auch was mit dem Verheizen zu tun haben, wobei ich ihn mir schon häufiger wünschte. Du hast den Superfuss vergessen, oder :mrgreen: .
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Re: Nach dem Spiel ist vor dem Spiel

Beitrag von locke 13 » 12.07.2013 12:35

Boninsegna hat geschrieben:Ich lese hier immer viel über das tatsächliche,oder angebliche Potential einzelner Spieler und wundere mich häufig über die Einschätzung einiger User.

Seit mehr als 30 Jahren verfolge ich nun Fussball und hab einige male mit meinem Urteil daneben,häufig aber auch richtig gelegen.
Ich versuchs mal mit der aktuellen Borussia.
[...]

sehr gute Formulierung und Analyse der Spieler... meine Worte...
sehr treffend was die ganzen jungen Spieler betrifft...

bei xhaka muß ich noch anfügen das er mich bisher gar nicht überzeugt hat und ich glaube das es diese saison nicht besser werden wird... er bleibt für mich weiterhin der überschätzte überbewerteste spieler und teuerste transfer in der gladbacher geschichte

schön das das kapitel cigerci beendet ist... ring wird in der 2ten liga besser aufgehoben sein... tja und mlapa ist fußballerisch slapstick pur... keiner für die 1te 11 als stammspieler in einer mannschaft die unter den 1ten 12 plätzen in der liga steht... auf younes, und besonders hrogota bin ich diese saison gespannt...könnte mir vorstellen das der unbekümmerte schwedenhappen dem oranje männeken den platz vorne streitig macht... wenn er so weiter macht wie er in den letzten spielen angedeutet hat und bisher in der diesjährigen vorbereitung zeigt...

bin gespannt und freu mich auf die neue saison mit den getätigten transfers...
Zuletzt geändert von Neptun am 12.07.2013 13:03, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: Fullquote gekürzt
mitja

Re: Nach dem Spiel ist vor dem Spiel

Beitrag von mitja » 13.10.2013 15:17

Ich glaub hier ist der richtige Ort, um mal über das allgegenwärtige "Gegenpressing" nachzudenken:

Erstmal ist, glaube ich, nicht alles was heute als Gegenpressing bezeichnet wird wirklich Gegenpressing. Pressing gibt es ja schon länger, Gegenpressing dagegen wird erst wenige Jahre gespielt.
Das "altbekannte" Pressing:
Pressing bedeutet für mich, das agressive attakieren der Gegener, egal wo auf dem Platz. Dies kann auch aus einer defensiven Ordnung heraus geschehen. D.h., nach Ballverlust begibt sich die Mannschaft erst in ihre Grundordnung und dann wird das Pressing gespielt, wobei natürlich bereits einige Spieler schon die Gegener anlaufen können. Sofortige Ballrückeroberung gibt es schon seit Beginn des Fußballs. Auch gibt es den Mitspielern Zeit ihre Positionen einzunehmen.
Das "neue" Gegenpressing:
Beim Gegenpressing ist das mMn anders. Mehrere Spieler umkreisen den Ball führenden Gegener und unterbinden den Spielaufbau. Das geschieht ohne feste Positionen und die Spieler, die in Ballnähe sind, übernehmen diese Aufgabe.
Vorteil ist, daß der Gegner nicht mehr aus der eigenen Hälfte kommt, wenn es konsequent umgestzt wird. Nachteil eine höhere Konteranfälligkeit. Außerdem müssen alle Spieler über eine hohe körperliche Fitness verfügen und sehr gedankenschnell bei Ballverlusten im Angriff reagieren können. Das bedeutet wieder mMn, daß nur die besten Mannschaften dieses defensiv Konzept spielen können, als Beispiel die bekannten Barca, Bayern und der BVB.
Ein weiterer Vorteil ist, daß man mehr offensive Spieler aufstellen kann. Die Doppel6 ist heute fast Standart, bei gutem Gegenpressing kann man darauf verzichten. Dadurch ist diese Strategie besonders für die Ballbesitz Mannschaften (wieder Barca und Bayern als Beispiel) sinnvoll.
Ob das ein sinnvolles Konzept für unsere Borussia ist kann und will ich nicht beurteilen, weil es von vielen Details abhängt, die einem Aussenstehenden nicht zugänglich sind. Es ist auf jeden Fall nicht nur ein Modebegriff der , um den Bogen zum Anfang zu schließen, oft falsch benutzt wird.

