Borussias Talent-Kompetenz

Ausgekontert oder aus der Tiefe des Raumes? Über Spielsysteme, Taktik und Mannschaftsteile kann man sich hier die Köpfe heiß diskutieren.

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Borussias Talent-Kompetenz

Beitragvon SpaceLord » 20.01.2009 10:20

Leider konnte ich das Thema nicht unter Borussia "Intern" aufmachen, daher mache ich es mal hier...


In der letzten Zeit kocht in vielen unspeziellen Threads das Thema unserer entweder "nicht bereiten, verkannten oder vergraulten" Talenten hoch. Daher möchte ich diesen speziellen Thread eröffnen. Dabei will ich nur bedingt die Themen ehemaliger Borussen ankratzen, die aber beispielhaft für das Verfahren unseres Vereins mit Talenten waren.

Dabei gab es unterschiedliche Aspekte.

Verkauf bei laufendem Vertrag (z.B. Jansen)
Spätentwicklung bei anderen Vereinen (Polanski, Compper)
evtl. anstehende Abgänge, die aber noch abzuwarten sind (Baumjohann, Marin?)


Woran liegt es, daß wir aus dem offensichtlich vorhandenen Talent-Potenzial nur bedingt Kapital schlagen können (und damit ist keineswegs nur die monetäre Seite gemeint)? Klar ist, daß wir den Spielern aufgrund ausbleibender sportlicher Erfolge nur wenig Perspektive bieten können.

Liegt es an Spielern, oder an der sportlichen Leitung?

Ich meine, hier liegt viel Diskussionsbedarf.

Eure Meinungen, bitte.
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Re: Borussias "Talent-Kompetenz"

Beitragvon steff 67 » 20.01.2009 11:39

Man kann in einer Mannschaft nun nur mal 11 Spieler einsetzen.Wenn man dann nur auf der Bank sitzt weil der Trainer einen anderen bevorzugt dann ist es doch normal das man sein Glück woanders versucht
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Re: Borussias "Talent-Kompetenz"

Beitragvon Ruhrpott » 20.01.2009 11:55

Sicher sind auch Fehler gemacht worden, aber Spieler müssen auch zu Mannschaften bzw. den Spielsystemen passen. Siehe Compper.
Der vielzitierte Fall Schlaudraff: bei uns lange verletzt, konnte sich aber danach auch nicht richtig durchsetzen. Bei Aachen hat dann alles gepasst, bei Bayern auch aufgrund der Konkurrenz nicht. Bei Hannover m.E. bisher auch nicht so der Knaller.
Baumjohann: lange Zeit hier von wenigen als Talent beschrieben, real hat er sich nicht durchsetzten und in die die erste Mannschaft spielen können - und das bei mehreren Trainern nicht. Der Knoten scheint etwas aufgegangen zu sein und jetzt wechselt er zu Bayern, wohl ohne dass wir eine Chance dagegen gehabt hätten.
Marin: wie will eine Mannschaft den halten, wenn man wenig sportliche Perspektive hat ?
Polanski - sicher sehr kompliziert und vielschichtig. Ich traue ich mir keine Bewertung zu.
Jansen: noch heißer diskutiert. Da sind auf der einen Seite die, die behaupten, er sei vor dem Abstieg gegen den Willen des Vereins geflohen. Und auf der anderen die, die behaupten, er sei verkauft worden, damit mit seinem Transfererlös den Wiederaufstieg finanzieren konnten. Wer hat da Recht ? Die Aussagen des Spielers und der Borussia (damalig Ziege) sind da durchaus unterschiedlich.

In jedem Fall sehe ich hier im Forum oft das Phänomen, jüngst z.B. bei Ndjeng ganz deutlich, dass mässig erfolgreiche Spieler (ob nun Talente oder ältere Spieler) auf einmal deutlich besser beurteilt werden, wenn andere Vereine sich für sie interessieren oder sie uns gar verlassen. Dann wird Borussia jedesmal Blindheit angedichtet.
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Re: Borussias "Talent-Kompetenz"

