Stimmung bei Auswärtsspielen

Fahnen, Gesänge, Choreos, Fahrten. Hier treffen sich die Supporter!
dkfv
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Re: Stimmung bei Auswärtsspielen

Beitrag von dkfv » 30.10.2017 10:06

atreiju hat geschrieben:Ich habe immer noch nicht einen einzigen Beitrag gefunden, bei dem ich akzeptable Gründe dafür gefunden habe, warum es ein "Verbrechen" sein soll, so zu handeln für seinen Heimatverein, für den man selber gespielt hat und sein eigenes Geld so zu investieren, wie es Herr Hopp gemacht hat.
Es ist Wettbewerbsverzerrung, da man sich das Geld nicht erwirtschaften musste, sondern einfach hatte. Transfers konnten so ohne Risiko getätigt werden.

Ein Verbrechen ist es sicherlich nicht, verstößt allerdings gegen die DFL-Statuten, die dem ganzen noch applaudieren.
10er hat geschrieben:Die Veranstalter dieser "Aktion" beschmutzen den Ruf unseres Vereins und nehmen dies billigend in Kauf - in der Politik, Wirtschaft, etc. wären solche Personen nicht tragbar und müssten (ob sie wollen oder nicht) ihren Dienst quittieren
Wir sind aber nicht in Politik Wirtschaft, etc. sondern im Fußballstadion, wo es nunmal was ruppiger zugeht. Das muss man nicht gut finden, ist aber so.
Und zum Glück sind das auch keine Angstellten des Vereins sondern unabhängige Fans.
Es gibt sehr viele gute Aktionen von diesen Gruppierungen (für die sich der Verein dann auch gerne feiern lässt) und welche, die nach außen daneben wirken. Die wird es auch weiterhin geben, da aktive Fans eben keine Dienstleister sind.
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BurningSoul
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Re: Stimmung bei Auswärtsspielen

Beitrag von BurningSoul » 30.10.2017 10:11

dkfv hat geschrieben: Leider gehört es aber auch dazu, dass man in Form von Pyrotechnik oder eben solchen Spruchbändern mal über die Strenge schlägt.
Tut es das? Ich glaube nämlich nicht. Such mal bei einer Suchmaschine nach "Choreo" und "Borussia Mönchengladbach". Da siehst du viele Bilder von richtig tollen Choreos. Große und kleine. Auf keiner schönen ist Pyrotechnik oder ein dummer Spruch zu lesen.

Welcher "Otto-Normal-Fan" prahlt denn vor den Kollegen damit, dass wir so eine tolle Choreo z.B. in Rom hatten. Ganz im Gegenteil. Man wird von den Arbeitskollegen und Freunden angesprochen und bekommt Lob, weil die eigenen Fans so etwas tolles hinbekommen haben. Nach der Choreo vom Samstag hab ich von Freunden bisher nur gehört, was auch Hecking gesagt hat. "Die Choreo und Stimmung war ja super, aber der Spruch war einfach dämlich."

Dass Vereine wie Hoffenheim oder Leipzig nicht im Kreuzfeuer stehen, liegt doch auch an die Rolle, die kleinste Teile der unterschiedlichen Fanlager diesen Vereinen gibt. "Hasta la vista", "Bullen schlachten", "Fußballmörder", "Krieg dem DFB" und dergleichen. Die meisten Fans lehnen die Kriegs- und Hass-Rhetorik doch auch bewusst ab. Wie soll es erst bei der "normalen Bevölkerung" sein, die Fußball vielleicht wirklich nur bei absoluten Topspielen sehen oder die großen Turniere schauen. Für die ist Fußball nicht "die schönste Nebensache der Welt", sondern nur eine Nebensache. Wenn dann mit Hass und Wut gezielt immer wieder gegen die gleichen Leute geschossen wird, ist doch klar, dass diese Menschen dann eher Mitleid mit den Konstrukten wie Leipzig oder Hoffenheim haben. Für diese Vereine ist es doch auch perfekt. Immer wieder werden sie vom Gegner verbal aufs übelste beschimpft und angegriffen. Schon befinden sich diese Vereine in einer Rolle, aus der man ganz leicht argumentieren kann. "Die anderen sind böse, wir sind die Opfer." Wenn man dann noch irgendwelche Hassplakate sieht, verfestigt sich dieser Gedanke bei vielen "Teilzeitzuschauern" (nicht abwertend gemeint).

