Doping im Profisport

Sport ist Mord? Hier nicht!

Doping im Profisport

Beitragvon frank_schleck » 03.08.2013 05:34

Wie aus einer bisher unveröffentlichten Studie der Humboldt-Universität (HU) Berlin hervorgeht, wurde in der Bundesrepublik Deutschland spätestens seit Beginn der Siebzigerjahre offenbar in zahlreichen Sportarten systematisch und organisiert gedopt. [...]
"Versuche mit leistungsfördernden Substanzen wie Anabolika, Testosteron, Östrogen oder dem Blutdopingmittel Epo" seien durch staatliche Steuermittel finanziert worden.
Weiterlesen (Spiegel Online)...

Für mich nur ein weiterer Hinweis, dass so gut wie jede Sportart vom Doping betroffen ist. Das geheuchelte Entsetzen bei den aufgedeckten Radsportfällen ist mittlerweile absolut widerlich. Dass der Dopingnachweis bei einem Zabel, Heppner oder Ullrich überhaupt noch jemanden interessiert und gemeldet wird ist der eigentliche Witz. Jeder normal denkende Mensch muss wissen, dass im Radsport und in etlichen anderen Sportarten seit jeher gedopt wird und genommen wird, was nicht enttarnt werden kann. Mit einer Mütze Schlaf und ein bisschen Apfelschorle zum Frühstück fährt man eben keine 40km/h im Schnitt über 3000 Kilometer.

Der Profisport ist ein Spektakel, ein Massenevent, welches auf Leistung zugeschnitten ist. Wer beispielsweise einfach nur ehrlichen Fußball sehen möchte kann ich auch zum Bolzplatz nebenan gehen.
Man muss sich nur einfach mal entscheiden! Möchte man das ganz große Spektakel oder möchte man "sauberen Sport" (warum Sport mit Doping "schmutzig ist würde ich gerne mal wissen)? Möchte man immer bessere, schnellere 100-Meter-Läufer und diese feiern oder möchte man saubere Athleten?

Die Gesellschaft schafft sich ihre eigenen Dopingfälle, indem sie nur den spektakulären, übermenschlichen, außergewöhnlichen Sportler für zeigenswert und erfolgreich hält. Genau um das zu werden muss man aber auch zu leistungssteigernden Mitteln greifen. Warum wird denn bei der Tour 2 mal an einem Tag Alpe d'Huez gefahren? Ein Anreiz zum Beenden des Dopings ist das sicher nicht. Aber 21 Flachetappen sind auch ziemlich unsexy für die Zuschauer. Profisport ist eine Show, im weitesten Sinne ein reines Geschäft und das war schon immer so. Und nur weil es eine Show ist begeistert man sich dafür und schaut eben nicht seinem Nachbarn beim Sport treiben zu.

Man sollte aufhören in der Vergangenheit zu wühlen und sich damit lächerlich zu machen, den Finger auf Sportler der Vergangenheit zu zeigen, die so normal gehandelt haben, wie es beim Fußball ist, einen Ball zu benutzen. Diese Zeiten sind vorbei und die Leistungen keines Sportlers werden dadurch weniger wert, wenn sie im Nachhinein des Dopings überführt wurden.

Für die Zukunft muss man sich einen Weg überlegen mit Doping umzugehen. Die immer neuen Enthüllungen zeigen aber nur, dass in JEDER Situation weiter gedopt werden wird. Genommen wird, was nicht nachweisbar ist und da gibt es immer etwas. Ergo ist die einzig faire Lösung in meinen Augen eine Legalisierung des Dopings im Profisport - unter ärztlicher Kontrolle ist das (wie die wenigen Todesfälle im gesamten Profisport derzeit zeigen) ein überschaubares Risiko, das jeder für sich selbst tragen kann. So wäre in jedem Fall eine Transparenz gewährleistet. Und danach scheinen die Leute ja zu streben, wenn man dem Tenor der Medien glauben schenken darf.

Kontroverse, aber meine ganz eigene Meinung. Und jetzt ihr. :daumenhoch:
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Re: Doping im Profisport

Beitragvon Tobe » 03.08.2013 09:19

Interessanter Ansatz. Allerdings habe ich die Befürchtung, dass bei einer Legalisierung der "Schneller, weiter, höher" Gedanke sehr schnell zum Tragen kommen würde. Was das Risiko von Todesfällen doch erheblich steigert.
Im Grunde könnte man dann auch die Sportarten zusammenlegen und die beste medizinische Abteilung küren.