Beitragvon Tusler » 20.01.2009 11:57

Die Borussia ist ein Traditionsverein mit einer riesigen Anhängerschaft.Und trotz unseres sportlichen Misserfolgs,hat der Name von Borussia noch immer einen guten Namen,vor allem im Jugendbereich.
Kristallisiert sich ein Spieler als überdurchschnittlich heraus,so wird Er direkt von anderen Vereinen beworben und der Preis für den Spieler geht sofort nach oben und zwar so hoch nach oben,dass die Borussia Mühe hat dieses Talent zu behalten,weil man einfach finanziell nicht mit Bayern,Schalke,HSV,Leverkusen,Wolfsburg,Hoffenheim mithalten kann.Es ist bei Borussia deshalb kaum möglich einmal eine Mannschaft so aufzubauen,wie man es möchte.(Wie z.B. im Moment Hoffenheim durch die Hopp Millionen)Diese Spieler drängen mittlerweile so früh weg,dass ein Aufbau wie früher einfach nicht mehr möglich ist.Früher blieben die Spieler wenigstens bis 26-27 Jahre,wenigstens aber bis 25.
Jetzt wollen diese schon mit 19-23 weg.Wie soll das für die Borussia möglich sein,ohne das ein grosser Geldgeber einspringt?
So werden diese Spieler zwar für gutes Geld verkauft (10-15 Mio),aber für dieses Geld bekommt man keine gleichwertigen Talente anderer Vereine zurück.Deshalb werden Spieler gekauft,die bei weitem nicht das Potenzial der Verkauften haben,aber im Endeffekt den Verein doch Millionen kosten.So ist eine gute Aufbauarbeit kaum möglich.Es müsste wieder erreicht werden,dass unsere Talente länger beim Verein bleiben und erst später (25-26Jahre)zu evtl. grossen Vereinen wechseln.Aber da jetzt nicht nur wie früher die Bayern die Talente wegkaufen,sondern mindestens noch ca. 5 Bundesligavereine,ist das natürlich schwer hinzukriegen.Ein Teufelskreis,aus dem man nur herauskommt,wenn man mal etwas wagt(wie jetzt Köln),wobei neben dem evtl. Erfolg natürlich auch das Risiko sehr gross ist und den Verein an den Rand des Ruins bringen kann.Schwere Entscheidung!
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Re: Borussias "Talent-Kompetenz"

Beitragvon VLC007 » 20.01.2009 12:22

Borussia hat in den letzten Jahren eine exzellente Jugendarbeit abgeliefert und Talente wie Janssen, Polanski, Schlaudraff, Compper, Levels, Dorda, Jantschke, Marin, Enke etc. hervorgebracht. Oft genug wurde aus welchen Gründen auch immer versäumt unsere Talente langfristig zu binden und zu fördern, so dass sie uns teilweise für sehr wenig Ablöse verliessen und wir anstelle dessen hohe Transfersummen aufwenden mussten, um den Verlust zu kompensieren. In meinen Augen ist dies der falsche Weg. Die Frage die sich stellt ist, warum frühzeitig Talente gefunden und nach Gladbach gelotst werden können (z.B. Marin oder Jantschke), sie man aber verhältnismässig schnell wieder fallen lässt (z.B. Compper und Schlaudraff)?

Nicht ist langfristig "billiger" als eigenen Nachwuchs kontinuierlich in den Spielbetrieb der ersten Mannschaft zu integrieren. Hier fehlt es meiner Meinung nach an Geduld und Willen dieses Spielerpotential zu förden und langfristig zu binden. Ich glaube zudem, dass in letzter Zeit die Verantwortlichen keine ausreichende Qualität hatten, um dies zu gewährleisten. Man kann zwar nicht in die Zukunft blicken, aber ein geschultes Auge erkennt Talent und Potential und weiss dieses zu fördern und in den Dienst der Mannschaft einzubinden. Spieler wie Polanski, Compper, Marin oder Baumjohann hätten frühzeitig und langfristig gebunden werden können, wenn man ihnen vertraut hätte und ihnen neben einem "ordentlichen" Gehalt auch eine persönliche Perspektive aufgezeigt hätte. Sicherlich gibt es Fälle in denen es zu Entwicklungsstagnation kommen kann und ein Wechsel für beide Parteien sinnvoll erscheint. Aber warum dann verkaufen und nicht verleihen?
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Re: Borussias "Talent-Kompetenz"

Beitragvon Carsten Nielsen » 20.01.2009 18:15

Das eigentliche Problem ist m. E auch bezüglich der Talente die fehlende Kontinuität. Wenn man ständig die Trainer und Sportdirektoren auswechselt, kann sich letztlich kein Konzept und auch keine fussballerische Philosophie im Verein etablieren.