Würde man aber diese Vereine konstruktiv kritisieren und dabei argumentieren, dann würde die Sache anders aussehen. Leipzig und Co. könnten sich nicht in die Opferrolle flüchten, sondern müssten erklären, warum nur Menschen mit Nähe zu Red Bull ein Stimmrecht haben; Hoffenheim müsste erklären warum Spieler aus Südamerika "aus der eigenen Region" stammen oder warum VW weiterhin eine hohe Millionensumme in den Fußball steckt, wenn man zeitgleich die Verträge von Tausenden Mitarbeitern nicht verlängert. Wenn man aber nur stumpf draufhaut, ohne inhaltlich ein Argument zu liefern, dann wirst du in der normalen Bevölkerung, keine Stimmung gegen solche Konstrukte schaffen.
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Re: Stimmung bei Auswärtsspielen

Beitrag von 10er » 30.10.2017 10:15

Wettbewerbsverzerrung ist es auch, das Bayern damals das Olympiastadion bekommen hat, Dortmund die Lizenz trotz fehlender Liquidität bekommen hat, etc...


Stell dir mal vor, du wärst Fan eines solchen Vereins . Dir würde das bestimmt Spaß machen, jede Woche angegiftet zu werden...
#Grundgesetz #Stadion ist kein rechtsfreier Raum...

Ein GladbachFan ist genauso viel Wert wie ein Leipziger, Kölner, Aachener, Essener,etc...
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Re: Stimmung bei Auswärtsspielen

Beitrag von dkfv » 30.10.2017 10:16

@atreiju

Herr Hopp ist eben kein Gönner, sondern hat (zumindest anfangs) die Geschäfte mitbestimmt. Das ist laut DFL Statuten verboten.

Ich bin nicht so verblendet und sage, dass früher alles besser war. In einigen Punkten hast du recht.

Was an Dietmar Hopp stört, ist die Aggressivität mit der er nach oben wollte. Koste es, was es wolle. Und da sind Summen geflossen, die viele Fans wütend gemacht haben.
Zudem wollte er anfangs doch den "FC Heidelberg" oder so nach oben bringen. Die TSG Hoffenheim war ihm also egal. Es ging ihm nur um sein Ego.
https://www.transfermarkt.de/hsw-heidel ... /news/9946

Zudem hat sich Hopp immer als Opfer hingestellt. Anstatt wie Hoeneß, Lemke oder Aussauer die Anfeindungen von außen "anzunehmen" und sich so Respekt zu erarbeiten, ist der bei den kleinsten Kleinigkeiten sofort zum DFB gerannt.
Dass er durch sein wirtschaften ehrlich arbeitenden Vereinen einen Platz im Profifußball nimmt, wurde nie zum Thema gemacht
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Re: Stimmung bei Auswärtsspielen

Beitrag von brunobruns » 30.10.2017 10:18

@atreiju

Wie die meisten deiner Beiträge, sehr fundiert und gut geschrieben. :daumenhoch:
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Re: Stimmung bei Auswärtsspielen

Beitrag von dkfv » 30.10.2017 10:28

BurningSoul hat geschrieben: Tut es das? Ich glaube nämlich nicht. Such mal bei einer Suchmaschine nach "Choreo" und "Borussia Mönchengladbach". Da siehst du viele Bilder von richtig tollen Choreos. Große und kleine. Auf keiner schönen ist Pyrotechnik oder ein dummer Spruch zu lesen.
Das meinte ich nicht auf Choreos bezogen, sondern allgemein. Es gibt Spiel mit tollen Choreos und spiele, in den es blöde Aktionen gibt. Gibt aber auch beides zusammen ;-)
http://nordkurvenfotos.de/wp-content/up ... 08-012.jpg