Grundsätzlich hast Du aber Recht. Jeder der sich selbst einredet, dass es wohl nicht so schlimm sein kann, wenn man davon nichts weiß, macht sich was vor.
Geheucheltes Entsetzen würde ich das nicht unbedingt nennen. Jedenfalls nicht was das Doping an sich betrifft. Sondern eher angewidert sein von den Heuchlern, die auf ungerecht behandelt taten und deren Seifenblasen alle zerplatz sind.
Das ist für mich eher fremdschämen und nur eine Randnotiz wert.

Ich glaube jeder halbwegs vernünftige Zeitgenosse weiß doch eh, dass es nicht nur ein paar Bösewichte im Radsport gab, genauso wie niemand glaubt, dass die anderen Sportarten sauber sind.

Ich halte es da eher straight edge und fordere eine drug free youth :mrgreen:

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Re: Doping im Profisport

Beitragvon Mattin » 03.08.2013 20:02

Erschreckend und ganz traurig das - :cry:
Für welche Werte soll der Sport dann noch stehen?
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Re: Doping im Profisport

Beitragvon mitja » 05.08.2013 21:02

frank_schleck hat geschrieben: Ergo ist die einzig faire Lösung in meinen Augen eine Legalisierung des Dopings im Profisport - unter ärztlicher Kontrolle ist das (wie die wenigen Todesfälle im gesamten Profisport derzeit zeigen) ein überschaubares Risiko, das jeder für sich selbst tragen kann.


Der Kugelstoßer Ralf Reichenbach, der tot ist, hat am gleichen Tag wie ich in Rom die Silbermedaille gewonnen, der hat klipp und klar die Meinung vertreten, ich sterbe lieber zehn Jahre früher, wenn ich dafür Olympiasieger werde.
http://www1.wdr.de/themen/sport/manfredommer100.html

Reicht das als Antwort, warum eine Legalisierung keine Lösung ist?
mitja
 

Re: Doping im Profisport

Beitragvon mitja » 07.08.2013 22:57

Beitrag zur Rolle des Sportmediziners Ernst Jakob, der offentlich finanzierte Studien durchführte und Arzt u.a. von Stefan Schumacher war.

http://www.jensweinreich.de/2013/08/06/duestere-konstanten-des-deutschen-spitzensports-ernst-jakob-und-freiburgs-aerzteschule/
Düstere Konstanten des deutschen Spitzensports: Ernst Jakob und Freiburgs Ärzteschule

Bestätigen die aktuelleren Beratungsdienste, die Jakob für Radkunden erbracht haben soll, den Verdacht, dass damals vom Steuerzahler finanzierte Studienergebnisse verfälscht wurden? Werfen sie ein neues Licht auf einen Vorfall im Jahr 2006, aus der Geschichte des langjährigen Olympia- und Skiverbandsarztes Ernst Jakob? Als Evi Sachenbacher in Turin eine Schutzsperre wegen überhöhter Blutwerte kassierte, versuchte der Mediziner das mit natürlichen Schwankungen zu erklären. Der Weltsportgerichtshof CAS folgte ihm nicht
mitja
 

Re: AW: Doping im Profisport

Beitragvon mitja » 08.08.2013 09:52

Ist zwar noch kein Profisport, aber bekanntlich heißt es ja , früh übt sich.
http://www1.wdr.de/themen/sport/kinderdoping100.html

Doping könnte schon bei Kindern weit verbreitet sein. Das berichtet eine Schwimm-Kampfrichterin WDR.de – demnach nehmen bereits die Jüngsten verbotene Mittel, um die Leistung zu steigern. Kontrollen gibt es so gut wie keine.
mitja
 

Re: Doping im Profisport

Beitragvon HannesFan » 08.08.2013 11:40

mitja hat geschrieben:Der Kugelstoßer Ralf Reichenbach, der tot ist, hat am gleichen Tag wie ich in Rom die Silbermedaille gewonnen, der hat klipp und klar die Meinung vertreten, ich sterbe lieber zehn Jahre früher, wenn ich dafür Olympiasieger werde.
http://www1.wdr.de/themen/sport/manfredommer100.html

Reicht das als Antwort, warum eine Legalisierung keine Lösung ist?


Das hat schon was von "Mephisto" :roll: ....dem Teufel seine Seele verkaufen.