Nehmen wir doch Baumjohann: Er wurde von JH schon zu Schalker Zeiten protegiert und deshalb auch zu Borussia geholt. Hätte sich JH in Gladbach etabliert, wäre dies womöglich mit Baumjohann auch schon längst passiert und er hätte bereits - mit JH´s Fürsprache - einen langfristigen Vertrag bei uns unterschrieben.

Oder nehmen wir Polanski und Fleßers: Unter Köppel hatten beide recht gute Karten, bei Köppels Nachfolgern nicht mehr.

Sicher kann man mir jetzt entgegenhalten, dass sich wirkliche Talente unabhängig vom jeweiligen Trainer durchsetzen, trotzdem bin ich überzeugt, dass die Bedeutung des jeweiligen Trainers gerade bei den jungen Spielern mitunter enorm ist.

Es wird zwar bei Borussia ständig von Kontinuität geredet, aber man schafft es einfach nicht, Kontinuität in den Verein zu bringen. Solange dies der Fall ist, wird weiterhin einiges bei Borussia im Argen liegen (bleiben). :(
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Re: Borussias "Talent-Kompetenz"

Beitragvon frank_schleck » 20.01.2009 18:25

Namen gibt es viele: Compper, Carnell, Schlaudraff, Jansen etc.

Jetzt mal die, wo wir ein schlechtes Geschäft gemacht haben, das sind alle bis auf Jansen, den wir weit über Marktwert vertickt haben.
Jan Schlaudraff: Für mich ein oberer Bundesligadurchschnittsstürmer, der mal eine ziemlich gute Phase in Aachen hatte (gute Phasen hatte sogar Kahe)
Bradley Carnell: In der 2. Liga in Karlsruhe Leistungsträger, mittlerweile auch etwas in der Versenkung verschwunden
Marvin Compper: Spielt jetzt auch erst 10 Monate richtig hohes Niveau - verspricht mehr zu werden, als nur eine gute Phase, doch wirklich beweisen muss er sich auch noch.
Eugen Polanski: Wie bei Compper muss auch er sich erst mal beweisen - wirklich gut spielt er auch erst ein paar Wochen, zu früh um irgendwas allgemeins zu sagen.

Fazit: Dass wir 1 Megatalent nach dem anderen abgeben halte ich für lächerlich. Wir machen sogar teilweise gute Deals (Jansen, Marin), Compper in Hoffenheim ist ja kein Einzelfall, da haben viele solche explosionsartigen Steigerungen. Schlaudraff ist auch noch kein Star der Bundesliga und Carnell hat auch nur in der 2. Liga Topleistungen gebracht.
Polanski spielt 2-3 gute Spiele und ist schon wieder ein Star in Spanien. Das ist südländische und mediale Mentalität, mehr nicht. (kann aber mehr werden)
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Re: Borussias "Talent-Kompetenz"

Beitragvon HerbertLaumen » 20.01.2009 18:39

Man sollte vllt. auch mal die Talente aufzählen die Borussia verlassen haben und keinen Erfolg woanders hatten. Die hätten wir dann mit der Strategie "Langfristige Mio-Verträge für junge Spieler" dann wahrscheinlich noch alle an der Backe und die würden dann 1. Kaderplätze blockieren und 2. den Etat belasten.
Talentförderung ist wie die Transferpolitik immer ein Tanz auf der Rasierklinge und man muss nun einmal abwägen, welchen junge Spieler man für wie lange und zu welchen Konditionen beschäftigen will. Warum bekommt Heubach einen Profivertrag und der "gleich gute" Stang nicht? Wie um Himmels Willen soll man denn jetzt wissen, wo die Jungs in drei Jahren stehen? Hier sind - wie eigentlich überall - die Ansprüche viel zu hoch.
Natürlich passieren Fehler, das ist vollkommen unbestritten, aber gerade in Vertragsangelegenheiten kann man doch nur extrem schwer beurteilen, was los ist, weil man so gut wie nie Details zu Gesicht bekommt.
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Re: Borussias "Talent-Kompetenz"

Beitragvon VLC007 » 20.01.2009 19:05

HerbertLaumen hat geschrieben:Wie um Himmels Willen soll man denn jetzt wissen, wo die Jungs in drei Jahren stehen?