http://nordkurvenfotos.de/wp-content/up ... 17-025.jpg (Boxhandschuh als Teil einer Choreo, rechte Blockfahne, oben)
BurningSoul hat geschrieben: Welcher "Otto-Normal-Fan" prahlt denn vor den Kollegen damit, dass wir so eine tolle Choreo z.B. in Rom hatten.
Ich glaube schon, dass es viele gibt die selber noch nie einen Pinselstrich für ne Choreo geleistet haben oder mal auswärts gefahren sind, sich dann dafür aber abfeiern lassen
BurningSoul hat geschrieben: Dass Vereine wie Hoffenheim oder Leipzig nicht im Kreuzfeuer stehen, liegt doch auch an die Rolle, die kleinste Teile der unterschiedlichen Fanlager diesen Vereinen gibt. "Hasta la vista", "Bullen schlachten", "Fußballmörder", "Krieg dem DFB" und dergleichen. Die meisten Fans lehnen die Kriegs- und Hass-Rhetorik doch auch bewusst ab. Wie soll es erst bei der "normalen Bevölkerung" sein, die Fußball vielleicht wirklich nur bei absoluten Topspielen sehen oder die großen Turniere schauen. Für die ist Fußball nicht "die schönste Nebensache der Welt", sondern nur eine Nebensache. Wenn dann mit Hass und Wut gezielt immer wieder gegen die gleichen Leute geschossen wird, ist doch klar, dass diese Menschen dann eher Mitleid mit den Konstrukten wie Leipzig oder Hoffenheim haben.
Traurig, dass man sowas dann auch direkt glaubt und eben nicht die Gründe wissen will, warum denn überhaupt dagegen protestiert wird und die martialischen Spruchbänder nur ein Bruchteil war

BurningSoul hat geschrieben: Würde man aber diese Vereine konstruktiv kritisieren und dabei argumentieren, dann würde die Sache anders aussehen. Leipzig und Co. könnten sich nicht in die Opferrolle flüchten, sondern müssten erklären, warum nur Menschen mit Nähe zu Red Bull ein Stimmrecht haben; Hoffenheim müsste erklären warum Spieler aus Südamerika "aus der eigenen Region" stammen oder warum VW weiterhin eine hohe Millionensumme in den Fußball steckt, wenn man zeitgleich die Verträge von Tausenden Mitarbeitern nicht verlängert. Wenn man aber nur stumpf draufhaut, ohne inhaltlich ein Argument zu liefern, dann wirst du in der normalen Bevölkerung, keine Stimmung gegen solche Konstrukte schaffen.
Nochmal: Sowas wird dann gerne ignoriert. Bei unserem Heimspiel gegen RB wurde von Sottocultura an JEDEM Platz (außer dem Gästeblock) ein Infoblatt gelegt, warum man gegen dieses Konstrukt protestiert und niemals akzeptiert. Schockierend, wieviele davon nicht mal vom Sitz abgemacht wurden.
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Re: Stimmung bei Auswärtsspielen

Beitrag von 10er » 30.10.2017 10:41

Ganz einfach:

Weil es die Masse nicht interessiert!!! Es geht den meisten um Sport, d.h. 90 min. 11 gg. 11

Was wir hier diskutieren gehört in die Rubrik Fußball-Kultur...
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Re: Stimmung bei Auswärtsspielen

Beitrag von dkfv » 30.10.2017 10:42

Mit der Argumentation kann man auch bei Olympia dopen. Es geht ja schließlich nur um den Sport. Hauptsache ist spannend, mit welchen Mitteln man die Leistung erbringt interessiert nicht!
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Re: Stimmung bei Auswärtsspielen

Beitrag von 10er » 30.10.2017 10:54

Nochmal:

Eine Diskussion ist nie verkehrt, bzw. hat meist einen Mehrwert.

Es geht sich einzig und allein um das "Wie"
Ob es dir passt oder nicht, die 50+1 Regel ist nicht rechtens und wird in kürzester Zeit fallen. Punkt!

Was passiert dann:

Es kommen CocaCola Meppen , AppleMarburg und was weiß ich nicht was in die Bundesliga!
Vlt. verlegt Bayer Lev ihren Sitz nach Essen und Bayer Lev heißt auf einmal Bayer E... Wat weiß ich...

Wenn solche Szenarien kommen (Achtung Konjunktiv) was würde passieren: Die Ultrals rebelieren , werden ausgeschlossen und das ganze Rad dreht sich weiter... So einfach ist das mit dem Brot und Spiele Ding...


Ist das schlecht für den Fußball: NEIN! Ist das schlecht für die (deutsche) Fußballkultur: JA!!!