Was haltet Ihr von diesen Überlegungen eines taktischen Laien? :help:
Tobe

Re: Nach dem Spiel ist vor dem Spiel

Beitrag von Tobe » 13.10.2013 16:46

Hört sich plausibel an. Ob das, was Du da beschreibst, jetzt wirklich Gegenpressing ist, weiß ich aber immer noch nicht!
AlanS

Re: Nach dem Spiel ist vor dem Spiel

Beitrag von AlanS » 14.10.2013 02:43

mitja hat geschrieben:Was haltet Ihr von diesen Überlegungen eines taktischen Laien?
Du bekommst halt auch nur eine Antwort eines ebensolchen Laien ... Ist hier ja wohl Schicksal :mrgreen:

Ich halte deine Überlegungen für sehr logisch und du ziehst mMn richtige Rückschlüsse.
Zu einigen Formulierungen von dir habe ich etwas andere Vorstellungen:
mitja hat geschrieben: D.h., nach Ballverlust begibt sich die Mannschaft erst in ihre Grundordnung und dann wird das Pressing gespielt, wobei natürlich bereits einige Spieler schon die Gegener anlaufen können.
Diese Formulierung halte ich sogar für falsch und sie passt auch nicht zu deinen weiteren Ausführungen. Es wird mMn beim Gegenpressing komplett darauf verzichtet, erst in die Grundordnung zurück zu gehen, denn das würde schon wieder entscheidenden Zeitverlust bedeuten. Die Grundordnung stellt sich aber wieder während des Gegenpressingvorgangs ein, wenn der Vorgang lang genug andauert. Bis dahin ist aber das gedankenschnelle Umschalten, das du ja auch ansprichst, entscheidend und die erste Reaktion auf den Ballverlust.
Das Gegenpressing beginnt ja bei den Mannschaften, die es beherrschen, direkt während des Angriffs.
Ein Ballführender zieht dynamisch los. Er kommt vorbei, oder der Abwehrspieler lenkt den Ball unkontrolliert ab. Der nächste Offensive lauert schon auf diesen Ballverlust (holt sich also den zweiten Ball) und setzt den dynamischen Antritt seines Mitspielers fort, usw.
mitja hat geschrieben:Sofortige Ballrückeroberung gibt es schon seit Beginn des Fußballs. Auch gibt es den Mitspielern Zeit ihre Positionen einzunehmen.
Beim Gegenpressing ist das mMn anders.
mitja hat geschrieben:Nachteil eine höhere Konteranfälligkeit. Außerdem müssen alle Spieler über eine hohe körperliche Fitness verfügen und sehr gedankenschnell bei Ballverlusten im Angriff reagieren können.
Gegenpressing ist mMn nichts anderes, als ein sofortiges Umschalten nach Ballverlust von Angriff auf Defensivarbeit. Du schreibst ja selber, sofortige Ballrückeroberung gibt es schon immer. Gegenpressing ist die Perfektionierung und Intensivierung davon, weil sich im Prinzip ja alle Spieler (je ballnäher, desto intensiver) daran beteiligen müssen (durch aktives aggressives Pressing oder durch Verschieben). Stichwort "zweiter und dritter Ball".

Die Probleme sprichst du ja selber an: Das gedankenschnelle Umschalten bei Ballverlust und die körperliche und psychische Belastung. Neben der höheren körperlichen Belastung durch die intensivere Spielweise ist ja auch eine höhere Konzentration erforderlich (um nicht nur nach Favres Wunsch gedankenschnell sein zu können).
Die erhöhte Konteranfälligkeit ergibt sich, wenn bei Mitspielern die Gedankenschnelligkeit, aber auch die physische Schnelligkeit fehlt, weil man es dann nicht schafft, den Ballführenden früh genug unter ausreichend Druck zu setzen.
mitja hat geschrieben:Mehrere Spieler umkreisen den Ball führenden Gegener und unterbinden den Spielaufbau.
Der Ballführende wird nicht umkreist, sondern unter Druck gesetzt, attackiert, damit er keine Zeit bekommt, kontrolliert zu passen bzw. zu dribbeln. Dabei kann es schon mal so aussehen, als würde er umkreist. Auf sehr engem Raum (etwa im 16er-Bereich) ist es dann auch tatsächlich so.
mitja hat geschrieben:Das geschieht ohne feste Positionen und die Spieler, die in Ballnähe sind, übernehmen diese Aufgabe
Im Prinzip richtig, aber die Spieler wissen schon, wie sie laufen müssen und wo die anderen Mitspieler sich aufhalten. Das ist ganz entscheidend, denn anders könnte ein attackierender Spieler nicht aggressiv und selbstbewusst pressen. Er muss sich darauf verlassen können, dass ein Mitspieler in seinem Rücken übernehmen wird, sollte er selber vom Ballführenden Angreifer ausgespielt/überlaufen werden.
mitja hat geschrieben:Vorteil ist, daß der Gegner nicht mehr aus der eigenen Hälfte kommt, wenn es konsequent umgestzt wird.
mitja hat geschrieben:Ein weiterer Vorteil ist, daß man mehr offensive Spieler aufstellen kann.
MMn sogar MUSS. Darüber habe ich ja küzlich mit FaBeo dikutiert. Durch die ständige Präsenz in und um des Gegners 16er braucht man mMn in der Offensive pressingresistente, ballsichere, wendige Spieler. Da sich der Gegner in der Defensive bei einer solchen Konstellation in zahlenmäßiger Überzahl befindet und ebenfalls die Pressingmechanismen beherrscht (davon muss man einfach ausgehen!), wird es in Unterzahl nahezu unmöglich, die Defensive des Gegners auszuspielen, wenn man nicht numerisch wenigstens ebenbürtig angreift.
mitja hat geschrieben: Das bedeutet wieder mMn, daß nur die besten Mannschaften dieses defensiv Konzept spielen können, als Beispiel die bekannten Barca, Bayern und der BVB.
So sehe ich das auch. Also nicht für uns. Zumindest noch nicht.
Allerdings sind die Prinzipien des Gegenpressings für die Defensive inzwischen für eigentlich alle Mannschaften unabdingbar, wenn sie bestehen wollen. In der Defensive ist Gegenpressing quasi Standard geworden. Natürlich qualitativ noch sehr unterschiedlich.
In der Offensive kann nicht von allen Mannschaften dominant und ballbesitzorientiert gespielt werden. Das können eben nur Mannschaften mit einem in Tiefe und Breite so starken Kader, wie die von dir genannten Mannschaften.