Das weder du noch ich das absehen können ist vollkommen verständlich. Aber das Leute, die den ganzen Tag nichts anderes machen und abgesehen davon ihr ganzes Leben lang nichts anderes gemacht haben, sich zuweilen so im Leistungspotential einzelner Spieler verschätzen geht eigentlich nicht. Wenn man finanziell nicht mithalten kann - ok. Wenn man sieht, dass es mit Spieler und Verein nicht passt - kann ich auch verstehen. Aber das man Leute einfach ziehen lässt, weil man sie nicht fördert, oder sie für zu schlecht hält, das ist für mich ein Kündigungsgrund, allein wenn man sich den wirtschaftlichen Schaden vor Augen hält.
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Re: Borussias "Talent-Kompetenz"

Beitragvon HerbertLaumen » 20.01.2009 19:39

VLC007 hat geschrieben:Aber das Leute, die den ganzen Tag nichts anderes machen und abgesehen davon ihr ganzes Leben lang nichts anderes gemacht haben, sich zuweilen so im Leistungspotential einzelner Spieler verschätzen geht eigentlich nicht.

Natürlich geht das und wird auch immer wieder passieren, es handelt sich nämlich immer noch um Menschen, die Fehler machen und keine 100% fehlerfreien Talenterkennungsmaschinen, die dann zudem noch die Entwicklung eines Talentes auf Jahre hinaus richtig prognostizieren können müssen.

Aber das man Leute einfach ziehen lässt, weil man sie nicht fördert...

Welche Spieler werden denn nicht gefördert?

...oder sie für zu schlecht hält, das ist für mich ein Kündigungsgrund, allein wenn man sich den wirtschaftlichen Schaden vor Augen hält.

Also dürfte man eigentlich nie mehr einen Spieler abgeben oder gehen lassen, weil er könnte ja noch den Durchbruch packen.
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Re: Borussias "Talent-Kompetenz"

Beitragvon VLC007 » 20.01.2009 20:10

HerbertLaumen hat geschrieben:Natürlich geht das und wird auch immer wieder passieren,


Das wird in der Tat immer wieder passieren, darf es aber in einem Verein nicht, der von jeher darauf angewiesen war Talente zu erkennen, zu fördern, in ein Gefüge erfolgreich einzubauen und teuer wieder zu verkaufen. Wenn unser "Talentsichtungs- und -förderungssystem" nicht 100% funktioniert, dann muss man es eben soweit verbessern wie es irgendwie geht. Ich wage zu behaupten, dass das, was wir bei der Borussia haben bei weitem nicht das non-plus-ultra ist und führe als Beispiele Ajax und Sevilla an, die Jahr für Jahr Top-Spieler ersetzen müssen und dies mit einem hervorragendem Spähersystem auch schaffen.

Was das Fördern von Spielern angeht, so finde ich endet das nach relativ kurzer Zeit im Profikader. Haben sie einmal den Sprung geschafft ist nicht genug Geduld vorhanden 2,3,4 Jahre Entwicklung abzuwarten, und Verträge werden nicht, oder zu spät verlängert. Das sind sportliche und wirtschaftliche Fehlentscheidungen, die sicherlich passieren, aber wie gesagt nicht passieren dürfen. Fehlt es vielleicht an Kompetenz?
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Re: Borussias "Talent-Kompetenz"

Beitragvon HerbertLaumen » 20.01.2009 20:21

VLC007 hat geschrieben:Fehlt es vielleicht an Kompetenz?

Bei den Fans fehlt es vor allen Dingen an Geduld. Kannst du dich an das Raunen und an das Gepfeife gegen Polanski erinnern? Kannst du dich an die Meckerei sowohl hier im Forum als auch im Stadion ("schwarze XXX") gegen Compper erinnern? Und jetzt wird hier so getan, als hätten es alle mal wieder vorher gewusst. Nein, du bist nicht gemeint.

Wie soll man die Jungs denn im Profikader fördern? Man muss doch zuallererst Erfolg haben, das ist das A und O, weil sich kein Trainer darauf zurückziehen kann, dass er ja soviel junge Spieler fördert. Und dann müssen die Talente sich ja auch aufdrängen, im Training, bei Freundschaftsspielen, in der U23. Warum nicht viel mehr junge Spieler in der U23 spielen, verstehe ich auch nicht. Aber liegt das denn am bösen Willen des Trainers? Weißt du es? Ich nicht.