Für Gladbach bedeutet dies ihre Niesche zu finden um ihre Daseinberechtigung in der höchsten deutschen Fußballliga zu zementieren... und zwar mit sportlicher Leistung und nicht mit verbalen Entgleisungen
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Re: Stimmung bei Auswärtsspielen

Beitrag von dkfv » 30.10.2017 11:01

Ob es gut für den Fußball ist, wenn es nicht darum geht, wer am besten wirtschaftet und damit intelligente Personalpolitik betreibt, sondern darum, wer den größten Geldgeber hat, lass ich mal dahingestellt.

Und ich wiederhole mich: Eine öffentliche Diskussion um Hoffenheim und RB ist scheinbar nicht gewünscht. Protestiert man friedlich, greift es keiner auf. Protestiert man aggressiv, wird nur über die Art des Protests berichtet.
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Re: Stimmung bei Auswärtsspielen

Beitrag von BurningSoul » 30.10.2017 11:14

Wenn die Mehrheit friedlich und clever gegen diese Konstrukte protestiert, werden es die Medien und dadurch auch die Öffentlichkeit irgendwann mitbekommen. Nicht heute und nicht morgen, aber irgendwann schon. Die Fanlager dürfen sich dann halt keinen Patzer erlauben. Sobald nämlich auch nur ein Fanlager patzt und negativ auffällt, war die ganze Arbeit des friedlichen Protests umsonst.

Wenn aber alle Fans unserer Borussia und von Frankfurt, Dortmund, Hannover, Schalke, Köln, Hamburg, Bremen, usw. es schaffen, wochenlang friedlich gegen diese Konstrukte Flagge zu zeigen und zwar ohne Hass, Beschimpfungen und Gewalt, dann wird es ein Umdenken geben. Wenn Woche für Woche "trinkt mehr Milch"-Plakate bei Leipzigspielen zu sehen sind, dann wird es irgendwann wahrgenommen. Am Anfang vielleicht nicht als große Schlagzeile im Sporteil, aber nach ein paar Wochen und Monaten fragt vielleicht mal ein Reporter nach und dann werden alle "Trinkt mehr Milch"-Plakate auf einer großen Doppelseite gezeigt. Irgendwann fragt dann ein Reporter bei Rangnick/Matteschitz nach und wenn diese dann dünnhäutig reagieren, dann haben wir den ersten Punkt gewonnen. Es darf halt zu keinen Patzern kommen. Wenn auch nur ein Fanlager negativ auffällt, weil er beleidigt oder Hass schürt, war die friedliche Protestwelle umsonst.
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Re: Stimmung bei Auswärtsspielen

Beitrag von dkfv » 30.10.2017 11:22

Das Problem dabei ist, dass Fankurven aus tausenden Personen bestehen. Und egal wo du so eine Ansammlung von Menschen hast, irgendwelche werden immer aus der Reihe tanzen.

Als vor einigen Wochen in der Sendung "Wontorra" ein Spiegel-Reporter die Machenschaften von RB hervorragend auseinandergenommen hat, hat Herr Rangnick sehr dünnhäutig reagiert. Das hätte der Anfang einer konstruktiven Auseinandersetzung mit RB sein können. Wurde aber leider nicht weiter thematisiert.
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Re: Stimmung bei Auswärtsspielen

Beitrag von atreiju » 30.10.2017 11:24

@dkfv:

Wie ich es bereits schon geschrieben hatte, zeige mir den Verein in der Liga, der in seiner Geschichte nie Geld von solchen Mäzenen erhalten hat und nie Gelder bekommen hat, die eben nicht nur "erwirtschaftet" wurden.

Im übrigen halte ich auch das oft für eine Mär, dass alle anderen Vereine sich das immer so erwirtschaftet haben in ihrer Geschichte. Was bei Herrn Hopp "anders" ist, ist in erster Linie die Höhe seines Vermögens und die Konsequenz, mit der er damit den Aufstieg bis in die Bundesliga begleitet hat. Da hat der Verein eben Glück gehabt.

Gäbe es im Raum Mönchengladbach einen zweiten Herrn Hopp, der bei uns ähnlich finanziell unterstützen würde, wäre ich sehr gespannt, wie dies durch die Mehrzahl der Fans beurteilt würde.

