Was unterscheidet uns eigentlich von erfolgreichen Klubs?

Ausgekontert oder aus der Tiefe des Raumes? Über Spielsysteme, Taktik und Mannschaftsteile kann man sich hier die Köpfe heiß diskutieren.

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Re: Was unterscheidet uns eigentlich von erfolgreichen Klubs

Beitragvon Oldenburger » 15.09.2017 13:40

wenn ich mir die heutige vergabe der möglichen spielstätten für die em 2024 so anschaue, würde ich meinen, dass wir einfach keine lobby beim dfb haben.
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Re: Was unterscheidet uns eigentlich von erfolgreichen Klubs

Beitragvon Titus Tuborg » 20.09.2017 09:06

Oldenburger hat geschrieben:wenn ich mir die heutige vergabe der möglichen spielstätten für die em 2024 so anschaue, würde ich meinen, dass wir einfach keine lobby beim dfb haben.


Dass wir gegen Städte wie Köln und Düsseldorf das Nachsehen haben, liegt nicht an deren Stadien, sondern überwiegend an der dort vorhandenen besseren Infrastruktur, wie Hotels, Kultur, Gastronomie etc.

Dass wir allerdings gegen Gelsenkirchen das Nachsehen haben, ist dem Grunde nach eine Frechheit, liegt aber wahrscheinlich nur daran, dass zwei Stadien im Rheinland und zwei im Ruhrgebiet "gewünscht" waren. Insofern sehe ich in diesem Punkt eben keine transparente Entscheidungsfindung...
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Re: Was unterscheidet uns eigentlich von erfolgreichen Klubs

Beitragvon borus » 24.09.2017 11:23

Hat man gestern schmerzlich erfahren dürfen... :nein: :nein:
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Re: Was unterscheidet uns eigentlich von erfolgreichen Klubs

Beitragvon fussballfreund2 » 27.09.2017 09:31

so ziemlich alles...... :(
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Re: Was unterscheidet uns eigentlich von erfolgreichen Klubs

Beitragvon Borowka » 27.09.2017 17:15

Was haben wir denn:

Wir sind ein Traditionsclub. Mit legendären Erfolgen. Uns umgibt eine gewisse Aura. Wir sind ein Club mit eigener Identität. Eigentlich unverwechselbar. Wer Fußball nicht als Modeerscheinung ansieht, wen an Fußball mehr interessiert als die täglich neuen Frisuren der Stars, wer hinter den Ablösesummen nur den Wahnsinn steht, der diesen Sport eines Tages vernichten wird - der hat in Zusammenhang mit Fußball den Namen Borussia Mönchengladbach schon mal gehört.

Wir sind eine Marke.

Wir haben ein eigenes Stadion. Noch gehört es nicht vollständig uns. Aber bald. Wir haben uns dies alles selbst erarbeitet. Mit Attributen wie Nachhaltigkeit, harter Arbeit, Disziplin und einer gewissen Vision. Wir spielen zum Glück noch nicht in der Dusch-Das-Arena oder im Postbank-Sportpark. Unsere Farben entsprechen unserer Tradition und sind schwarz-weiss-grün und (noch) nicht gelb...

Wir haben stabile finanzielle Verhältnisse. Wir sind ein eingetragener Verein mit mündigen Mitgliedern. Keine KGaA. Bei uns bestimmen immer noch sportlicher Sachverstand die Tagesgeschäfte - und nicht ausschliesslich das Bestreben, wer im Ringen um Sponsoren, Investoren, Projekten oder Marketinggags am schnellsten seinen Schwanz in die Tür bringt (sorry...)

Wir hatten die Ehre, zweimal Champions League zu spielen, einmal Euro-League. Man hat uns also wieder entdeckt auf europäischer Ebene. Unsere Fans haben unseren Verein hervorragend repräsentiert. Unsere Mannschaft war leider nur in Teilen konkurrenzfähig - ein bißchen mehr hätte es sein dürfen.