Unser "Talentsichtungs- und -förderungssystem" funktioniert sicher nicht 100%ig. Aber es funktioniert doch schon ziemlich gut, wenn man sich die Masse der jungen Spieler ansieht, die es zumindest schon einmal in den Profikader schaffen. Dass diese Jungs es dann bei uns nicht zum Stammspieler bringen liegt doch in zig Faktoren begründet. Und noch darüber hinaus, wenn selbst Stammspieler sich dann immer noch nicht wirklich durchsetzen können und grottig kicken. Ich sehe die Verantwortung in erster Linie beim Spieler, es ist sein Leben, es ist seine Karriere und gerade ein junger Spieler muss Gas geben und kann nicht darauf warten, adäquat "gefördert" zu werden. Kommt da nämlich nix, wird er auch nicht gefördert, sondern der Spieler, der sich reinhängt.
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Re: Borussias "Talent-Kompetenz"

Beitragvon VLC007 » 20.01.2009 20:34

HerbertLaumen hat geschrieben:Kannst du dich an das Raunen und an das Gepfeife gegen Polanski erinnern? Kannst du dich an die Meckerei sowohl hier im Forum als auch im Stadion ("schwarze XXX") gegen Compper erinnern?


Da gebe ich dir vollkommen recht! Wir Fans haben zuwenig Geduld und können Leistungen auch nicht wirklich beurteilen. Die nächste Hexenjagd haben wir ja schon mit Levels und wie ich finde vollkommen zu unrecht. Wir fordern Identifikation von den Spielern identifizieren uns aber nicht mit unserer Jugend, also den absolut echten Borussen! Das ist schizophren!! Wir haben seit geraumer Zeit wieder eine exzellente Jugendarbeit, die allerdings auf Profiebene ins Stocken gerät. Ich glaube auch, dass der Erfolgsdruck im Verein sehr hoch ist und daher die Toleranzschwelle auf allen Ebenen sehr niedrig ist, so dass man sich nicht adäquat um die Jungs kümmern kann. Aber das ist auch eine Frage der Philosophie. Wollen wir eine Verbindung zur Fohlenelf der 70er herstellen oder verfolgen wir weiterhin den Weg zum Kaufhaus des Westens?

Wir als Fans (und unsere Intelligenz) sind da auch gefragt. Einserseits wollen wir das unsere Talente ewig bei uns bleiben, andererseits werden unsere Jungs auf dem Platz gedissed, unsere Spieler sind die Megagraupen, aber jeder Transfer ist vorweg schon eine Granate :gaga:.
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Re: Borussias "Talent-Kompetenz"

Beitragvon HerbertLaumen » 20.01.2009 20:36

Dem kann ich nur zustimmen, VLC :daumenhoch:
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Re: Borussias "Talent-Kompetenz"

Beitragvon fohlenecco » 20.01.2009 20:42

@VLC: deinen letzten Beitrag kann ich zu 100% unterschreiben.

Desweiteren brauchen wir den Erfolg um junge Spieler vernünftig zu fördern, sprich langsam und behutsam ins Profiteam bringen. Wir stehen aber immer mit dem Rücken zur Wand und haben nicht die Zeit. Dann stehst du auf einem Abstiegsplatz und die Anfragen für gute Talente (Marin, Baumjohann) lassen nicht auf sich warten. Da beißt sich die Katze in den Schwanz.
Das was wir wirklich brauchen um Talente langfristig zu halten schrob ich im ersten Satz. ERFOLG.
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Re: Borussias "Talent-Kompetenz"

Beitragvon VLC007 » 20.01.2009 20:49

fohlenecco hat geschrieben:Das was wir wirklich brauchen um Talente langfristig zu halten schrob ich im ersten Satz. ERFOLG.


Den wirst du aber mit Talenten und Durchschnittskickern nicht haben. Da muss man dann aber Risiko gehen und wie Köln bereit sein 2-3 Spitzenspieler zu verpflichten, an deren Seite unsere Talente in Ruhe reifen können und nicht direkt Stützen der Mannschaft sein müssen wie bspw. Marin oder eben Levels.
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Re: Borussias "Talent-Kompetenz"

Beitragvon fohlenecco » 20.01.2009 20:50

@VLC: Ja so siehts aus. Erfolg: wie auch immer.
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Re: Borussias "Talent-Kompetenz"