Im übrigen, auch dafür gibt es zig Beispiele, ob ein Herr Mast in Braunschweig, ein Herr Roth in Nürnberg, ein Herr Löring bei Fortuna Köln, der Metzgermeister auf Schalke, zig andere Menschen bei anderen ehemaligen oder aktuellen Bundesligavereinen, überall dort, wo diese Gönner aufgetreten sind, hatten die immer auch etwas im Verein zu sagen, das Leben, der Fußball funktioniert so. Und wir Fans sind zwar wichtig, aber wir sind eben Fans und nicht mehr, aber auch nicht weniger.

Herr Hopp hat eben nicht gegen Statuten des DFB oder der DFL verstoßen, im Gegensatz übrigens zu RB eindeutig und selbst, wenn man feststellen kann, dass er diese ein wenig ausgenutzt hat und für sich und seine Zwecke ausgelegt, so ist es falsch, ihn deswegen zu kritisieren, sondern dann müssten die kritisiert und beschimpft werden, die diese Statuten so verfasst oder nicht konsequent durchgesetzt haben.

Zu guter Letzt: Ich kann dieses dämliche Argument, dass in einem Fußballstadion der Ton rauher ist und solche Beschimpfungen nunmal Standard sind, auch nicht mehr hören. Wir sollten alle zivilisierte Menschen sein und bei aller Rivalität, bei allen emotionen, die der Fußball auch behalten soll, auch im Stadion gilt Artikel 1 des Grundgesetzes für jeden.

Da geht es eben nicht um ein dickes Fell oder ähnliches, das Ganze wird sowieso komplett unglaubwürdig für mich, wenn ich dann mitbekomme, wie oft sogenannte Fans, die genau diesen rauhen Ton für sich als zum Fußball gehörend beanspruchen, gerne austicken, wenn andere Fangruppen sie ähnlich provozieren und beschimpfen und wie oft solche Dispute dann auch im oder häufiger neben dem Stadion mit Gewalt eskalieren und man sich gegenseitig prügelt, andere körperlich angreift und ähnliches. Oder eben Pyro gutheißt.

Komischerweise können viele diesen rauhen Ton dann selber nicht ab und reagieren gerne mit Schaum vor dem Mund darauf, statt gelassen darüber zu stehen.
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Re: Stimmung bei Auswärtsspielen

Beitrag von Macragge » 30.10.2017 11:28

Wenn die Bild einen extra Artikel bringt, in dem Zitate wie folgende vorkommen:

"..Hirnlose Menschen, die vorgaben, Gladbach-Anhänger zu sein..."
"Es ist mit das Widerwärtigste, das es in deutschen Fußball-Stadien leider Gottes gibt! Einfach nur verachtenswert!"
"Und Hopp ein Fußball-Mörder? Die Gladbacher Schwachköpfe..."
"Wer einen Mann wie Dietmar Hopp nicht schützt, vergeht sich am Sport."

dann hat man alles richtig gemacht.
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Re: Stimmung bei Auswärtsspielen

Beitrag von 10er » 30.10.2017 11:31

Jepp! 1900% agree :daumenhoch:
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Re: Stimmung bei Auswärtsspielen

Beitrag von BurningSoul » 30.10.2017 11:49

Macragge hat geschrieben:Wenn die Bild einen extra Artikel bringt, in dem Zitate wie folgende vorkommen:

"..Hirnlose Menschen, die vorgaben, Gladbach-Anhänger zu sein..."
"Es ist mit das Widerwärtigste, das es in deutschen Fußball-Stadien leider Gottes gibt! Einfach nur verachtenswert!"
"Und Hopp ein Fußball-Mörder? Die Gladbacher Schwachköpfe..."
"Wer einen Mann wie Dietmar Hopp nicht schützt, vergeht sich am Sport."

dann hat man alles richtig gemacht.
Alles richtig gemacht würde ich nicht sagen*, aber wenn man diese geistigen Brandstifter vom Boulevard auch nur einen Hauch von Neutralität zutraut, kann dann Ostern und Weihnachten irgendwann am gleichen Tag feiern. BLÖD als moralische Instanz und Quelle für glaubwürdigen Journalismus ist in etwa gleichzusetzen, mit einem Feuerwehrmann der Benzin statt Wasser als Löschmittel einsetzt. Es geht einfach nicht. Aber es passt ja doch. DFB/DFL und BLÖD haben ja aktuell eine Kampagne am Laufen, da darf man sich auch zu schwachsinnigen "Kommentaren" hinreißen lassen. Artikel will ich dieses Geblubber von denen nämlich nicht nennen. Das wäre eine Beleidigung für jeden echten Journalisten.