Wir haben eine gewachsene Fanstruktur, über 80.000 Mitglieder hat dieser Verein. Egal, wie die Vereinsphilosophie die nächsten Jahre oder Zeiträume aussehen wird, egal ob oder wann inländische oder ausländische oder russische oder chinesische oder weißderherrgottwoherauchimmer Investoren, Mäzene, Scheichs, Industrielle, Produktperformer oder STRATEGISCHE PARTNER im Borussia Park aufkreuzen - gegen die Mitglieder, gegen diese Fankultur und Fanstruktur - kann der Verein keine Entscheidungen treffen.

Wir sind also etwas konservativ, aber wir leben nicht hinter´m Mond und lassen die Dinge auf uns zukommen - nachdem wir täglich unsere Hausaufgaben machen.

Sportlich bewegen wir uns im Moment im Niemandsland. Es scheint so, als wäre nach den zwei Jahren Champions League bzw. nach den Ausflügen ins internationale Geschäft der Zenit dieser Mannschaft überschritten. Auch im sportlichen Bereich müssen wir also arbeiten...

Was haben wir eigentlich nicht?

Ein Anspruchsdenken, daß dieser Entwicklung Rechnung trägt. Man könnte ruhig einmal, nachdem man Jahre damit verbracht hat, sich erfolgreich zu stabilisieren, ein Fundament zu bauen, finanzielle Grundlagen zu bilden, sich infrastrukturell neu aufzustellen und die Marke Borussia bekannter zu machen, auch endlich einmal mehr Selbstbewußtsein zeigen. Uns fehlt der Anspruch. Uns fehlt manchmal die Mentalität, sich als sportlichen Konkurrenten für die Kommanditgesellschaften, Aktiengesellschaften, Scheichhobbyvereine, Dosenfabrikanten oder solchen MöchtegernFCDaimlerStuttgart-Lobbyisten eindeutig zu definieren und zu positionieren.

Bevor man von der Mannschaft eine Siegermentalität erwarten kann, muß dies der Verein, seine Entscheidungsträger und die sportlich und wirtschaftlich Verantwortlichen definieren und vorleben. Ich wünsche mir, daß man dies aggressiver nach außen drängt, ohne seine Identität zu verleugnen. Wir haben hier etwas anzubieten, was es in der Bundesligaspitze nicht mehr oft gibt.

Was fehlt uns noch, um ein erfolgreicher Club zu sein?

Eine klare Strategie, eine Ausrichtung - jetzt in sportlicher Hinsicht. Wir müssen wissen, wo wir herkommen. Das ist richtig. Das weiß in diesem Club auch jeder. Aber das ist ein Spruch, der auch auf einem Grabstein stehen könnte. Das ist kein Ziel, das ist Demut, da macht man sich klein. Das darf nur die eine Seite der Medaille sein. Ziele muß man sich setzen. Realistische Ziele, meinetwegen kleinschrittig, aber Ziele. Wer keine Zielsetzungen definiert, kann auch keine Ziele verfehlen. Wer die Einstelligkeit als Ziel ausgibt, ist auch mit Platz 9 zufrieden und Platz 10 tut´s auch noch.

Ich vermisse den Bökelberg bis heute. Da bin ich ehrlich. Nie wieder war es so geil wie auf dem Berg. Der Borussenpark ist ein tolles Stadion, natürlich mit viel mehr Möglichkeiten, mehr Komfort - der Bökelberg war was für Fans, legendär wie der Verein. Ich werde ihn immer vermissen.

Aber trotzdem - und auch da bin ich ehrlich - meiner Meinung nach wurde unser Park zu spät gebaut. Vieles haben wir verschlafen in der glorreichen Vergangenheit. Vieles wurde zu spät angepackt.

Auch heute habe ich manchmal den Eindruck, daß man sich bei uns in der Führungsetage schwer tut, offen für manche Entwicklungen zu sein. Das ist alles menschlich - man verwaltet halt lieber, als das man gestaltet, daß man Chancen sieht, sie ergreift. Ich bleibe da jetzt absichtlich ein bißchen kryptisch. Da kann sich jetzt jeder seinen Teil drunter vorstellen - ist für jeden was dabei.
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