Unsere Borussia hat in dieser Saison erfreulich viele offensiv sehr starke ballsichere und durchsetzungsstarke Spieler unterschiedlichen Typs. Diese Konstellation würde mich dazu verleiten, möglichst all diese guten Fußballer auch zusammen aufs Spielfeld zu schicken, um möglichst dominant und durchschlagskräftig agieren zu können.

So in etwa sehe ich es mit dem "Gegenpressing" ...
mitja

Re: AW: Nach dem Spiel ist vor dem Spiel

Beitrag von mitja » 14.10.2013 08:16

AlanS hat geschrieben:Diese Formulierung halte ich sogar für falsch und sie passt auch nicht zu deinen weiteren Ausführungen
Da hab ich wohl etwas mißverständlich formuliert: Werde es oben mal deutlicher machen. Der zitierte Abschnitt sollte das herkömliche Pressing beschreiben. :wink:
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Re: Nach dem Spiel ist vor dem Spiel

Beitrag von Nothern_Alex » 14.10.2013 08:53

Ich hatte ja schon mal gemutmaßt, dass der Begriff „Gegenpressing“ nur von den Medien erfunden worden ist und es das in Wirklichkeit gar nicht so gibt ;-)

Aber ich sehe es ähnlich wie Alan S.

Für mich ist Gegenpressing eine besondere aggressive Form des Pressings. Ohne in erster Linie auf die defensive Grundordnung zu achten, wird der ballführende Spieler mit 2, 3 Mann angegriffen, die anderen Spieler stellen die Passwegen zu. Das Ziel ist es, so schnell wie möglich wieder in Ballbesitz zu kommen.

Das ganze erfordert schon eine gewisse Koordination, denn sollte es der anderen Mannschaft gelingen, den Ball an der „Pressingfront“ vorbei zu bekommen, handelt man sich damit eine noch unsortierte Abwehr und eine ungünstige, weil stark ballorientierte Spielerverteilung ein. Gerade Dortmund ist mir aber kein ausgewiesener Kandidat für Kontertore. Daher erfordert es meiner Meinung nach auch ein hohes Niveau der Spieler.

Was bleibt, ist die körperliche und vor allem die psychische Belastung. Solange Gegenpressing gespielt wird, sind die Offensivkräfte schließlich permanent gefordert.

Ich sehe das Ganze aber nicht als den Schlüssel auf den Weg zum Erfolg. Zum einen ist der Kräfteverschleiß schon groß, zum Ende hin bauen die Mannschaften eher ab als das sie noch mal eine Schippe drauflegen können. Wenn das Spiel zum Ende also nicht entschieden ist, sehe ich die gegenpressende Mannschaft im Nachteil.

Zum anderen ist es in erster Linie eine Methode, um in Ballbesitz zu kommen. Was man dann damit macht, steht auf einem anderen Blatt. Solange es eine Mannschaft nicht gelingt, den Ballbesitz auch in Torgefahr umzuwandeln, nutzt der Ballbesitz wenig. Ich erinnere mich an Spiele, wo in Handballmanier der Strafraum zwar belagert wurde, die Torgefahr aber deutlich überschaubar war. Erkauft man sich dieses auch noch durch kräftezehrendes Gegenpressing, sehe ich das Ganze eher als Nach-, denn als Vorteil. Darin sehe ich auch einen weiteren Nachteile des Gegenpressings, es geschieht so schnell nach Ballverlust, dass die andere Mannschaft gar keine Zeit bekommt, die defensive Ordnung zu verlieren.

Aus dem Grunde sehe ich Gegenpressing auch nicht als Standard.
Ich bevorzuge daher das „Netz“, eine grundsolide defensive Ordnung, in der der Gegner gar nicht dazu kommt, gefährlich zu werden. Natürlich muss der Gegner dabei auch in seiner Entfaltung gestört werden, aber letztendlich darf der Gegner tun und lassen was er will, solange er keine Gefahr dabei ausstrahlt.

Aber ob das nun wirklich die Definition von „Gegenpressing“ ist, da müsste man wirklich mal jemand fragen, der mehr Ahnung vom Fußball hat ;-)
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