*auf den Spruch hätte man verzichten können.
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Re: Stimmung bei Auswärtsspielen

Beitrag von Schmolle14 » 30.10.2017 11:56

Schön, wie du nicht auf das widerlegte Argument der Investition in den Heimatverein eingehst.
Hopp wollte in die Bundesliga und sich Liebe und Respekt erkaufen. Bei einigen Leuten hat er das geschafft. Wie man es nennt, wenn sich Leute ihre "Liebe" durch Geld kaufen lassen, weißt du vielleicht auch.

"Andere waren auch doof" ist zum einen ein extrem schwaches Argument, zum anderen gibt es nicht nur schwarz und weiß. Und es ist schon ein extrem dunkeles Grau, was der Herr Hopp da zeichnet.

Wenn jemand Borussia Geld spenden möchte, dann hat kein Fan etwas dagegen. Wenn einer sich für sein Geld Mitspracherecht erkaufen möchte, sollte man sehr dagegen sein und es zur Abstimmung stellen - wie bei einem Anteilsverkauf auch. Dort gibt es die 75%-Zustimmungsklausel, welche aber leider in Bochum und Stuttgart nicht reichte.

Der Unterschied zwischen den Mäzenen alter Zeit und Hopp ist nicht nur die Summe der Investition, es ist auch das ganze Auftreten. Ich suche mir einen Verein (nachdem es vorher mit einigen anderen nicht klappte), mache dann einen auf "Geld spielt bei unserem Erfolg keine Rolle, hätte auch jeder andere Zweitligist schaffen können", begebe mich ständig in die Opferrolle. Dazu klarer Verstoß gegen 50+1 und Financial Fairplay. Aber wenn die DFL da beide Augen zudrückt, soll das auch jeder Fan? Neeee.

Spannend fand ich das Verhalten des Stadionsprechers: Als der Wechselgesang war, antworteten die Hopp-Fans mit "XXX" auf unser VFL. Da kam nichts.
Bei den Dietmar-Hopp-Rufen wurde aber protestiert? Gleiches gilt für die Pfiffe der Fans.
Das macht unseren Gesang nicht besser, aber die Proteste der Hoffenheimer schon etwas lächerlich.


atreiju hat geschrieben:@dkfv:

Wie ich es bereits schon geschrieben hatte, zeige mir den Verein in der Liga, der in seiner Geschichte nie Geld von solchen Mäzenen erhalten hat und nie Gelder bekommen hat, die eben nicht nur "erwirtschaftet" wurden.

Im übrigen halte ich auch das oft für eine Mär, dass alle anderen Vereine sich das immer so erwirtschaftet haben in ihrer Geschichte. Was bei Herrn Hopp "anders" ist, ist in erster Linie die Höhe seines Vermögens und die Konsequenz, mit der er damit den Aufstieg bis in die Bundesliga begleitet hat. Da hat der Verein eben Glück gehabt.

Gäbe es im Raum Mönchengladbach einen zweiten Herrn Hopp, der bei uns ähnlich finanziell unterstützen würde, wäre ich sehr gespannt, wie dies durch die Mehrzahl der Fans beurteilt würde.

Im übrigen, auch dafür gibt es zig Beispiele, ob ein Herr Mast in Braunschweig, ein Herr Roth in Nürnberg, ein Herr Löring bei Fortuna Köln, der Metzgermeister auf Schalke, zig andere Menschen bei anderen ehemaligen oder aktuellen Bundesligavereinen, überall dort, wo diese Gönner aufgetreten sind, hatten die immer auch etwas im Verein zu sagen, das Leben, der Fußball funktioniert so. Und wir Fans sind zwar wichtig, aber wir sind eben Fans und nicht mehr, aber auch nicht weniger.

Herr Hopp hat eben nicht gegen Statuten des DFB oder der DFL verstoßen, im Gegensatz übrigens zu RB eindeutig und selbst, wenn man feststellen kann, dass er diese ein wenig ausgenutzt hat und für sich und seine Zwecke ausgelegt, so ist es falsch, ihn deswegen zu kritisieren, sondern dann müssten die kritisiert und beschimpft werden, die diese Statuten so verfasst oder nicht konsequent durchgesetzt haben.