Ernsthaft, Legalisierung kann hier keine Alternative sein. Irgendwann toben
dann genveränderte, halbmenschliche Anabolikamonster durch die verschiedenen
Arenen zur Belustigung des Publikums - für mich eine grauenhafte Vorstellung...
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Re: AW: Doping im Profisport

Beitragvon mitja » 14.08.2013 11:58

Kommentar zur Doping-Freigabe:
http://www.dradio.de/dlf/sendungen/sport/2211537/

Der Spitzensport hatte und hat ein massives Dopingproblem. Durch die Veröffentlichung der Dopingstudie im westdeutschen Sport hat die gesellschaftliche Debatte darüber in dieser Woche noch einmal Fahrt aufgenommen. Es sind dabei Stimmen in der Öffentlichkeit laut geworden, die fordern: Doping müsse erlaubt werden.

...

Nein, kann da die Antwort nur lauten: Wir wollen das nicht. Selbst, wenn wir den heiklen Gedankengängen der Befürworter folgen, ist klar: Das, was mit diesem unheilvollem Schritt gewonnen wäre, wiegt nicht ansatzweise den unglaublichen Verlust auf, den der Leistungssport erleiden würde. Denn in dieser Diskussion geht es längst nicht mehr um Einzelschicksale oder den unbändigen Rekord- und Medaillenrausch. Was hier auf dem Spiel steht ist die Glaubwürdigkeit des Sports und seine Idee als solche.

...

mitja
 

Re: Doping im Profisport

Beitragvon 3Dcad » 21.08.2013 22:08

in der ZEIT-ausgabe vom 14.08. gabs auch einen bericht zum thema doping in der leichtathletik in deutschland kurz vor dem mauerfall. beeindruckend fand ich die sprinterin claudia lepping die sich 1986/ 87 dem doping verweigerte.


man sagte ihr eine große karriere vorraus. die ärzte bescheinigten ihr ideale schrittlänge und körpergröße um auch einen 400m weltrekord laufen zu können.

doch die dopingpraxis war gang und gäbe. die trainer sagten ihr: "wir zeigen die warum die DDR-mädels so schnell sind." sie beobachtete wie sich viele sportler auf ihre trainer verließen und ihre schäden davontrugen. schwimmerinnen hatte plötzlich schuhgröße 50, leberschäden, schwache herzen.

kommentare dazu waren dann: "denkst du die läuft mit wasser?" ein zweiter kulturbeutel war immer dabei bei ihren zimmerkolleginnen. stromba, anavar, anabolika. die nebenwirkungen wußte niemand. die kiefer vergrößerten sich auch die körperformen ähnelten sich den männlichen an. sie machte sich sorgen und verweigerte schließlich.

nach der wende schrieb sie an den DLV und fragte ob man denn wisse wie ausgeprägt die dopingpraxis im westen sei. die antwort des leistungssportdirektors: "ich glaube es liegt ein mißverständnis vor."

lepping suchte ihre zukunft abseits des sports studierte politik, wurde journalistin und erzählte ihre geschichte dem spiegel. von ihren sportlerkolleginnen hörte sie dannach nie wieder etwas....

"du hälst den mund, wenn du entwas nimmst, und du hälst auch den mund wenn du krank wirst. denn wenn es herauskommt bist du erledigt!"

heute ist sie 45, topfit und geht jeden tag gerne laufen. :wink:



großer sport, wenn jemand alle vorraussetzungen mitbringt das system sieht und sich dann davon abwendet. :daumenhoch: :daumenhoch:
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Re: Doping im Profisport

Beitragvon elzeck » 23.08.2013 12:11

Also die von mitja zitierte Glaubwürdigkeit des Sports ist doch mittlerweile nicht mehr als ein schlechter Witz. Damit hat sichs doch schon lange. Ich finde auch, dass hier Aufklärung anstatt Prohibition der richtige Ansatz wäre.

Wer dopen will, findet immer irgendwas, was nicht oder nur schwer nachweisbar ist, was er sich reintun kann. Es ist doch im Grunde wie mit der "normalen" Drogenpolitik: Verbieten bringt gar nichts. Wir leben in einem Informationszeitalter und da kann sich jeder weitreichend informieren, was er sich da antut. Zudem könnte man durch eine Legalisierung die Forschung vorantreiben und Doping sicherer machen. Wir leben doch nicht mehr im Mittelalter, wo man den Leuten alles verbieten muss, weil sie zu blöd sind, sich selbst zu schützen. Und da kann man meiner Meinung nach auch nicht mit dem Argument kommen, dass man dann die Leute ermutigt, sich Missbildungen und Krankheiten anzudopen. Wenn einer nach zwei Jahren aussieht wie Frankenstein, dann glaubt ihr doch nicht, dass der weiter gehypt wird. Den nehmen sie dann in den Medien auseinander und die Leute wenden sich ab. Das passiert vielleicht ein, zwei mal und dient allen anderen als Warnung. Zudem wird die Wissenschaft schon was finden, was mehr Leistung bringt und einen nicht gleich zum Qusimodo acht. Die neue Herausforderung für Spitzensportler ist dann eben, die Balance zu finden zwischen Leistungssteigerung und Gesundheit.

