50+1 Regelung: Mehrheit bei Bundesligaklubs

Der Ball ist rund, und ein Spiel dauert 90 Minuten. Wirklich? Im nationalen Fußball ist das oft anders.

Re: 50+1 Regelung: Mehrheit bei Bundesligaklubs

Beitragvon Volker Danner » 02.02.2016 14:14

FCA-Boss Hofmann befürchtet das Ende von 50+1

... die steigenden Fernsehgelder in England: "Die ersten drei Jahre werden wir durchstehen. Sollte es länger als drei Jahre gehen, wird es akute Folgen haben", meint Hofmann. Dann werde "sicher auch der Schrei nach der Abschaffung der 50+1-Regel laut, weil wir in Europa, außer Bayern München und vielleicht Borussia Dortmund, nichts mehr gewinnen können. Und ich fürchte, dann wird man sich schrittweise von 50+1 verabschieden."

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Re: 50+1 Regelung: Mehrheit bei Bundesligaklubs

Beitragvon don pedro » 02.02.2016 14:37

dann pfeiff ich auf europa.ich wette dann werden die stadien weiterhin voller sein als in england,italien und bis auf zwei oder drei in spanien.
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Re: 50+1 Regelung: Mehrheit bei Bundesligaklubs

Beitragvon mitja » 04.05.2016 09:38

Interview mit Andreas Rettig vom FC St. Pauli:
Der 53-Jährige ist ein Verfechter der 50+1-Regel. Der Ex-DFL-Mann ist der Meinung, dass Clubs, die sich nicht an diese Vorgabe halten müssen, einen Ausgleich erbringen sollen. Rettig will Chancengleichheit.

http://www.wz.de/mobile/home/sport/fussball/2-bundesliga/rettig-entwicklung-geht-klar-in-die-falsche-richtung-1.2178803
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Re: 50+1 Regelung: Mehrheit bei Bundesligaklubs

Beitragvon kurvler15 » 04.05.2016 10:18

Er hatte immerhin 2 Jahre Zeit als DFL-Geschäftsführer solche Ideen mal anzubringen.
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Re: 50+1 Regelung: Mehrheit bei Bundesligaklubs

Beitragvon Seb » 04.05.2016 11:26

Das glaube ich nur bedingt. Es ist leichter in der Opposition solche radikale Veränderungen zu fordern als sie als Vertreter der gesamten Interessensgemeinschaft zu implementieren. Derartige Alleingänge würden eine Vielzahl von Vereinen nicht mittragen und sofort unterbunden werden. Es bedarf einer breiten Organisation, um den aktuellen Trend aufzuhalten.

Der aktuelle Trend geht in Richtung Risikominimierung und Profitmaximierung. Risikominimierung durch alleinige Entscheidungsgewalt im Verein (potenzielle Auflösung der 50+1 Regel), Vermeidung von Unsicherheitsfaktoren (Schiedsrichterfehlentscheidungen, Zufälle), Ausweitung der Kontrolle auf das Spielgeschehen und sämtlicher Begleitfaktoren (Auszeiten, Torkamera, zusätzlicher Schiedsrichter) und Einflußnahme auf die Verantwortlichen durch Lobbyarbeit und Zuwendung (wie Sponsoring des DFB Pokals durch VW). Profitmaximierung durch verstärktes Merchandising, Internationalisierung (siehe Asienreisen), Erhöhung der Attraktivität für die breite Masse (weniger Ultras, mehr Familien), Zerstückelung der TV-Verträge (Bundesliga 24/7) und Begrenzung der Mitgliedschaften/Teilhaber des Vereins (wieder 50+1).

Damit wird auch offensichtlich, warum es zunehmend Konflikte zwischen den Anhängern des traditionellen Spiels und Befürwortern des Unternehmertums gibt. Erstere lieben das Spiel und sind primär an den Emotionen interessiert (nicht am Profit), schätzen die Unsicherheit des Spiels (Spannung, Adrenalin, Dynamik), leben von dem sportlichen Vergleich mit anderen Vereinen und deren Anhängern Samstags um 15:30 (nicht dem unternehmerischen Kalkül) und haben nichts am Hut mit irgendwelchen Pseudo-Anhängern in Unterasien, sondern schätzen die Hassliebe mit lokalen/benachbarten Vereinen/Anhängern. Je mehr wir dem oben aufgezeigten Trend folgen, desto mehr wird das traditionelle Spiel (was es im Kern auch ist, ein SPIEL) leiden. Wer das nicht erkennt, hat das Spiel nie geliebt.
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Re: 50+1 Regelung: Mehrheit bei Bundesligaklubs

Beitragvon Nothern_Alex » 22.11.2016 21:28

Die Argumente sind zwar nicht neu, ich fand es dennoch gut, sie mal wieder zu lesen:

http://www.spiegel.de/sport/fussball/rb ... 22205.html
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Re: 50+1 Regelung: Mehrheit bei Bundesligaklubs

Beitragvon nicklos » 04.12.2016 10:57

Die Regel würde wohl eh fallen, wenn jemand ordentlich klagt.