Zu guter Letzt: Ich kann dieses dämliche Argument, dass in einem Fußballstadion der Ton rauher ist und solche Beschimpfungen nunmal Standard sind, auch nicht mehr hören. Wir sollten alle zivilisierte Menschen sein und bei aller Rivalität, bei allen emotionen, die der Fußball auch behalten soll, auch im Stadion gilt Artikel 1 des Grundgesetzes für jeden.

Da geht es eben nicht um ein dickes Fell oder ähnliches, das Ganze wird sowieso komplett unglaubwürdig für mich, wenn ich dann mitbekomme, wie oft sogenannte Fans, die genau diesen rauhen Ton für sich als zum Fußball gehörend beanspruchen, gerne austicken, wenn andere Fangruppen sie ähnlich provozieren und beschimpfen und wie oft solche Dispute dann auch im oder häufiger neben dem Stadion mit Gewalt eskalieren und man sich gegenseitig prügelt, andere körperlich angreift und ähnliches. Oder eben Pyro gutheißt.

Komischerweise können viele diesen rauhen Ton dann selber nicht ab und reagieren gerne mit Schaum vor dem Mund darauf, statt gelassen darüber zu stehen.
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Re: Stimmung bei Auswärtsspielen

Beitrag von BorussiaMG4ever » 30.10.2017 12:24

Macragge hat geschrieben:Wenn die Bild einen extra Artikel bringt, in dem Zitate wie folgende vorkommen:

"..Hirnlose Menschen, die vorgaben, Gladbach-Anhänger zu sein..."
"Es ist mit das Widerwärtigste, das es in deutschen Fußball-Stadien leider Gottes gibt! Einfach nur verachtenswert!"
"Und Hopp ein Fußball-Mörder? Die Gladbacher Schwachköpfe..."
"Wer einen Mann wie Dietmar Hopp nicht schützt, vergeht sich am Sport."

dann hat man alles richtig gemacht.
sehr geil, alfred draxler wieder auf seinem persönlichen feldzug gegen die bösen ultras :lol:

empfinde für diesen typen mittlerweile nur noch mitleid.

dass es überhaupt als journalist erlaubt ist, öffentlich so gegen andere menschen zu pöbeln und zu hetzen.
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Re: Stimmung bei Auswärtsspielen

Beitrag von raute56 » 30.10.2017 12:34

Macragge hat geschrieben:Wenn die Bild einen extra Artikel bringt, in dem Zitate wie folgende vorkommen:

"..Hirnlose Menschen, die vorgaben, Gladbach-Anhänger zu sein..."
"Es ist mit das Widerwärtigste, das es in deutschen Fußball-Stadien leider Gottes gibt! Einfach nur verachtenswert!"
"Und Hopp ein Fußball-Mörder? Die Gladbacher Schwachköpfe..."
"Wer einen Mann wie Dietmar Hopp nicht schützt, vergeht sich am Sport."

dann hat man alles richtig gemacht.
Ich widerspreche Dir.

Du hast zwar die mediale Aufmerksamkeit. Aber der normale Bundesdeutsche wird sich NICHT auf die Seite der Spruchbandschreiber stellen, wird NICHT Hoffenheim und Leipzig hinterfragen, sondern sich eher auf die Seite dieser beiden Clubs stellen.

Glaube es mir: ich kenne viele, die Traditionsvereine mit Pyro, Krawall und eben solchen Spruchbändern in Verbindung bringen und Leipzig und Hoffenheim als "saubere" Clubs sehen.

Mit der Argumentation des Spruchbandes ziehst Du keinen auf Deine Seite. Mit Plakaten wie "Trinkt mehr Milch" eher. Durch solche Aussagen fragen normale Menschen eher nach dem Sinn und Zweck des Protestes und sind empfänglich für
für die Kritik an TSG und RB. Bei der Holzhammermethode nicht.
Zuletzt geändert von raute56 am 30.10.2017 12:57, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Stimmung bei Auswärtsspielen

Beitrag von Borusse 61 » 30.10.2017 12:40

Da stimm ich dir voll und ganz zu :daumenhoch: :daumenhoch:
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