Ich bin grundsätzlich der Meinung, wenn das einer machen will, die Konsequenzen kennt und es niemandem schadet außer ihm selbst, sollte er das machen dürfen, EGAL was es ist!!! Man sollte mal drüber nachdenken, ob man den betreffenden Sportler dann irgendwie schriftlich die Verantwortung für sein Handeln übernehmen lässt, so dass er dann Folgebhandlungskosten aus eigener Tasche zahlen muss. Sonst wären ja alle Kassenzahler in Mitleidenschaft gezogen, was wiederum Konsequenzen für Unbeteiligte bedeuten würde, die ja vermieden werden sollten.

Aber ansonsten seh ich keine Veranlassung, einem aufgeklärten Erwachsenen irgendwas zu verbieten, was nur ihm selbst schaden kann. Zudem finde ich es anmaßend, über die Gesundheit einer anderen (geistig gesunden) Person entscheiden zu wollen, weil man denkt, man ist in der Lage, vernünftiger zu entscheiden als der Betroffene selbst.
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Re: Doping im Profisport

Beitragvon Tusler » 23.08.2013 15:02

Man muss den Kampf gegen das Doping weiterführen und sich nicht entmutigen lassen.Wichtig wäre allerdings.dass in allen Ländern die gleichen Standards gelten.
Das ist der wichtigste Schritt.Hier müssen klare Verträge getroffen werden,die bei Nichtbeachtung eindeutige Strafen festlegen,egal welches Land dagegen verstossen hat.Wenn z. B. in China,Russland,Jamaika,USA,Spanien,Italien usw.usw.
die gleiche Grundlage der Standards gilt und auch entsprechend überprüft wird,dann ist der Kampf gegen das Doping gewonnen,denn viele Sportler in sogenannten "sauberen " Ländern dopen doch nur,damit Sie die gleiche Chance auf z. B. Gold haben wie die Athleten in diesen Ländern,die ja grösstenteils vom Staat regelrecht zum Doping aufgefordert werden!
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Re: Doping im Profisport

Beitragvon elzeck » 23.08.2013 16:15

Das würde allerdings voraussetzen, dass alle Staaten sich auf die gleiche Ideologie und das gleiche politische System festlegen. In China oder Russland wird das bei den aktuellen Zuständen nämlich so nicht gehen... :wink:
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Re: Doping im Profisport

Beitragvon 3Dcad » 19.09.2013 15:54

Pechstein-Prozess: "Der Fall wird Geschichte schreiben"

Pechstein klagt gegen den Internationalen und den Deutschen Eisschnelllauf-Verband auf Schadensersatz und Schmerzensgeld für ihre zweijährige Dopingsperre von 2009 bis 2011. Sie hält ihre Unschuld mittlerweile für erwiesen und will dies auch gerichtlich dokumentiert wissen. Dabei geht es aber nun um viel mehr: Am Ende der am kommenden Mittwoch eröffneten Verhandlung könnten zwei Sportverbände finanziell ruiniert sein - und die Sportgerichtsbarkeit revolutioniert werden. Denn um nichts weniger geht es den Pechstein-Anwälten.

http://www.spiegel.de/sport/wintersport ... 23263.html
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Re: AW: Doping im Profisport

Beitragvon mitja » 03.10.2013 18:44

DRadioKultur "Nachspiel"

Zwei Frauen, 100 Substanzen, 1000 Wirkungen

Chronik eines unangekündigten Doping-Todes

Von Alexa Hennings

Während die Volleyballerin Katharina Bullin im Osten Deutschlands langsam zum Mann und dann zum Wrack wird, weil man sie, ohne sie oder ihre Eltern zu fragen, seit ihrer Kindheit gedopt hat, rüstet im Westen die Siebenkämpferin Birgit Dressel richtig auf. Sie will immer besser werden, dafür ist sie bereit, alles zu einzunehmen, was ihr Sportärzte und Trainer geben.Mit 26 versagen all ihre Organe, man findet bei der Obduktion mehr als 100 Substanzen in ihrem Körper, jede einzelne leistungssteigernd oder schmerzhemmend, als Cocktail tödlich. Im Jahr ihres Todes, 1987, veröffentlicht der "Spiegel" das rechtsmedizinische Gutachten. Die Chronik eines unangekündigten Todes, ein Protokoll des Schreckens, das die Nation (West) aufwühlte wie kein Dopingfall vorher. Zwei Geschichten, ein roter Faden: Nach kurzen Siegen gibt es immer nur einen Verlierer: die Athletin - und den Sport.