Wie die momentan willkürlich ausgelegt wird, ist ein Scherz.

Aber ich denke, dass kleine Clubs wie Mönchengladbach dann eher bald zweite als erste Liga spielen.

Denn Finanzkraft ist bei anderen Städten größer. Wer will schon in Mönchengladbach 100 Mio stecken, wenn er in Frankfurt, Hamburg oder Berlin investieren kann.

Also ich glaube, dann bricht Chaos aus.

Dann werden einige Clubs außen vor sein auf Dauer.

Natürlich brauchst du als Verein auch gute Strukturen, aber welcher guter Trainer bleibt da, wenn das Gehalt woanders extrem viel höher ist und man super teure Spieler kaufen kann.
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Re: 50+1 Regelung: Mehrheit bei Bundesligaklubs

Beitragvon 3Dcad » 19.03.2017 22:09

"Wenn suggeriert wird, man hätte bei RB Leipzig die Lizenz nicht erteilen sollen, kann ich nur erwidern: Wir werden uns als DFL immer an die von den Klubs beschlossenen Statuten halten und keinen Schauprozess führen, bei dem wir mit fliegenden Fahnen untergehen bei dem Versuch, etwas zu verhindern, was auf Basis der 50+1-Regel nicht zu verhindern ist." Seifert plädiert vielmehr dafür, dass man "lieber in eine Diskussion über die Ausgestaltung der Regel treten sollte, das wäre hilfreicher".

http://www.kicker.de/news/fussball/bund ... ehren.html

Kann mir mal jemand bitte diesen Satz erklären? Haben die Klubs also RB Leipzig gewollt? Das kann ich mir nicht vorstellen.
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Re: 50+1 Regelung: Mehrheit bei Bundesligaklubs

Beitragvon Saxonia Reloaded » 19.03.2017 22:21

3Dcad hat geschrieben:
Kann mir mal jemand bitte diesen Satz erklären? Haben die Klubs also RB Leipzig gewollt? Das kann ich mir nicht vorstellen.


Den Satz interpretiere ich so, dass die DFL/DFB es nicht darauf ankommen lassen wollte auf eine gerichtliche Auseinandersetzung mit Red Bull wg der 50+1 Regel, weil die dann eventuell vor einem europäischen Gericht gekippt worden wäre.
Mateschitz hatte das vor Jahren auch angedroht deswegen vor europäische Gerichte bis zur letzten Instanz zu ziehen und offenbar hat er dort auch ganz gute Aussichten.
In Wahrheit ist das Heuchelei auf extrem hohen Niveau. Der DFB wollte RB um die Investruine Zentralstadion zu füllen.
Sie hätten ganz einfach über den Namen gestoppt werden können, denn Mateschitz hätte seinen "Verein" niemals einen normalen Namen gegeben und hatte das auch ganz klar gesagt. Es musste ein eindeutiger Bezug zur Marke da sein.
Ansonsten hätte er wohl mehr Weltraumhopsen veranstaltet.
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Re: 50+1 Regelung: Mehrheit bei Bundesligaklubs

Beitragvon {BlacKHawk} » 04.06.2017 13:55

Ich hol das Thema nochmal hoch:



http://www.kicker.de/news/fussball/2bun ... lagen.html

Überraschter Ismaik will gegen 50+1-Regelung klagen

Im Machtkampf bei 1860 München läutet Hasan Ismaik die nächste Runde ein: Nach Informationen der Süddeutschen Zeitung will der Investor gegen die 50+1-Regel im deutschen Fußball vorgehen. "Ich wollte das nie machen, aber jetzt werde ich gegen 50+1 klagen", so der Jordanier, der sich ob der Gültigkeit dieser Regel auch in unteren Ligen überrascht zeigte.
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Re: 50+1 Regelung: Mehrheit bei Bundesligaklubs

Beitragvon purple haze » 04.06.2017 21:41

Ich finde das ganze unheimlich spannend, bezüglich eines Ergebnisses, auf der anderen Seite widern nicht die Geschehnisse in München unheimlich an. Da treibt so'n Vogel von Geldgeier seine Spielchen um möglichst seine Taschen zu füllen, ein ein Stück Geschichte wird einfach der eigenen monetären und machthaberischen Interessen wegen verraten und kaputt gemacht. Bäh, ich kann garnicht soviel essen, wie ich kotzen möchte.
Aber irgendwie auch selbst schuld die Münchner. Was lassen die sich auch darauf ein dem Typen soviel macht zu geben.
Jetzt wird gejammert, und das ganze wirkt tragisch-komisch.
Ob die dfl hier auch klein beigibt bevor das ganze vor Gericht landet? Hätte sie vor dem egh bestand?
Hier wünschte ich mir das die 50+1 Regel unangetastet bleibt. Gibt dich schon genug Ausnahmen.
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Re: 50+1 Regelung: Mehrheit bei Bundesligaklubs