Beitragvon Bruno » 21.01.2009 02:56

Ich denke hier geht es nicht nur um Kompetenz. Bei den wenigsten die wir in den letzten Jahren als Verantwortliche so verschlissen haben würde ich wagen die sportliche Kompetenz in Abrede zu stellen.
Was uns geschadet hat ist ein eklatanter Mangel an Kontinuität in allen Bereichen. Jeder Trainerwechsel hat (zumindest geringfügige) Strukturveränderungen zur Folge. Ein Wechsel auf der Managementebene gar eine ganz andere strategische Ausrichtung. Das wird nicht nur das Personalkarussell gedreht (Spieler, Betreuer), da werden andere Regeln aufgestellt, Schwerpunkte verändert, andere Trainingsmethoden, Trainingslager, unterschiedliche Kommunikationsformen ect..
Diese ganzen Dinge wirken sich auf den Erfolg aus. Schaut man sich die Stars dieser Liga der letzten Jahre an, wird man nur wenige finden, die auf Anhieb eingeschlagen sind und seit dem konstant Top-Leistungen bringen. Die meisten wurden doch langsam aufgebaut und lernten (meistens in einem intakten Umfeld) sich weiter zu entwickeln.
Wieviel Zeit haben unsere Neuen in der Regel, bis der "Mob" ein vernichtendes Urteil fällt? 1 Spiel? 2? Viel mehr jedenfalls nicht. Wenn dann so ein junger Spund wie EP (als Junge noch mit leuchtenden Augen am Bökelberg) bereits beim ersten Fehlpass beschimpft wird, ist es kein Wunder das das Selbstvertrauen verloren geht. Ähnlich ist es bei MC ja auch gelaufen. Gut werden jetzt einige sagen, das sind Profis. Ja schon, aber das sind Jungs. Die müssen noch ne Menge lernen übers Leben und Profi sein heißt nicht das man ein Eisklotz ist.
Wie heißt es so schön? Die richtig guten, kreativen Spieler sind oft sehr sensibel.
Letztlich ist unser Hauptproblem das unsere Talente nicht in einem Umfeld ausgebildet werden, in dem sie sich in Ruhe entwickeln können. Ständige Personalfluktuation, miese Stimmung bei den Fans, Überlebensdruck bei Trainer und Management.....kein guter Nährboden für hoffnungsvolle Talente.
Vielleicht noch solange sie in der U23 einigermaßen abgeschottet sind, aber sobald sie in Profinähe kommen ist es vorbei mit der Ruhe. Kann auch ein Grund sein warum die im Grunde hier nichts hält. Die erfahren hier keine besondere Wertschätzung im Profibereich. Zumindest war da scheinbar bisher so.
Im Übrigen ist es für einen jungen Spieler auch nicht so super attraktiv bei einem Club mit Fahrstuhlcharakter zu spielen, der noch dazu nicht viel von Vertragstreue hält.
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Re: Borussias "Talent-Kompetenz"

Beitragvon HeyJoe » 23.01.2009 02:36

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Re: Borussias "Talent-Kompetenz"

Beitragvon SpaceLord » 23.01.2009 07:13

Fehlgriffe gab es bislang überall, und die wird es auch überall weiterhin geben. Eberl hat auch Recht, daß es manchmal einfach nicht paßt. Leider ist bei uns diese Situation eklatant oft aufgetreten, und da besteht dringender Handlungsbedarf, um professionelleren Vorbildern zu folgen. Wir haben sonst ja auch eine gute Vereinsstruktur, von der Geduld von uns Fans mal abgesehen ein Umfeld und Trainingsbedingungen, die erste Sahne sind.

Klar, eim MN hat in der RR nicht sein Potenzial aus der HR abrufen können. Aber daß er es als Zweitligafußballer in die Nati Kameruns schafft... Und jetzt ist der HSV dran. Irgendwas scheinen andere Augenpaare anders zu sehen als die, die bei uns sehen.

Was ist mit Jantschke? Der absolut überwiegende Teil der Fans sieht ihn ja wohl zumindest als Kandidat für die Stammelf. Gab es eine Erklärung, die ich verpaßt habe? Falls ja, bitte ich um Aufklärung. An Galasek alleine kann es ja wohl nicht liegen.

Schön, daß Dorda wenigstens zu Kurzzeiteinsätzen kommt, auch wenn die Stammelf was anderes vorsieht.

Lamidi hätte man besser verliehen. Ich fürchte, das Talent wird entweder in der RL versauern oder mal den Wechsel suchen. In der Abstiegssaison kam er zum Zuge, hat eine Bomben-Vorbereitung gespielt, und wurde als Belohnung erstmal wieder an Wohlers ausgeliehen. Wenn ich mir dessen Antritt anschaue: Das könnte genau das sein, was Marin und BJ brauchen, um schnelle Konter einleiten zu können.
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