MP3
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Re: AW: Doping im Profisport

Beitragvon mitja » 04.02.2014 00:08

http://www.deutschlandfunk.de/doping-damit-kann-man-bei-olympia-gefahrlos-dopen.1346.de.html?dram:article_id=276425

Wenige Tage vor Eröffnung der Winterspiele weckt eine investigative Recherche der ARD-Dopingredaktion erhebliche Zweifel an einer glaubwürdigen Dopingbekämpfung im Land des Olympiagastgebers.

Bericht über ein nicht nachweisbares, aber auch ungetestetes Dopingmittel. Darüber ist auch in WDR Sport inside berichtet worden.
mitja
 


Re: AW: Doping im Profisport

Beitragvon mitja » 01.09.2014 22:17

http://www.deutschlandfunk.de/anti-doping-kampf-doping-mit-geld-und-freiheitsstrafen.890.de.mhtml?dram:article_id=296133

Bundes-Justizminister Heiko Maas bezieht im Deutschlandfunk Position zum geplanten Anti-Doping-Gesetz. Doping im Spitzensport solle strafbar sein, unabhängig von der Menge verbotener Substanzen. Die uneingeschränkte Besitzstrafbarkeit ist einer der strittigen Punkte an dem Anti-Doping-Gesetz, das die Große Koalition in ihrem Vertrag stehen hat.

Kommt jetzt endlich ein Anit-Doping-Gesetz? Es wäre langsam Zeit. :ja:
mitja
 

Re: AW: Doping im Profisport

Beitragvon mitja » 03.12.2014 21:05

Lief gerade im Ersten:
http://www.ardmediathek.de/tv/Sportschau/Geheimsache-Doping/Das-Erste/Video?documentId=25114280&bcastId=53524

Geheimsache Doping

Mit 33 Medaillen war Russland die mit Abstand stärkste Nation der Olympischen Winterspiele in Sotschi. Ein WDR-Team deckt auf, was hinter den fragwürdigen Erfolgen steckt: flächendeckendes Doping und ein korruptes System.


Sehenswert! :ja:
mitja
 

Re: AW: Doping im Profisport

Beitragvon mitja » 18.12.2014 14:44

Die oben genannte Doku hat seit der Ausstrahlung ziemliche Wellen geschlagen. Sie wird gelegentlich nochmal auf den ARD Spartenkanälen wiederholt, wer sich für das Thema interessiert, sollte sie unbedingt ansehen!

Jetzt gibt es noch zusätzliche Informationen:

DLF hat geschrieben:Zum ersten Mal seit Ausstrahlung des Films „Geheimsache Doping“ haben sich Julia Stepanowa und ihr Mann Witali wieder öffentlich geäußert. Das ohnehin schon erschütternde Bild präzisierten die beiden, die in unbekanntem Exil leben, noch einmal.


http://www.deutschlandfunk.de/doping-whistleblower-aeussern-sich-erneut.890.de.mhtml?dram:article_id=306510
mitja
 

Re: Doping im Profisport

Beitragvon 3Dcad » 28.05.2015 20:08

Seit letzter Woche wird ja die Anwendung von Dopingmitteln bestraft mit bis zu 3 Jahren Haftstrafen.

http://www.zeit.de/sport/2015-03/anti-d ... -beschluss

Ich finde es falsch nur den bloßen Besitz von Dopingmitteln mit Haftstrafen zu ahnden. Warum die Sportler bestrafen aber den Erfolgsdruck bzw. die Medaillenziele vom DOSB nicht reduzieren? Passt überhaupt nicht zusammen. Die Verbände sind Mitschuld am Doping.

Eine lebenslange Sperre für die ausführende Sportart reicht aus zur Abschreckung. Warum werden nur die Sportler bestraft?

Die Justizminister wie De Maizier oder Maas schaden der Bevölkerung mehr während sie ihr Amt ausführen und müssen sich nie rechtfertigen für das was sie veranlasst haben während ihrer Amtszeit. Die Sportler die wirklich was leisten müssen sich noch Jahre später rechtfertigen.

Typisches Politiker bla bla wir müssen handeln Gesetz für bla bla ehrlichen Sport. :roll:
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