Beitragvon HerbertLaumen » 04.06.2017 22:15

Sollte der Seppl aus Jordanien tatsächlich klagen, dann geht das durch alle Instanzen, wahrscheinlich bis zum EuGH, das finale Urteil kommt schon in 10 Jahren :gaehn:
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Re: 50+1 Regelung: Mehrheit bei Bundesligaklubs

Beitragvon purple haze » 04.06.2017 22:54

Auch eine feine Aussicht. Und bis dahin?
Er wird weiter seine Spielchen spielen bis 1860 komplett am a.rsch ist, und sich dann zurück ziehen.
Bin ich froh das ich Borusse, in'ner sechszger haut möchte ich nicht stecken.
Niemals will ich erleben das Borussia zum Spielzeug eines tumben, dickköpfigen, ignoranten, dummen, und trotzigen Kindes wird wie 1860.
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Re: 50+1 Regelung: Mehrheit bei Bundesligaklubs

Beitragvon borussenmario » 05.06.2017 10:52

purple haze hat geschrieben:Niemals will ich erleben das Borussia zum Spielzeug eines tumben, dickköpfigen, ignoranten, dummen, und trotzigen Kindes wird

Donald, Kim und Recep sind hier off topic.
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Re: 50+1 Regelung: Mehrheit bei Bundesligaklubs

Beitragvon Neptun » 05.02.2018 14:45

50+1: 12 Bundesliga-Klubs für Reform

https://www.transfermarkt.de/50-1-12-bu ... ews/300271
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Re: 50+1 Regelung: Mehrheit bei Bundesligaklubs

Beitragvon brunobruns » 05.02.2018 18:28

Money changes everything :roll:
Die Entwicklung Richtung England dürfte auch hier nicht mehr lange auf sich warten lassen.
Der Ulli und der Acki brauchen frisches Geld für ihre Europavisionen.
Wir werden in 10 Jahren wehmütig auf heute zurück sehen.
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Re: 50+1 Regelung: Mehrheit bei Bundesligaklubs

Beitragvon Nothern_Alex » 05.02.2018 20:53

Du meinst in zehn Jahren wird jemand anders außer Bayern Meister?
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Re: 50+1 Regelung: Mehrheit bei Bundesligaklubs

Beitragvon Paul-Block17 » 05.02.2018 20:55

Die Befürchtung hab ich auch. Ich frage mich allerdings in wie weit wird der normale Fan das Spiel mitgehen?

Irgendwann muss das doch mal peng machen und die Blase platzen...
Selbst wenn es Investoren gibt, es kann nur einer die Bayern oder Dortmund besitzen. Was passiert mit den unattraktiven Bräuten wie Freiburg?

Das ganze schiebt die Schere doch nur noch weiter auseinander.
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Re: 50+1 Regelung: Mehrheit bei Bundesligaklubs

Beitragvon HerbertLaumen » 05.02.2018 21:50

Deutliche Worte zum Thema schlug auch BVB-Boss Hans-Joachim Watzke an: „Wir werden weiter für 50+1 kämpfen. So lange mir keiner der Gegner schlüssig erklären kann, warum man 50+1 abschaffen soll, obwohl Real Madrid und Barcelona als Vereine mit 50+1 die erfolgreichsten Klubs der Welt sind, kämpfe ich für den Bestand dieser Regel.“

Muahahaha, was für ein heuchlerischer Dummschwätzer, der BxB war der erste Verein in Deutschland der die Mehrheit seiner Anteile an fremde Dritte verhökert hat.

Die Aktionärsstruktur der Borussia Dortmund GmbH & Co. KGaA stellt sich aufgrund der uns derzeit vorliegenden Stimmrechtsmitteilungen wie folgt dar:

Evonik Industries AG: 14,78%
Bernd Geske: 9,19%
Ballspielverein Borussia 09 e.V. Dortmund: 5,53%
SIGNAL IDUNA: 5,43%
PUMA SE: 5,0%
Streubesitz: 60,07%

http://aktie.bvb.de/BVB-Aktie/Aktionaersstruktur

Der BxB hält nur noch 5% seiner Anteile, das ist dann eher die 5+95 Regel :roll:
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Re: 50+1 Regelung: Mehrheit bei Bundesligaklubs

Beitragvon Volker Danner » 05.02.2018 21:53

der Fußball spiegelt unsere gesellschaft wider.. anspruch und wirklichkeit driften mehr und mehr auseinander..

verurteilte verbrecher führen den erfolgreichsten "Verein" in Fußballdeutschland! wer stört sich schon daran.?

glaubt jemand an eine Renaissance unseres Sports?
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